Der Arbeitsmarkt in Gelsenkirchen, Bottrop und Gladbeck im Dezember 2011
Die Zahl der Arbeitslosen in der Emscher-Lippe-Region hat im Dezember leicht zugenommen. Im Berichtsmonat waren in Gelsenkirchen, Bottrop und Gladbeck zusammen 26.640 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 258 mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich damit gegenüber dem Vormonat November um 0,1 Prozentpunkte auf 12,2 Prozent. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Berichtsmonat betraf überwiegend Kunden der Arbeitslosenversicherung: Die Agentur für Arbeit Gelsenkirchen zählte im Dezember 4.361 Arbeitslose, 195 mehr als im November (+4,7%). In den JobCentern erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen um 63 auf 22.279 Personen (+0,3 %).
Gegenüber dem Vorjahresmonat hat die Arbeitslosigkeit insgesamt um 1.123 Personen zugenommen. In der Arbeitslosenversicherung (Agentur für Arbeit) war die Zahl der Arbeitslosen noch um 428 Personen niedriger (-8,9%) als im Dezember 2010. In der Grundsicherung für Arbeitsuchende (Jobcenter) lag die Arbeitslosigkeit dagegen um 1.551 Personen über dem Wert vor Jahresfrist (+7,5%). Maßgebliche Ursache für den Anstieg bei den Jobcentern ist die geringere Zahl an Personen in Arbeitsgelegenheiten (-822/-32,5%).
„Derzeit befinden sich 2.700 Personen weniger in arbeitsmarktpolitischen Maß-nahmen als vor einem Jahr. Teilnehmer in Fördermaßnahmen zählen statistisch nicht als arbeitslos. Die aktuelle Arbeitslosenquote bildet die im Vergleich zum Vorjahr bessere Beschäftigungssituation somit nicht ab.“, erläutert Luidger Wolterhoff, Leiter der Agentur für Arbeit Gelsenkirchen. „Bei gleichem Förderumfang läge die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk derzeit um rund 1.600 Personen unter dem Stand vor Jahresfrist“.
Die Kräftenachfrage hat im Berichtsmonat abgenommen. Unternehmen aus Gelsenkirchen, Bottrop und Gladbeck meldeten der Arbeitsagentur insgesamt 607 neue offenen Stellen, 178 weniger als im Vormonat aber 135 mehr als im Dezember 2010. Neue Beschäftigungschancen ergaben sich zum Beispiel für erfahrene Berufskraftfahrer und examiniertes Pflegepersonal. 208 Vakanzen entfielen auf die Arbeitnehmerüberlassung.
Der Arbeitsmarkt in der Stadt Gelsenkirchen
Die Arbeitslosigkeit in der Stadt Gelsenkirchen hat im Dezember leicht zugenommen. Im Berichtsmonat waren 17.323 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 118 mehr als im November (+0,7%). Die Arbeitslosenquote erhöhte sich entsprechend um 0,1 Prozentpunkte auf 14,0 Prozent.
„Es ist nicht ungewöhnlich, dass der Arbeitsmarkt zum Jahreswechsel etwas an Schwung verliert“, so Wolterhoff. „Unternehmen sind mit der Suche nach neuem Personal etwas zurückhaltender.“ Im Dezember konnten 1.205 Personen ihre Arbeitslosigkeit wegen der Aufnahme einer neuen Beschäftigung beenden. Davon entfielen 460 Personen in die Zuständigkeit der Arbeitsagentur und 745 Personen auf das Integrationscenter für Arbeit Gelsenkirchen (Jobcenter IAG). Demgegenüber meldeten sich 1.674 Personen nach dem Verlust ihres Arbeitsplatzes arbeitslos. Davon entfielen 863 Personen in die Zuständigkeit der Gelsenkirchener Arbeitsagentur und 811 Personen auf das JobCenter.
Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Berichtsmonat erstreckte sich ausschließlich auf die Arbeitslosenversicherung: Die Agentur für Arbeit zählte im Dezember 2.405 Arbeitslose, 127 mehr als im November (+5,6%). Im Integrationscenter für Arbeit Gelsenkirchen (Jobcenter IAG) verringerte sich die Zahl der Arbeitslosen marginal um 9 auf 14.918 Personen (-0,1 %).
