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Der Arbeitsmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Duisburg

„Auch wenn wir im Dezember wieder geringfügig mehr als 30.000 Arbeitslose in Duisburg zu verzeichnen haben, so zeigte sich der Arbeitsmarkt in Duisburg weiterhin sehr robust“, so Angela Schoofs, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Duisburg zur aktuellen Entwicklung am Duisburger Arbeitsmarkt. Mit 30.029 arbeitslos gemeldeten Duisburgerinnen und Duisburgern waren im Dezember 73 oder 0,2 Prozent mehr Personen als im November arbeitslos gemeldet. Das sind aktuell jedoch 931 Personen oder 3,0 Prozent weniger als im Vorjahresmonat arbeitslos gemeldete Menschen.

Die Arbeitslosenquote liegt unverändert bei 12,4 Prozent. Im Dezember des Vorjahres lag die Quote bei 12,7 Prozent.

Betrachtet man die Entwicklung getrennt nach den Rechtskreisen, so ist die Arbeitslosenquote im Dezember im Versicherungsbereich (SGB III) unverändert bei 2,2 Prozent. Im Vorjahresmonat lag sie bei 2,4 Prozent und damit um 0,2 Prozentpunkte höher als im Dezember 2011.

In der Grundsicherung (SGB II) stieg die Arbeitslosenquote hingegen in diesem Dezember um 0,1 Prozentpunkte auf jetzt 10,2 Prozent. Damit ist sie um 0,2 Prozentpunkte niedriger als im Dezember 2010 mit 10,4 Prozent.

„Der geringfügige Anstieg der Arbeitslosigkeit in diesem Dezember ist durchaus saisontypisch. Wir verzeichneten verstärkte Zugänge aus Erwerbstätigkeit in beiden Rechtskreisen. Betroffen hiervon sind überwiegend die Männer, arbeiten sie doch häufiger in witterungsabhängigen Branchen. Hinzu kommt das Ende mehrerer Bildungsmaßnahmen“, erläuterte Schoofs.

Wie schon in den Vormonaten, so wird auch im Dezember die günstige Entwicklung gegenüber dem Vorjahr unterzeichnet, weil der statistische Entlastungseffekt durch den Einsatz arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen geringer ausgefallen ist als noch vor einem Jahr. Die Zahl der Personen, die in Qualifizierungen, Aktivierungsseminaren und Arbeitsgelegenheiten beschäftigt wa-ren, und deshalb nicht als Arbeitslose gezählt werden (Unterbeschäftigung im engeren Sinne), lag im Dezember 2011 um 3.205 oder 7,8 Prozent niedriger als vor einem Jahr. Der Rückgang der Unterbeschäftigung im engeren Sinne ist damit deutlicher ausgefallen als der in der Arbeitslosenstatistik ausgewiesene Rückgang der Arbeitslosigkeit, die sich gegenüber Dezember 2010 um 931 oder 3,0 Prozent verringert hat.

Im Dezember waren 5.327 Duisburgerinnen und Duisburger im Versicherungsbereich arbeitslos gemeldet. Absolut sind das 60 oder 1,1 Prozent weniger als im November. Die aktuellen Werte liegen damit im Bereich des Arbeitslosengeld I-Bezuges auch weiterhin, wie schon in den Vormonaten, unter den Werten des Vorjahresmonats. Diesmal um 493 oder 8,5 Prozent. In der Grundsicherung stieg die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen im Dezember auf jetzt 24.702 Menschen (+ 133 Personen oder + 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat). Die Arbeitslosigkeit in der Grundsicherung lag damit um 438 Personen oder 1,7 Prozent unter den Dezember-Werten des Vorjahres.

Die Zahl der Zugänge in Arbeitslosigkeit hat im Dezember abgenommen. Lag sie im November noch bei 5.728, so ist sie im Dezember auf jetzt 5.686 gesunken (- 42 oder - 0,7 Prozent). Im Dezember des Vorjahres verzeichneten wir 5.728 Zugänge in Arbeitslosigkeit, d.h im Vorjahresmonat waren die Zugänge um 42 oder 0,7 Prozent höher.

Von den 5.686 neu gemeldeten Arbeitslosen kamen 1.799 aus einer vorhergehenden Erwerbstätigkeit. Gegenüber dem Vormonat, wo dieser Wert noch bei 1.718 Personen lag, bedeutet dies eine Steigerung um 81 oder 4,7 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Zahl der Zugänge aus vorheriger Erwerbstätigkeit ebenfalls angestiegen (1.772 im Dezember 2010, was einen Anstieg um 27 Personen oder 1,5 Prozent bedeutet).

Die Rückkehr in die Erwerbstätigkeit ist im Dezember weniger Menschen als im Vormonat gelungen. Mit 1.366 Personen gelang dies 259 oder 15,9 Prozent weniger Personen als im November 2011. Gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnen wir jedoch eine Steigerung um 204 Personen (+ 17,6 Prozent). Im November 2010 lag dieser Wert noch bei 1.162.

Die Abgänge aus Arbeitslosigkeit insgesamt betrugen im Dezember 5.629 Personen. Das waren 331 weniger als im November 2011 und 26 weniger als im Dezember 2010.

Die Zahl der Kurzarbeiter für den Monat Mai 2011 lag bei 693 Personen in 56 Betrieben. Für den Monat Juli 2011 zeigt sich im Moment in der Hochrechnung folgende Situation: 37 Betriebe mit 286 betroffenen Personen.

