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Ausbildung sichert Fachkräfte von morgen – Arbeitgeber suchen Nachwuchs auf vielfältigen Wegen

Der Aufschwung brachte auch den Ausbildungsmarkt in Bewegung und sorgte dafür, dass sich die Schere zwischen jugendlichen Bewerbern und offenen Ausbildungsstellen weiter schließt, so die heutige Bilanz von Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer und Agentur für Arbeit. Dennoch wird die künftige Fachkräftesicherung zur Herausforderung.

Von dem stabilen Hoch auf dem Arbeitsmarkt profitierte auch der Ausbildungsmarkt in Dortmund, Lünen, Selm und Schwerte. Von Oktober 2010 bis September 2011entwickelte er sich positiv, auch wenn es insbesondere bei der Integration von schwächeren Bewerbern weiterhin Handlungsbedarf gibt. Darin waren sich Claus-Dieter Weibert, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund, Angelika Weies, Geschäftsführerin der Handwerkskammer (HWK) Dortmund, und Stefan Kulozik, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Dortmund, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz einig.

Industrie- und Handelskammer

„Die Trendwende des vergangenen Jahres auf dem Ausbildungsmarkt ist in ein kräftiges Wachstum bei den Ausbildungsstellen in 2011 übergegangen. Dieser positive Trend wird sich fortsetzen.“, fasste Claus-Dieter Weibert, stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer, die Ausbildungssituation in Industrie, Handel und Dienstleistungen zusammen. Im Bereich der Arbeitsagentur Dortmund hat die IHK von Januar bis September 2011 insgesamt 3.338 Ausbildungsverträge registriert; dies sind 10,5 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Getragen wird dieser Anstieg durch die gute Konjunktur und durch den sich in der Region abzeichnenden Fachkräftemangel. Deutlich zeige sich dies in der Tatsache, dass die Neuabschlüsse in gewerblich-technischen Berufen im IHK-Bezirk um 22,3 Prozent besonders stark zugelegt hätten; die kaufmännischen Berufe wuchsen um 3,4 Prozent.

„Auch wenn die Konjunkturerwartungen für 2012 aufgrund der Unsicherheiten an den Finanzmärkten insgesamt etwas zurückhaltender beurteilt werden: Dem regionalen Ausbildungsmarkt wird dies keinen Abbruch tun“, zeigte sich Weibert sicher. Der demografische Wandel mit dem in Teilbereichen zunehmenden Fachkräftemangel veranlasse viele Unternehmen, jetzt verstärkt in die eigene Nachwuchsgewinnung zu investieren. Sie gehen mit Unterstützung der IHK verstärkt direkt auf potenzielle Bewerber zu, um sie für eine Ausbildung zu interessieren. Dazu gehören vermehrte Schulkontakte und -partnerschaften sowie ein breites Angebot an Praktika, aber beispielsweise auch Veranstaltungen wie die Dortmunder Nacht der Ausbildung. Sie werde im nächsten Jahr am 1. Juni stattfinden. Der sogenannte doppelte Abiturjahrgang 2013 biete besondere Chancen für die Nachwuchssicherung der regionalen Wirtschaft.

Künftig werde es darauf ankommen, Jugendliche in die Berufsausbildung zu integrieren, die dort bislang unterrepräsentiert sind. Die IHK unterstütze, so Weibert, nachhaltig die Bemühungen, Jugendliche mit Migrationshintergrund stärker für die duale Berufsausbildung zu gewinnen. Die Zahl derjenigen Jugendlichen, die unmittelbar von der Sekundarstufe I in eine duale Berufsausbildung wechseln, müsse deutlich erhöht werden. „Wir begrüßen deshalb die mit dem Ausbildungskonsens NRW abgestimmte Absicht der Landesregierung, eine grundlegende Neustrukturierung des Übergangssystems vorzunehmen und dabei eine flächendeckende systematische Berufsorientierung sicherzustellen“, so der IHK-Bildungsexperte.