Gegenüber dem Vorjahresmonat hat die Arbeitslosigkeit insgesamt um 1.027 Personen zugenommen. Allerdings ist die Situation in den beiden Rechtskreisen unter-schiedlich: Bei der Arbeitsagentur reduzierte sich die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahresmonat um 339 Personen (-12,4%). Die Zahl der Arbeitslosen im Jobcenter lag dagegen um 1.366 Personen über dem Wert vor Jahresfrist (+10,1%). Mit aktuell 7.418 Frauen und Männern gilt derzeit jeder zweite Arbeitslose im Integrationscenter für Arbeit Gelsenkirchen (Jobcenter IAG) als langzeitarbeitslos. Gegenüber November 2010 ist das ein Plus von 758 Personen (+11,4%). Maßgebliche Ursache für den Anstieg bei dem Jobcenter ist die geringere Zahl an Personen in Arbeitsgelegenheiten.
„Der Gelsenkirchener Arbeitsmarkt ist trotz des leichten Anstiegs der Arbeitslosigkeit im Dezember weiterhin stabil. Die Beschäftigungssituation ist besser als im Vorjahr. Dies wird aber durch die aktuelle Arbeitslosenquote nicht entsprechend abgebildet“, so Wolterhoff. „Es befinden sich derzeit im gesamten Arbeitsagenturbezirk über 2.700 Personen weniger in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen als Ende 2010. Teilnehmer in Fördermaßnahmen zählen statistisch nicht als arbeitslos. Bei gleicher Förderintensität läge die Arbeitslosigkeit in der Region um rund 1.600 Personen niedriger als vor einem Jahr“.
Die Nachfrage nach Arbeitskräften war etwas zurückhaltender als im Vormonat. Unternehmen meldeten dem Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur in Gelsenkirchen im Dezember 391 neue offene Stellen, 91 weniger als im Vormonat aber 124 mehr als vor Jahresfrist.
Der Arbeitsmarkt in Gelsenkirchen-Buer
Auch in Gelsenkirchen-Buer hat die Arbeitslosigkeit im Dezember leicht zugenommen. Im Berichtsmonat waren 5.684 Personen arbeitslos gemeldet, 72 mehr als im November (+1,3%). Die Arbeitslosenquote erhöhte sich gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf jetzt 10,8 Prozent.
Bei der Arbeitsagentur wurden im Berichtsmonat 1.007 Arbeitslose gezählt (+70/+7,5%), im Integrationscenter für Arbeit Gelsenkirchen (Jobcenter IAG) waren es 4.677 Personen (+2). Die Zahl der Arbeitslosen lag im Dezember knapp über dem Stand vor Jahresfrist (+198/+3,6%). Allerdings ist die Situation in den beiden Rechts-kreisen unterschiedlich: Bei der Arbeitsagentur reduzierte sich die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahresmonat um 114 (-10,2%). Die Zahl der Arbeitslosen im Jobcenter lag um 312 Personen über dem Wert im Dezember 2010 (+7,1%).
„Die Arbeitslosigkeit in Buer hat sich, abgesehen von den saisontypischen Ausschlägen zu Jahresbeginn und in den Sommermonaten, bis in den Spätherbst stetig verringert. Ein Anstieg zum Jahreswechsel ist nicht ungewöhnlich“, so Bernd Patz, Geschäftsstellenleiter der Agentur für Arbeit in Buer. „Die Situation ist weiterhin stabil, auch wenn wir davon ausgehen müssen, dass die Arbeitslosigkeit auch im Januar saisontypisch steigt“.
Unternehmen in Buer meldeten im Dezember 187 neue offene Stellen, 45 weniger als im November aber 55 mehr als vor Jahresfrist (+41,7%). Seit Jahresbeginn 2011 summiert sich die Zahl der gemeldeten Stellenangebote damit auf insgesamt 2.123 Vakanzen. Das ist ein Plus von 418 oder 24,5 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum.
Der Arbeitsmarkt in Bottrop
Wie im gesamten Bezirk der Agentur für Arbeit Gelsenkirchen hat auch die Arbeitslosigkeit in Bottrop zum Jahreswechsel leicht zugenommen. Im Dezember waren 4.952 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 58 mehr als im Monat zuvor (+1,2%). Die Arbeitslosenquote erhöhte sich gegenüber November um 0,1 Prozentpunkte auf jetzt 8,4 Prozent.
Die Agentur für Arbeit betreute im Berichtsmonat 1.178 Arbeitslose (+24/+2,1%). Das Jobcenter Arbeit für Bottrop zählte 3.774 Arbeitslose (+34/+0,9%).
Verglichen mit dem Wert des Vorjahresmonats hat die Arbeitslosigkeit in Bottrop um 180 Personen zugenommen. Allerdings ist die Situation in den Rechtskreisen unter-schiedlich: Bei der Arbeitsagentur reduzierte sich die Zahl der Arbeitslosen gegenüber Dezember 2010 um 32 Personen (-2,6%). Die Zahl der Arbeitslosen im Jobcenter lag dagegen um 212 Personen über dem Wert vor Jahresfrist (+6,0%).
