2011 war insgesamt ein gutes Jahr für den Arbeits- und Ausbildungsmarkt
Saisontypischer, weil witterungsbedingter Verlauf am lippischen Arbeitsmarkt im Dezember: Die Arbeitslosigkeit steigt gegenüber dem Vormonat um 426 Personen auf 12.428 Personen. Insgesamt gibt es 2.504 Neuzugänge in die Arbeitslosigkeit zu verzeichnen - dem stehen 2.071 Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit gegenüber. Die Arbeitslosenquote steigt von 6,8 Prozent (November) auf 7,1 Prozent – im Vorjahresmonat lag die Quote bei 7,8 Prozent. Unterjährig ist eine deutliche Belebung der Arbeitskräftenachfrage gegenüber Vorjahr 2010/11 zu erkennen. Die Arbeitskräftenachfrage bleibt auch am Jahresende 2011 auf hohem Niveau. Herausforderungen gibt es dennoch für das kommende Jahr: die lippische Wirtschaft bei der Fachkräftesicherung zu unterstützen und heimische Potentiale verstärkt zu erschließen.
Jahresbilanz 2011 und Ausblick 2012
„Eine positive Entwicklung auf dem heimischen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt im vergangenen Jahr und ein nur moderater und saisontypischer Anstieg der Arbeitslosigkeit im Dezember“ bilanzierte Heinz Thiele, Leiter der Agentur für Arbeit Detmold, im Rahmen einer Pressekonferenz der Agentur für Arbeit Detmold. So gab Thiele einen Jahresrückblick auf den Arbeitsmarkt 2011, entwarf eine vorsichtige Prognose für 2012, und stellte die aktuellen Arbeitslosenzahlen aus dem Monat Dezember 2011 vor.
Im Jahresdurchschnitt 2011 waren rund 13.100 Menschen in Lippe arbeitslos, und damit gut 1.600 Frauen und Männer bzw. elf Prozent weniger als im Jahr zuvor. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote reduzierte sich damit auf 7,5 Prozent (Vorjahr 8,4 Prozent). Arbeitslosigkeit ist kein fester Block, vielmehr gibt es auf dem Arbeitsmarkt viel Bewegung. Die Dynamik des lippischen Marktes im Jahr 2011 belegen die hohen Zu- und Abgangszahlen der Detmolder Arbeitsagentur. Von Januar bis Dezember 2011 meldeten sich 30.753 Personen neu oder erneut arbeitslos. Gleichzeitig konnten im Laufe des Jahres 31.893 Frauen und Männer ihre Arbeitslosigkeit beenden.
„Auch für das aktuelle Jahr 2012 wird ein weiterer Rückgang der Arbeitslosigkeit prognostiziert, wenngleich ich mit meiner Einschätzung vorsichtig bleibe. Die Verschuldung in der Euro-Zone, das Gebaren an den Finanzmärkten und politische Ereignisse im Allgemeinen lassen eine seriöse Prognose kaum zu“, so Thiele. „Was ich jedoch allen Handelnden auf dem lippischen Ausbildung- und Arbeitsmarkt, rate ist ein Blick nach vorn um möglichst die richtigen Weichenstellungen in der Personalpolitik vorzunehmen“, so der Agenturchef.
„Mögliche Strategien für Arbeitgeber etwa bei der Fachkräftesicherung sind aus meiner Sicht: eine positive Imagebildung für das Unternehmen, eigene Ausbildung auf Vorrat – gerade auch in Hinblick auf den doppelten Abitur-Jahrgang-, und Strategien zur Einbeziehung von Personen mit geringer Nähe zum Arbeitsmarkt. Das können Berufsrückkehrende sein, aber auch ältere Arbeitnehmer, benachteiligte Jugendliche, Rehabilitanden oder Menschen mit Migrationshintergrund.“ Zwar besteht noch kein flächendeckender Fachkräftebedarf in Lippe, aber in einigen Branchen – z.B. Gesundheit und Pflege, Metall- und Elektro – kommt es bereits jetzt zu Engpässen. „Wir als Arbeitsagentur Detmold sehen deshalb auch künftig die Beratung und Qualifizierung von Arbeit Suchenden als Schwerpunkt unserer Aufgaben im Rahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik. Unter speziellen Vorraussetzungen können wir auch die Qualifizierung von Beschäftigten in Betrieben fördern, so dass Ketten im Betrieb gebildet werden können, an deren Ende evt. die Einstellung einer Hilfskraft steht“, so Agenturleiter Thiele.
Auch ein kurzer Rückblick auf die Bilanz am Ausbildungsmarkt fällt positiv aus. Dennoch werden auch in diesem Jahr die Beteiligten wieder intensiv gefordert werden, allen Jugendlichen eine Perspektive zu bieten. Der Rückgang der Schulabgänger aus demographischen Gründen wird erst ab 2014 ein wirkliches Thema. Bis dahin gilt es die immer noch vorhandene – wenn auch kleiner werdende – Schere zwischen Bewerbern und Ausbildungsstellen zu schließen. „Aus diesem Grund bitte ich alle Arbeitgeber wie in jedem Jahr der Agentur für Arbeit in Detmold möglichst viele Ausbildungsstellen zu melden“ appeliert Heinz Thiele an die Arbeitgeber in Lippe.