Handwerkskammer Dortmund

Das Handwerk hat mit 1045 betrieblichen Ausbildungsverhältnissen nicht nur den Spitzenwert mit einer Zunahme von 10,22 Prozent Ausbildungsverträgen im vergangenen Jahr aufrecht erhalten – sondern sogar um knapp 1 Prozent erneut steigern können. Besondere Zuwächse verzeichneten insbesondere die kraftfahrzeugtechnischen Berufe, die Elektroniker und auch die Gesundheitshandwerke – „Zahntechniker“, „Orthopädiemechaniker und Bandagisten“.

Die Betriebe sorgen mit dieser hohen Ausbildungsleistung wiederum dafür, dass ihnen die erforderlichen Fachkräfte in der Zukunft zur Verfügung stehen. Nicht allen Betrieben ist es jedoch gelungen, Jugendliche für eine Ausbildung zu gewinnen, die unmittelbar über die erforderlichen Fähigkeiten für eine Ausbildung verfügen. Hier konnte in vielen Fällen auch schwächeren Bewerbern über eine Einstiegsqualifizierung der Weg in eine Berufsausbildung geebnet werden.

Neben der Integration schwächerer Schulabgänger bemüht sich das Handwerk derzeit verstärkt darum, Schulabgängern mit Abitur die Karrierechancen, die das Handwerk bietet, bekannt zu machen. Bei einer Entscheidung für eine handwerklich ausgerichtete Karriere werden Abiturient und Betrieb passgenau zusammengeführt.

„Ich zitiere in diesem Zusammenhang den Präsidenten der Handwerkskammer Dortmund und gleichzeitigen Präsidenten des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Herrn Otto Kentzler, mit der Aussage: „Unser Ehrgeiz ist es, alle Bewerber, die ausbildungsfähig sind, individuell mit dem passenden Betrieb zusammenzuführen!“, so HWK-Geschäftsführerin Angelika Weies.

Unterstützung bei allen Fragen rund um das Thema Ausbildung im Handwerk erhalten Jugendliche und Handwerksunternehmer, aber auch Vertreter von allgemein bildenden Schulen und Berufsschulen beim Team der HWK-Ausbildungsberater, Tel.: 0231 5493 333, E-Mail: ausbildungsberatung@hwk-do.de. Informationen rund um alle handwerklichen Ausbildungsberufe gibt es unter www.willkommenbeidenprofis.de.

Agentur für Arbeit Dortmund

Einen Zuwachs an gemeldeten Ausbildungsstellen bei einem leichten Rückgang von Bewerbern verzeichnete die Agentur für Arbeit Dortmund im Berichtsjahr. Vom 1. Oktober 2010 bis 30. September 2011 meldeten sich insgesamt 5.698 Bewerber für einen Ausbildungsplatz. Dies sind 204 Personen oder 3,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig wurden dem Arbeitgeber-Service von den Unternehmen in Dortmund, Lünen, Selm und Schwerte 4.563 Ausbildungsstellen gemeldet. Das ist ein Plus von 301 Stellen oder 7,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ende September gab es noch 48 unbesetzte Ausbildungsstellen. 249 Bewerber hatten Ende September noch keinen Ausbildungsplatz oder eine Alternative. Im Rahmen der Nachvermittlungsaktion am 20. Oktober konnten jedoch noch zahlreiche Jugendliche mit einem Ausbildungsplatz oder einer Einstiegsqualifizierung versorgt werden. Aktuell sind der Arbeitsagentur noch rund 140 unversorgte Jugendliche gemeldet (Dortmund: 108, Lünen: 34, Schwerte 4). Gleichzeitig stehen aktuell 80 Ausbildungsstellen zur Verfügung, die zum Teil noch nachträglich gemeldet wurden.