Bottroper Arbeitgeber meldeten der Arbeitsagentur im Berichtsmonat 163 neue offene Stellen, 71 weniger als im November und 5 mehr als im Vorjahresmonat. Neue Beschäftigungschancen ergaben sich zum Beispiel für Fachkräfte im Hotel- und Gaststättengewerbe, für examiniertes Pflegepersonal, für Berufskraftfahrer, Kfz-Mechatroniker und im Friseurhandwerk. Seit Jahresbeginn 2011 summiert sich die Zahl der gemeldeten Stellenangebote damit auf insgesamt 2.788 Vakanzen. Das ist ein Plus von 650 oder 30,4 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum.
„Auch wenn die Arbeitslosigkeit zum Jahresende leicht zugenommen hat, schließen wir das Jahr recht zufrieden ab“, so Eugen Palm, Geschäftsstellenleiter der Agentur für Arbeit in Bottrop. „Aufgrund deutlich geringerer Teilnehmer-zahlen können arbeitsmarktpolitische Instrumente nicht in dem Maße zu einer Entlastung beitragen, wie vor einem Jahr. Das Plus an neu gemeldeten offenen Stellen für das gesamte Jahr 2011 zeigt, dass Unternehmen in Bottrop weiter einstellen wollen. Das wird auch ins neue Jahr hinein neue Perspektiven für Arbeitslose bieten. “
Der Arbeitsmarkt in Gladbeck
Auch in Gladbeck hat die Arbeitslosigkeit im Dezember leicht zugenommen. Im Berichtsmonat waren 4.365 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 82 mehr als im November (+1,9%). Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,2 Prozentpunkte auf 12,0 Prozent.
„Trotz des leichten Anstiegs im Dezember ist die Situation in Gladbeck weiterhin günstiger als vor einem Jahr“, so Eugen Palm, Geschäftsstellenleiter der Agentur für Arbeit in Gladbeck. „Wir müssen aber davon ausgehen, dass die Arbeitslosigkeit im Januar saisontypisch weiter steigt“.
Bei der Arbeitsagentur waren im Dezember 778 Personen arbeitslos gemeldet, 44 mehr als im Vormonat (+6,0%) aber 57 weniger als vor einem Jahr (-6,8%). Das Jobcenter Vestische Arbeit zählte in der Grundsicherung aktuell 3.587 Arbeitslose, 38 mehr als im November (+1,1%) aber 27 weniger als vor Jahresfrist (-0,7%).
Die Nachfrage nach Arbeitskräften ging im Dezember leicht zurück lag aber knapp über dem Wert vor Jahresfrist. Gladbecker Unternehmen meldeten dem Arbeitgeber-Service im Berichtsmonat 53 neue freie Arbeitsstellen (-16). Seit Jahresbeginn wurden der Arbeitsagentur damit insgesamt 891 offene Stellen gemeldet, 128 oder 16,8 Prozent mehr als in 2010.
Die Entwicklung der Unterbeschäftigung im Bezirk (Gelsenkirchen, Gladbeck und Bottrop)
Personen, die sich in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen - zum Beispiel in Weiterbildungen oder in Altersteilzeit - befinden, werden in der Statistik nicht als arbeitslos gezählt. Die Bundesagentur für Arbeit bildet daher die so genannte „Unterbeschäftigung“ ab. Neben den registrierten Arbeitslosen sind hier auch Teilnehmer an arbeits-marktpolitischen Maßnahmen erfasst.
Die Anzahl der Personen in Unterbeschäftigung im Agenturbezirk hat im Berichtsmonat zugenommen. Die gesamte Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) wird für Dezember 2011 auf 35.606 Personen berechnet. Sie lag damit um 241 über der für den Vormonat November.
Der Vorjahresvergleich zeigt jedoch, dass die statistische Entlastungswirkung durch arbeitsmarktpolitische Instrumente deutlich zurückgegangen ist. Während die Zahl der registrierten Arbeitslosen im Vergleich zum Dezember 2010 um 1.123 oder 4,4 Prozent angestiegen ist, ging die Unterbeschäftigung um 1.597 oder um 4,3 Prozent zurück.
Maßgeblichen Anteil haben hier die Reduzierung der Arbeitsgelegenheiten im Bereich der Grundsicherung (- 822/-32,5 Prozent) sowie der sinkende Teilnehmerbestand bei den Aktivierungs- und Eingliederungsseminaren (-1.089/-63,5 Prozent).
(Quelle: Arbeitsagentur Gelsenkirchen, 03.01.2012)


