Gebärdensprachdolmetscherin übersetzt bei der Einarbeitung im Büro
Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in Dortmund beschäftigt mit Christine Woltemate seit Oktober eine gehörlose Mitarbeiterin. Die Agentur für Arbeit Dortmund unterstützt die Einstellung von Menschen mit Handicap durch maßgeschneiderte Hilfen wie in diesem Fall durch eine Gebärdensprachdolmetscherin.
Wenn Christine Woltemate morgens zur Arbeit in die BAuA in Dortmund kommt, ist sie nicht allein. Eine Gebärdensprachdolmetscherin begleitet sie in den ersten zwei Monaten der Einarbeitung. Denn die 26-Jährige ist seit ihrer Geburt gehörlos.
Für ihre Tätigkeit als gelernte Bürokauffrau ist dies jedoch nicht hinderlich. Im Einzelgespräch kann sie in der Regel gut von den Lippen ablesen, auch teilt sie sich mit über E-Mails oder kleine Zettelchen. Ansonsten kommuniziert sie über Stephanie Prothmann, ihre Gebärdensprachdolmetscherin. Sie übersetzt Arbeitsaufträge, Rückfragen, Telefonate oder auch simultan während Teambesprechungen.
Das funktioniert reibungslos, wie Uwe Stirba, Woltemates Sachgebietsleiter, bestätigt: „Ich bin positiv überrascht, welche Dynamik im Team entstanden ist, seit Frau Woltemate mit ihrer Sprache bei uns tätig ist.“ Seine Gruppe will im nächsten Jahr sogar eine Fortbildung in Gebärdensprache besuchen.
Arbeitsagenturchef Stefan Kulozik betont: „Auch mit Handicap ist eine Berufstätigkeit in den meisten Fällen sehr gut möglich. Der Fokus der Unternehmen sollte dabei stärker auf den Kenntnissen und Fähigkeiten dieser Bewerber liegen und weniger auf den vermeintlichen Schwächen. Wo es gezielte Unterstützung braucht, zum Beispiel durch Umbauten oder Hilfen am Arbeitsplatz, können wir Arbeitgeber beraten und praktisch unterstützen. Vieles lässt sich relativ einfach erreichbar machen, so dass behinderte und nichtbehinderte Menschen zusammen arbeiten können.“
Die Eingliederung von Menschen mit Behinderung kann die Agentur für Arbeit mit Zuschüssen und Arbeitshilfen wie speziellen Bürostühlen oder Schreibtischen sowie technischen Hilfen wie zum Beispiel besondere Einrichtungen für seh- oder hörbehinderte Mitarbeiter unterstützen (z. B. Telefondolmetschdienste). 2011 konnten so rund 140 Personen eine Arbeit aufnehmen. Dafür wurden rund 700.000 Euro eingesetzt.
Woche der Menschen mit Behinderung
Die Bundesagentur für Arbeit (BA) startet am 5. Dezember eine bundesweite Aktionswoche für Menschen mit Behinderung. Die BA möchte darauf aufmerksam machen, dass Menschen mit Behinderung einen wertvollen gesellschaftlichen Beitrag auch auf dem Arbeitsmarkt leisten können. Im Agenturbezirk Dortmund werden in dieser Woche knapp 40 Mitarbeiter aus dem Arbeitgeber-Service gemeinsam mit den Reha-Experten des Hauses rund 200 Unternehmen besuchen und Möglichkeiten zur Unterstützung vorstellen.
(Quelle: Arbeitsagentur Dortmund, 02.12.2011)