„Die Situation auf dem lokalen Arbeitsmarkt verbessert sich in kleinen Schritten. Kamen noch vor wenigen Jahren zwei Bewerber auf eine Lehrstelle, ist das Verhältnis nun zwar noch nicht ausgeglichen, aber deutlich besser. Das ist für Dortmund eine gute Nachricht. Dennoch darf man nicht über weiter bestehende Probleme hinwegsehen“, betonte Stefan Kulozik, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Dortmund. „Das Wissen um den kommenden Engpass auf dem Fachkräftemarkt ist vielen Arbeitgebern bewusst. Entsprechend früh beginnen sie mit der Suche nach Auszubildenden. Leider wird dabei noch zu häufig auf allzu perfekte Voraussetzungen geschaut, sodass Bewerber, die noch Zeit für ihre Entwicklung benötigen, nicht zum Zuge kommen. Hier wollen wir im nächsten Jahr über unseren Arbeitgeber-Service noch stärker für Kandidaten werben, deren Entwicklungspotenzial erst auf einen zweiten, genaueren Blick erkennbar ist.“

Mit Blick auf den Doppeljahrgang 2013 sagte Kulozik weiter: „Die Schulabgänger 2012 sollten im Hinterkopf haben, dass ein Jahr später die doppelte Zahl Abiturienten die Schule beendet. Wer eine Ausbildung machen möchte, sollte sich daher sofort bei der Berufsberatung melden. Die Chancen stehen gut, eine Stelle im Wunschberuf zu finden, denn uns sind schon jetzt rund 2.500 Ausbildungsstellen für 2012 gemeldet. Eine weniger gute Wahl wäre es, sich jetzt nicht zu kümmern, sondern im nächsten Jahr weiter zur Schule zu gehen, um einen höheren Abschluss zu machen. Das macht nur Sinn, wenn sich der Notendurchschnitt wirklich verbessert. Außerdem trägt man das Risiko, in den doppelten Jahrgang hineinzurutschen, wenn es mit der Schule nicht klappt. Ich kann nur raten, sich jetzt einen Ruck zu geben, sich aktiv zu bewerben und freiwillige Praktika zu machen. Jugendliche haben zunehmend gute Aussichten, eine Ausbildungsstelle zu finden – sie müssen das aber auch wollen und den Arbeitgebern ihr Engagement zeigen.“

Termine bei der Berufsberatung erhalten Jugendliche unter 01801 555 111 (Festnetzpreis 3,9 ct/min; Mobilfunkpreise höchstens 42 ct/min.) oder online unter www.arbeitsagentur.de unter dem Link „Weitere Online-Dienste nutzen“ und dann „Kontakt zur Berufsberatung“.

Aktuelle Angebote für Jugendliche, die 2012 einen Ausbildungsplatz suchen:

  • 09.11.2011 Casting für das Azubi-Chef-Dating „IT-Berufe“: Anmeldung unter 0231/842-2020 oder -2072
  • 16.11.2011 Unter dem Motto „Nur nicht hängen lassen“ können sich interessierte Jugendliche von 9.00 bis 16.00 Uhr über alle offenen Ausbildungsstellen für 2012 informieren und passende Angebote gleich mitnehmen. Ort: Foyer und BiZ der Agentur für Arbeit Dortmund, Steinstraße 39, 44147 Dortmund.
  • 13.12.2011 Ausbildung backstage: Hotelfachmann/frau im Hotel Steigenberger: Anmeldung bei Fr. Raasch unter 0231/842-1222 oder Antje.Raasch@arbeitsagentur.de
  • 22.02.2012 Zeig Flagge – Azubis mit Vielfalt Ausbildungsbörse für Jugendliche mit Migrationshintergrund

Agentur für Arbeit: Der Ausbildungsmarkt im Agenturbezirk Dortmund 2010/2011

Stadt Dortmund:

In Dortmund meldeten sich im Berufsberatungsjahr insgesamt 4.505 Bewerber, 196 oder 4,2 Prozent weniger als im Vorjahr.

