Jobs suchen und finden: Stellenmarkt · Stellenangebote Ingenieure · Stellenangebote IT · Arbeiten in England
Benutzerspezifische Werkzeuge
  • Anmelden
Navigation
 

Agentur für Arbeit Gelsenkirchen hatte zum Bildungskongress eingeladen

Die Signale vom Arbeitsmarkt in der Emscher-Lippe Region sind derzeit sehr erfreulich: Getragen von einer weiterhin stabilen Konjunktur und einer lebhaften Nachfrage nach Arbeitskräften ging die Arbeitslosigkeit im November weiter zurück. Gleichzeitig bescheinigte die aktuelle Statistik zum Ende des 1. Quartals 2011 mit knapp 120.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten den höchsten Beschäftigtenstand in einem März seit neun Jahren. Der mit dieser Entwicklung einhergehende Bedarf an Fachkräften hat in einigen Branchen bereits zu Personalengpässen geführt.

„Besonders deutlich ist der Fachkräftebedarf in Gesundheits- und Pflegeberufen. Insbesondere examinierte Altenpfleger/innen werden gesucht“, stellt Luidger Wolterhoff, der Leiter der Arbeitsagentur Gelsenkirchen, fest. Knapp 20.000 der insgesamt 120.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und damit jeder sechste Beschäftigte in Gelsenkirchen, Bottrop und Gladbeck arbeitet im Gesundheits- und Sozialwesen. „Der

Regionale Arbeitsmarktmonitor, ein Informationssystem der Bundesagentur für Arbeit, das vertiefte Einblicke in die Strukturen des regionalen Arbeitsmarktes erlaubt“, so Wolterhoff, „zeigt für diese Branche aufgrund der demografischen Entwicklung einen weiter wachsenden Markt“. Zum einen wird die Alterung der Bevölkerung dazu führen, dass in der Emscher-Lippe-Region mehr Personen leben, die einer Betreuung bedürfen. Zum anderen werden weniger Arbeitnehmer zur Verfügung stehen, die die vorhandenen Arbeitsstellen besetzen können. Aber auch für den gewerblich-technischen Bereich, sowie das Bau- oder baunahe Gewerbe oder in den Branchen Logistik, Transport und Verkehr sieht der Arbeitsmarktmonitor eine günstige Entwicklung für den Arbeitsagenturbezirk.

Die Brancheneinschätzung aus dem Arbeitsmarktmonitor liefert wichtige Erkenntnisse für die Planung der von der Arbeitsagentur geförderten Maßnahmen zur beruflichen Qualifizierung: Lehrgänge in medizinisch-sozialpflegerischen Berufen, Umschulungen in der Kranken- und Altenpflege zählen deshalb genauso zu den Schwerpunkten der Bildungszielplanung 2012 wie Weiterbildungen in der Automatisierungstechnik (Bereiche Elektro, Metall oder Kälte- und Klimatechnik), Qualifizierungen in den Bereichen Verkehr (Personen- und Güterbeförderung), Lager- und Logistik (Lagerverwaltung, EDV für Warenein- und -ausgang) oder Maßnahmen für Bau- und baunahe Berufe (Gebäudesanierungstechniken, GALA-Bau, Dachdecker und Gerüstbauer). Ebenso finden kaufmännisch-verwaltende Berufsfelder oder IT-Berufe Berücksichtigung bei der Qualifizierungsplanung.

„Die berufliche Qualifizierung ist ein wichtiger Beitrag, um mittelfristig gut ausgebildete Fachkräfte zu haben“, erklärt Wolterhoff. „Eine wesentliche Aufgabe wird aber auch darin liegen, vorhandene Personal-Ressourcen intensiver auszuschöpfen, zum Beispiel bei Frauen, Älteren und Arbeitnehmern mit Migrationshintergrund. Auch die Unterstützung von Jugendlichen bei der beruflichen Orientierung und erfolgreich absolvierten Ausbildungswegen kann helfen, Fachkräfte von Morgen zu sichern. Ich bin der Überzeugung, dass mit gut abgestimmten Strategien und durch eine gute Zusammenarbeit aller Arbeitsmarktakteure die Folgen des demografischen Wandels abgemildert werden können“.

Fachkräftemangel hat verschiedene Ursachen: die aktuell gute Konjunktur, den Strukturwandel in der Wirtschaft, steigende Anforderungen an die Qualifikation der Beschäftigten und den demografischen Wandel. In den nächsten Jahren und Jahrzehnten wird die Bevölkerung abnehmen - das gilt auch für das Arbeitskräftepotenzial. Dieser Trend ist nicht mehr aufzuhalten, er lässt sich aber abschwächen. Denn es gibt noch Potenziale, insbesondere bei der Erwerbsbeteiligung von Frauen oder von Älteren.

Sowohl die Beschäftigungsquote der Frauen mit 37,8 Prozent (NRW: 43,3%; Deutschland: 47,4%) sowie der Älteren (50 bis 64 Jahre) mit 36,7 Prozent (NRW: 42,3%; Deutschland: 44,4%) lassen im Agenturbezirk Gelsenkirchen noch Spielraum für eine Steigerung der Erwerbsbeteiligung. Aber auch die Potenziale von Menschen mit Migrationshintergrund und Menschen mit Behinderung können für den Arbeitsmarkt noch besser erschlossen werden. Durch den demografischen Wandel schrumpft das Arbeitskräftepotenzial aber nicht nur, das Arbeitskräfteangebot altert auch und damit auch die Belegschaften in den Unternehmen. Auch auf diese Entwicklung muss die Arbeitswelt reagieren.

Ein wichtiges Handlungsfeld ist auch die Zielgruppe der Jugendlichen. Eine bessere Förderung von Migrantenfamilien in einem integrierten Ansatz, der auch die Eltern einbindet, könnte die Schulfähigkeit der Kinder weiter stärken und dazu beitragen, dass weniger Jugendliche die Schule ohne Abschluss verlassen. Eine vertiefte berufliche Orientierung - zum Beispiel durch eine Kooperation mit den Schulen - kann helfen, die Berufswahl der Jugendlichen auf eine fundierte Basis zu stellen und dazu beitragen, Ausbildungsabbrüche zu vermindern.

(Quelle: Agentur für Arbeit Gelsenkirchen, 06.12.2011)

T5 Jobmessen