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Der Arbeitsmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Duisburg

„Die übliche Herbstbelebung nach den Ferienzeit hat im September für einen deutlichen Rückgang der Arbeitslosenzahlen gesorgt “, so Hans-Georg Grein, Pressesprecher der Agentur für Arbeit Duisburg zur aktuellen Situation am Duisburger Arbeitsmarkt. Mit 30.310 arbeitslos gemeldeten Duisburgerinnen und Duisburgern waren im September 1.342 oder 4,2 Prozent weniger Personen als im Vormonat arbeitslos gemeldet. Im September waren damit 1.195 Personen oder 3,8 Prozent weniger Menschen arbeitslos als im Vorjahresmonat.

Die Arbeitslosenquote sank dadurch im September um 0,6 Prozentpunkte auf 12,5 Prozent. Im September des Vorjahres lag die Quote bei 13,0 Prozent.

Betrachtet man die Entwicklung getrennt nach den Rechtskreisen, so ist die Arbeitslosenquote im September im Versicherungsbereich (SGB III) gesunken. Sie sank um 0,2 Prozentpunkte auf jetzt 2,2 Prozent. Im Vorjahresmonat lag sie noch bei 2,4 Prozent und damit um 0,2 Prozentpunkte höher als in diesem September.

In der Grundsicherung (SGB II) sank die Arbeitslosenquote im September ebenfalls deutlich um 0,4 Prozentpunkte auf 10,3 Prozent. Sie liegt damit um 0,2 Prozentpunkte niedriger als im Vorjahresmonat, wo sie bei 10,5 Prozent lag.

„Von den Unsicherheiten an den Finanzmärkten ist auf dem Duisburger Arbeitsmarkt nichts zu bemerken. So verzeichneten wir im September vor allem bei den jüngeren Arbeitslosen den deutlichsten Rückgang der Arbeitslosigkeit. Profitiert haben aber alle Altersgruppen, wenn man den Vormonat als Vergleich betrachtet. Zieht man den Vorjahresmonat als Vergleich heran, so weisen allein die älteren Arbeitslosen über 50 Jahre schlechtere Zahlen als im September 2010 aus“, erläuterte Grein.

Wie schon in den Vormonaten, so wird auch im September die günstige Entwicklung gegenüber dem Vorjahr unterzeichnet, weil der statistische Entlastungseffekt durch den Einsatz arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen geringer ausgefallen ist als noch vor einem Jahr. Die Zahl der Personen, die in Qualifizierungen, Aktivierungsseminaren und Arbeitsgelegenheiten beschäftigt waren, und deshalb nicht als Arbeitslose gezählt werden (Unterbeschäftigung im engeren Sinne), lag im September 2011 um 3.566 oder 8,5 Prozent niedriger als vor einem Jahr..

Der Rückgang der Unterbeschäftigung im engeren Sinne ist damit weitaus deutlicher ausgefallen als der in der Arbeitslosenstatistik ausgewiesene Rückgang der Arbeitslosigkeit, die sich gegenüber 2010 um 1.195 oder 3,8 Prozent verringert hat.

Im September waren 5.422 Duisburgerinnen und Duisburger im Versicherungsbereich arbeitslos gemeldet. Absolut sind das 300 oder 5,2 Prozent weniger als noch im August. Damit liegen die aktuellen Werte im Bereich des Arbeitslosengeld I-Bezuges weiterhin unter den Werten des Vorjahresmonats. Diesmal um 489 oder 8,3 Prozent.

In der Grundsicherung sank die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen im September deutlich auf jetzt 24.888 Menschen (- 1.042 Personen oder - 4,0 Prozent weniger als im Vormonat). Die Arbeitslosigkeit in der Grundsicherung lag damit um 706 Personen oder 2,8 Prozent unter den September-Zahlen des Vorjahres.

Bei den Zugängen in Arbeitslosigkeit hatten wir im September einen deutlichen Rückgang gegenüber dem Vormonat. Lagen sie im August noch bei 6.327, so sind sie im September auf jetzt 5.741 gesunken (- 586 oder - 9,3 Prozent). Im September des Vorjahres verzeichneten wir 6.113 Zugänge in Arbeitslosigkeit (- 372 oder - 6,1 Prozent gegenüber September 2010).

Von den 5.741 neu gemeldeten Arbeitslosen kamen 1.582 aus einer vorhergehenden Erwerbstätigkeit. Gegenüber dem Vormonat, wo dieser Wert noch bei 1.774 Personen lag, bedeutet dies einen Rückgang um 192 oder 10,8 Prozent.

Auch im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Zahl der Zugänge aus vorheriger Erwerbstätigkeit rückläufig (1.672 im September 2010, was einen Rückgang um 90 oder 5,4 Prozent bedeutet).