Unter den Bewerbern waren 2.491 Männer (55,3 Prozent) und 2.014 Frauen (44,7 Prozent). 36 Bewerber (0,8 Prozent) hatten keinen Hauptschulabschluss, 904 (20,1 Prozent) einen Hauptschulabschluss, 1.848 (41,0 Prozent) einen Realschulabschluss, 1.039 (23,1 Prozent) Fachhochschulreife und 565 (12,5 Prozent) Abitur.

Es wurden 3.766 Ausbildungsstellen gemeldet. Dies ist ein Plus von 268 Stellen oder 7,7 Prozent. Unbesetzt waren zum 30.09. noch 12 Stellen, auch hier ein deutlicher Rückgang um 22 oder 65 Prozent.

Lünen und Selm:

Insgesamt 925 Bewerber aus Lünen und Selm meldeten sich bei der Berufsberatung. Dies ist ein Zuwachs von 32 Personen oder 3,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 33 Bewerber hatten noch keinen Ausbildungsplatz gefunden, 5 mehr als zum Ende des letzten Ausbildungsjahres.

Unter den Bewerbern waren 504 Männer (54,5 Prozent) und 421 Frauen (45,5 Prozent). 15 Bewerber (1,6 Prozent) verfügten über keinen Schulabschluss, 225 (24,3 Prozent) über einen Hauptschulabschluss, 371 (40,1 Prozent) über einen Realschulabschluss, 154 (16,6 Prozent) über Fachhochschulreife und 108 (11,7 Prozent) über Abitur.

Die Arbeitgeber meldeten vom 1. Oktober 2010 bis 30. September 2011 insgesamt 514 Ausbildungsstellen – ein leichter Rückgang von 14 Stellen oder 2,7 Prozent. Unbesetzt waren Ende September noch 13 Stellen, 7 weniger als letztes Jahr.

Schwerte:

In Schwerte nahmen 268 Bewerber das Vermittlungsangebot der Berufsberatung in Anspruch, 40 Personen oder 13,0 Prozent weniger als im Vorjahr. Davon waren 5 zum Ende des Berichtsjahres noch unversorgt, 8 weniger als letztes Jahr.

Die Bewerber teilten sich auf in 138 Männer (51,5 Prozent) und 130 Frauen (48,5 Prozent). Davon hatten 3 (1,1 Prozent) keinen Schulabschluss, 44 (16,4 Prozent) einen Hauptschulabschluss, 84 (22,5 Prozent) einen Realschulabschluss, 72 (26,9 Prozent) Fachhochschulreife und 60 (22,4 Prozent) Abitur. Unternehmen und Verwaltungen meldeten 283 Ausbildungsstellen. Das ist ein Zuwachs von 47 Stellen oder 19,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Unbesetzt waren zum 30.09. noch 23 Stellen, 12 mehr als im Vorjahr.

TOP 10 der Berufe

Wunschberufe der Bewerber:

  • Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel (618)
  • Bürokaufmann/Bürokauffrau (418)
  • Medizinische/r Fachangestellte/r (378)
  • Verkäufer/in (333)
  • Kraftfahrzeugmechatroniker/in (217)
  • Industriemechaniker/in (160)
  • Friseur/in (156)
  • Industriekaufmann/frau (141)
  • Fachlagerist/in (131)
  • Maler/in und Lackierer/in (95)

Gemeldete Berufsausbildungsstellen:

  • Verkäufer/in (264)
  • Bürokaufmann/Bürokauffrau (221)
  • Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel (219)
  • Bankkaufmann/Bankkauffrau (173)
  • Industriekaufmann/Industriekauffrau (140)
  • Kaufmann/frau im Groß- und Außenhandel (114)
  • Kaufmann/frau für Versicherungen und Finanzen (113)
  • Kaufmann/Kauffrau für Bürokommunikation (110)
  • Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r (106)
  • Fachkraft für Lagerlogistik (104)

(Quelle: Agentur für Arbeit Dortmund, 07.11.2011)

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