„Die Entwicklung am Stellenmarkt in diesem Dezember spiegelt die ungebrochene Dynamik des Arbeitsmarktes wider. Der Stellenzugang ist entgegen den üblichen saisonalen Entwicklungen gegenüber dem November wieder an-gestiegen. Demgegenüber hat sich der Stellenbestand leicht verringert“, so Schoofs. Mit 995 neuen ungeförderten Stellen stieg der Stellenzugang gegenüber dem November jetzt wieder auf das Niveau vom Oktober 2011 (992) an (+ 38 oder + 4,0 Prozent gegenüber dem November 2011) und lag damit deutlich über den Zugangszahlen vom Dezember 2010 mit 885 neu gemeldeten Stellen (+ 110 oder + 12,4 Prozent).

Der Bestand an Stellenangeboten ist hingegen im Dezember gegenüber dem Vormonat geringfügig um 217 oder 7,3 Prozent auf nun 2.751 Stellenangebote gesunken. Im Vorjahresmonat waren 2.577 Stellenangebote im Bestand (174 oder 6,8 Prozent weniger als in diesem Dezember).

„Die Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit zeigt sich im Dezember zweigeteilt. Während sich im Versicherungsbereich die Zahlen weiter verringern (-12), steigen sie in der Grundsicherung leicht an (+28). In der Summe verzeichnen wir so einen leichten Anstieg der Gesamtzahl. Als Ursache hierfür ist das Aus-laufen von Maßnahmen zu sehen“, erläutert Schoofs.

Die Jugendarbeitslosigkeit stieg so im Dezember auf 2.519 Personen. Im Vormonat lag dieser Wert noch bei 2.503 (+ 16 oder + 0,6 Prozent). Im Dezember 2010 waren dagegen noch 2.669 junge Menschen arbeitslos gemeldet (- 150 oder – 5,6 Prozent).

Die Zahl der über 50 Jahre alten arbeitslosen Personen ist im Dezember im Vergleich zum November 2011 auf jetzt 8.043 gesunken (- 46 oder - 0,6 Prozent). Gegenüber dem Vorjahresmonat bedeutet dies aber eine Steigerung um 669 oder 9,1 Prozent.

Die darin enthaltene Zahl der arbeitslosen Personen über 55 Jahre ist eben-falls im Dezember im Vergleich zum November 2011 auf jetzt 4.392 gesunken (- 69 oder – 1,5 Prozent). Auch hier verzeichnen wir gegenüber dem Vorjahresmonat (3.872) höhere Werte (+ 520 oder + 13,4 Prozent). Im Berichtsmonat waren 8.248 Ausländerinnen und Ausländer von Arbeitslosigkeit betroffen. Dies sind 71 oder 0,9 Prozent weniger als im Vormonat und 207 oder 2,4 Prozent weniger als im Dezember des Vorjahres.

Die Langzeitarbeitslosigkeit ist im Dezember im Vormonatsvergleich auf jetzt 13.655 Personen gesunken (- 221 oder – 1,6 Prozent gegenüber dem Vormonat). Im Dezember 2010 waren 13.648 Menschen von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen (+ 7 oder + 0,1 Prozent).

„Der übliche deutliche saisonale Anstieg der Arbeitslosigkeit im Dezember ist in diesem Jahr weitgehend ausgeblieben“, so Schoofs. „Der Arbeitsmarkt profitiert von milden Temperaturen und weiterhin robuster Konjunktur.“

Beim Rückblick auf die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Jahr 2011 lassen sich zwei Schwerpunktthemen ausmachen, die von besonderer Bedeutung für das Arbeitsmarktgeschehen waren. Das eine Thema ist die Überwindung der Wirtschaftskrise der Vorjahre mit ei-ner stark angewachsenen Arbeitskräftenachfrage. Der durchschnittliche Stellenbestand im Jahr 2011 hat sich gegenüber dem Vorjahr um 27,6 Prozent gesteigert. Gegenüber 2009 sogar um 46,9 Prozent. Diese Dynamik spiegelt sich auch in der durchschnittlichen Zahl der in jedem Monat neu gemeldeten Arbeitsstellen wider. Sie stieg gegenüber 2010 um 14,4 Prozent und gegen-über 2009 sogar um 52,5 Prozent.

Die latent in 2011 immer mitschwingende Finanzkrise zeigte bezogen auf den Arbeitsmarkt keine signifikante Wirkung.

Das zweite Thema ist die Neuorientierung im Einsatz der arbeitsmarktpolitischen Instrumente. Hiervon ist insbesondere der Bereich der Grundsicherung mit einer deutlichen Reduzierung der Arbeitsgelegenheiten als auffälligster Auswirkung betroffen. Das „Umsteuern“ zu marktnahen Qualifikationskursen hat zunächst zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit am Jahresanfang geführt. Aufgrund der hohen Arbeitskräftenachfrage konnte Arbeitslosigkeit dennoch in beiden Rechtskreisen abgebaut werden.

Dies zeigt sich vor allem, wenn man auf die Unterbeschäftigung schaut. Sie betrachtet neben den Arbeitslosenzahlen auch diejenigen, die sich im jeweiligen Monat u.a. in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen wie Arbeitsgelegenheiten oder Qualifizierungsmaßnahmen befinden und dadurch nicht als arbeitslos, sondern in der Rubrik Unterbeschäftigung aufgeführt werden. Im Schnitt waren über 3.000 Personen weniger als im Vorjahr in Maßnahmen. Dennoch hatten wir den stärksten Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar 2011 mit „nur“ 1127 Personen. Wenn man davon ausgeht, dass die Unterbeschäftigung im engeren Sinne die Betroffenheit von „Arbeitslosigkeit“ widergibt, so zeigte sich, dass sich die Unterbeschäftigung von 41.061 im Dezember 2010 auf 37.856 im Dezember 2011reduzierte. Das bedeutet, dass in diesem Dezember 3.205 Personen weniger als noch vor einem Jahr in arbeitspolitischen Maßnahmen sind.

(Quelle: Agentur für Arbeit Duisburg, 03.01.2012)

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