Die Rückkehr in die Erwerbstätigkeit ist im September 1.665 Personen gelungen (- 82 oder - 4,7 Prozent gegenüber dem August 2011). Im Vorjahresmonat, im September 2010, lag dieser Wert bei 1.932. Damit ist in diesem September 267 Personen weniger als im Vorjahresmonat der Weg zurück in den Arbeitsprozess gelungen (- 13,8 Prozent). „Hier spüren wir das späte Ende der Sommerferien, die weit in den Statistikzeitraum hineingereicht haben“, so Grein.

Die Abgänge aus Arbeitslosigkeit insgesamt betrugen im September 7.092 Personen. Das waren 663 mehr als im August 2011 und 334 mehr als im September 2010.

Die Kurzarbeitszahlen lagen für den Monat Februar 2011 bei 883 Personen in 86 Betrieben. Für den Monat April 2011 zeigt sich im Moment in der Hochrechnung folgende Situation: 60 Betriebe mit 659 betroffenen Personen.

„Mit dem Ende der Ferienzeit sind Stellenbestand und –zugang saisonüblich gestiegen. Wie erfreulich die Stellensituation gegenwärtig ist, zeigt der Zugang an offenen Stellen, der den besten Wert in einem September seit 2006 und beim Stellenbestand seit 2007 ausweist“, so Grein.

Mit 1.219 neuen ungeförderten Stellen lag der Stellenzugang leicht über den Zugangszahlen des August 2011 mit 1.165 neu gemeldeten Stellen (+ 54 oder + 4,6 Prozent) und ebenfalls deutlich über dem vom September 2010 mit 1.015 neu gemeldeten Stellen (+ 204 oder + 20,1 Prozent).

Der Bestand an Stellenangeboten ist im September gegenüber dem August um 145 oder 4,7 Prozent auf nun 3.205 Stellenangebote gestiegen. Im Vorjahresmonat waren 2.482 Stellenangebote im Bestand (723 oder 29,1 Prozent weniger als in diesem September).

„Ausbildungs- und Studienbeginn sowie Arbeitsaufnahmen haben zu einer deutlichen Verringerung der Jugendarbeitslosigkeit beigetragen. Viele derjenigen, die nach der Ausbildung nicht direkt übernommen worden sind, konnten zwischenzeitlich in einen Arbeitsplatz vermittelt werden“, beschreibt Grein die Entwicklung.

Die Jugendarbeitslosigkeit sank so im September auf 2.678 Personen. Im Vormonat lag dieser Wert noch bei 3.253 (- 575 oder - 17,7 Prozent). Im September 2010 waren zu Vergleich noch 3.142 junge Menschen arbeitslos gemeldet (- 464 oder – 14,8 Prozent gegenüber dem September 2010).

Die Zahl der über 50 Jahre alten arbeitslosen Personen ist im September ebenfalls gesunken, auf jetzt 8.004 (- 143 oder - 1,8 Prozent). Gegenüber dem Vorjahresmonat haben wir aber immer noch eine Steigerung um 825 oder 11,5 Prozent.

Die darin enthaltene Zahl der arbeitslosen Personen über 55 Jahre ist ebenfalls auf jetzt 4.331 gesunken (- 64 oder - 1,5 Prozent). Auch hier haben wir gegenüber dem Vorjahreszeitraum höhere Werte (+571 oder + 15,2 Prozent).

Im Berichtsmonat waren 8.250 Ausländerinnen und Ausländer von Arbeitslosigkeit betroffen, dies sind 266 oder 3,1 Prozent weniger als im Vormonat und 356 oder 4,1 Prozent weniger als im September des Vorjahres.

„Die gute Entwicklung des Arbeitsmarkts im September darf nicht davon ablenken, dass die Arbeitgeber nicht aus der Verantwortung gelassen werden dürfen, jetzt auch die vermeintlich schwächeren Bewerberinnen und Bewerber bei der Arbeits- oder Ausbildungsplatzbesetzung zu berücksichtigen“ , so Grein. „Noch mehr Arbeitgeber müssen erkennen, dass auch sie ihren Beitrag zu Qualifizierung und Ausbildung der vermeintlich Schwächeren zu leisten haben. Dann wird es uns gelingen, die Konsequenzen der Demographie, die Deckung des Fachkräftebedarfs, zu meistern.

Die Arbeitsagentur und das das jobcenter werden ihren Part – die Qualifizierung der Arbeitslosen – mit aller Konsequenz und in Absprache mit den Arbeitgebern erbringen.

Wenn in dieser Situation ein zweiter Arbeitsmarkt gefordert wird, muss man sich dessen bewusst sein, dass man eine ganze Reihe von Arbeitslosen als untauglich für den ersten Arbeitsmarkt abstempelt und sie so ihrer Chancen beraubt. Wir müssen uns immer im Klaren sein, das jede Bewerberin und jeder Bewerber Potentiale besitzt, die es zu erkennen und zu entwickeln gilt.“

(Quelle: Agentur für Arbeit Duisburg, 29.09.2011)

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