Aktuelle Arbeitsmarktzahlen Dezember 2011
Der Arbeitsmarkt in Lippe veränderte sich im Vergleich zum Vormonat mit moderat gestiegenen Arbeitslosenzahlen, und somit saisontypisch, denn der einsetzende wenn auch milde Winter reduzierte die Arbeit in den wetterabhängigen Branchen. So stieg die Zahl der Arbeitslosen um 426 Personen auf nunmehr 12.428 Frauen und Männer. Die Arbeitslosigkeit war ansteigend, da den 2.504 Zugängen in Arbeitslosigkeit 2.071 Abgänge aus der Arbeitslosigkeit gegenüberstanden. Die Arbeitslosenquote nahm von 6,8 Prozent im Vormonat November auf aktuell 7,1 Prozent zu.
„Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Dezember ist durchweg saisontypisch,“ erklärt Heinz Thiele, Leiter der Agentur für Arbeit Detmold. „Im Vergleich zum November steigt stets die Arbeitslosigkeit wetterbedingt: Das ist in diesem Jahr nicht anders als in den Jahren zuvor.“ Die im Jahresverlauf durchweg güntige Wirtschaftsentwicklung, die für einen kontinuierlichen, konjunkturellen Rückgang der Arbeitslosigkeit sorgte, zeigt sich auch im Vergleich der Arbeitslosigkeit zum Vorjahresmonat: So sank die Zahl der arbeitslosen Frauen und Männer um 1.183 Personen (ein Minus von 8,7 Prozent).
Sowohl in der Grundsicherung, als auch im Versicherungsbereich ist die Arbeitslosigkeit im Dezember gestiegen: Im Rechtskreis SGB III (Versicherungsbereich) lag der Bestand an Arbeitslosen im Dezember bei 3.540 Männern und Frauen. Das sind 262 Personen mehr als im Vormonat, allerdings 368 Frauen und Männer weniger als noch vor einem Jahr. Im Rechtskreis SGB II (Grundsicherung) gab es im Dezember 8.888 Arbeitslose; ein Plus von 164 Personen gegenüber dem Vormonat; im Vergleich zum Dezember 2010 sind es aktuell 815 Arbeitslose weniger.
In den einzelnen Dienststellen des Agenturbezirkes Detmold stellen sich die Arbeitslosenquoten aufsteigend sortiert folgendermaßen dar: Geschäftsstelle Lemgo (5,5 Prozent), Geschäftsstelle Blomberg (6,9 Prozent), Geschäftsstelle Bad Salzuflen (7,4 Prozent), Hauptagentur Detmold (7,6 Prozent).
Stellenentwicklung
Arbeitgeber der Region meldeten der Agentur Detmold im Dezember 585 neue Arbeitsstellen. Seit Jahresbeginn sind 8.648 Stellen eingegangen, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist dies ein Zuwachs von 7,4 Prozent. Die Arbeitskräftenachfrage zeugt von stabilen Tendenzen auf dem regionalen Arbeitsmarkt, der sich in Ostwestfalen-Lippe wie folgt darstellt.
Entwicklung des Arbeitsmarktes in Ostwestfalen-Lippe
Bei den Arbeitsagenturen in Ostwestfalen-Lippe waren im Dezember 2011 insgesamt 65.292 Menschen arbeitslos gemeldet, 1.303 oder 2,0 Prozent mehr als im November. Im Vergleich zum Vorjahresmonat nahm die Arbeitslosigkeit in Ostwestfalen-Lippe um 6.724 oder 9,3 Prozent ab.
Die Arbeitslosenquote in OWL stieg gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent an. Im Dezember 2010 waren es noch 6,9 Prozent.
In allen vier OWL-Arbeitsagenturen nahm die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat zu. Den stärksten Anstieg weist Detmold mit 3,5 Prozent auf, gefolgt von Bielefeld mit 2,5 Prozent, Herford mit 1,2 und Paderborn mit 1,0 Prozent.
Auch gegenüber dem Vorjahresmonat ging die Arbeitslosigkeit in allen vier OWL-Arbeitsagenturen zurück. Herford verzeichnete einen Rückgang um 11,3 Prozent, Paderborn um 9,4 Prozent. In Detmold sank die Arbeitslosigkeit um 8,7 Prozent, in Bielefeld um 8,1 Prozent.
Die günstigste Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen weist im Dezember der Herforder Agenturbezirk mit 5,7 Prozent auf. Es folgen Paderborn mit 5,9 Prozent, Bielefeld mit 6,5 Prozent und Detmold mit 7,1 Prozent.
Den Arbeitsagenturen in Ostwestfalen-Lippe wurden im Dezember insgesamt 4.389 Stellen neu gemeldet (Vorjahr 4.599). Bei insgesamt 10.005 offenen Stellen laufen die Vermittlungstätigkeiten der Arbeitsagentur bereits (Vorjahr 9.147). Diese Stellen gelten derzeit als unbesetzt.
(Quelle: Arbeitsamt Detmold, 03.01.2012)


