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Zufriedenheit am Arbeitsmarkt: Konjunktur beschert ganzjährig stabilen Positivtrend

Für die Entwicklung am Arbeitsmarkt war 2011 ein gutes Jahr“, so fasste der stellvertretende Leiter der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg, Manfred Kusserow, die kontinuierlich positive Entwicklung des Arbeitsmarktes im abgelaufenen Jahr 2011 zusammen. „Im Jahr 2011 haben wir im Wirtschaftsraum Bonn/Rhein-Sieg mit 26.510 Personen den niedrigsten Stand an Arbeitslosen seit 15 Jahren verzeichnet. Die Arbeitslosenquote sank unter die Sechs-Prozent-Marke.

Bundesweit setzte sich der Jobaufschwung trotz Eurokrise und Börsenturbulenzen fort und bescherte dem Arbeitsmarkt nach dem Vorjahr erneut einen kräftigen Rückgang der Arbeitslosigkeit.

Auch im Rhein-Sieg-Kreis war das Jahr 2011 von einer großen Dynamik am Arbeitsmarkt gekennzeichnet. Im Jahresdurchschnitt registrierten die Arbeitsmarktstatistiker 26.510 Arbeitslose. Das waren 1.680 Arbeitslose oder sechs Prozent weniger als im Jahresdurchschnitt 2010. Die Arbeitslosenquote verringerte sich von 6,3 Prozent in 2010 auf 5,9 Prozent in 2011.

Noch zu Beginn des Jahres betrug die Zahl der Arbeitslosen in der Region mit 28.127 bei einer Quote von 6,2 Prozent. Im Jahresverlauf verringerte sich die Zahl der arbeitslosen Männer und Frauen kontinuierlich bis auf gut 25.000 im Dezember.

Im Bereich des SGBIII belief sich die Arbeitslosenquote auf 1,9 Prozent, nach 2,2 Prozent im Vorjahr. Die Zahl der Arbeitslosen sank um 1.060 Personen oder elf Prozent auf 8.662 Männer und Frauen.

Im SGBII-Bereich sank die Zahl der Arbeitslosen um 621 Personen, bzw. um 3,4 Prozent. Betrachtet man allerdings die Unterbeschäftigung im SGBII-Bereich, die die Summe der Personen abbildet, die arbeitslos sind und die in unterschiedlichen arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden und daher nach der gesetzlichen Regelung nicht als arbeitslos gelten, dann sank dieser Wert um 3.400 Personen oder 12 Prozent (vorläufiger Dezemberwert im Vergleich zum Vorjahreswert). Das heißt trotz der geringeren Entlastung des Arbeitsmarktes durch Fördermaßnahmen im SGBII-Bereich sank die Arbeitslosigkeit. „Insbesondere ist bemerkenswert, so Kusserow, dass im Jahr 2011 6.863 Arbeitslose aus dem SGBII-Bereich in Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt übergegangen sind. Das sind 9,7 Prozent mehr als im Vorjahr und 24 Prozent mehr als in 2009.“

Auch die Kräftenachfrage der Unternehmen und Verwaltungen der Region entwickelte sich weiter positiv. Bei den neu gemeldeten Stellen ließ sich über das Jahr hinweg in nahezu allen Branchen ebenfalls eine positive Entwicklung beobachten. Die Arbeitgeber aus Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis meldeten 2011 18.415 Stellen bei der Agentur für Arbeit; das waren 3.213 oder 14,6 Prozent mehr als im Jahr 2010.

Besonders hohe Zuwächse verzeichneten die Wirtschaftsabschnitte Erbringung von wirtschaftlichen Dienstleistungen, Gesundheits- und Sozialwesen, öffentliche Verwaltung und Gastgewerbe. Auch das Verarbeitende Gewerbe und das Baugewerbe verzeichneten mit jeweils einem Plus von mehr als 18 Prozent deutliche Zuwachsraten.

Die Kurzarbeit hat im Jahr 2011 entsprechend nur noch eine nachrangige Rolle gespielt. Die Zahlen der Kurzarbeiter und kurz arbeitenden Betriebe haben sich auf Vorkrisenniveau reduziert. Nach den zuletzt vorliegenden Daten nahmen im Mai 2011 noch 218 Betriebe und 888 Mitarbeiter Kurzarbeit in Anspruch.

Zum Vergleich: Der Höhepunkt der Kurzarbeit wurde in den ersten drei Quartalen 2009 erreicht. Im Mai des Krisenjahres 2009 ermittelten die Arbeitsmarktstatistiker 11.414 kurzarbeitende Arbeitnehmer.

Die Daten zur versicherungspflichtigen Beschäftigung liegen für das erste Quartal 2011 vor. Danach beträgt die Zahl der Beschäftigten 290.304 Personen. Das sind 5.855 Personen oder 2,1 Prozent mehr als im Vorjahres-Quartal, als die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten 284.449 betrug.

Last but not least hat sich auch der Ausbildungsmarkt 2011 im Vergleich zum Vorjahr noch einmal verbessert. Insgesamt wurden 5.854 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen, davon 3.326 in Industrie und Handel sowie 1.532 im Handwerk. Das waren 2,5 Prozent mehr als 2010.Insgesamt waren im Beratungsjahr 2010/2011 4.974 Jugendliche bei der Berufsberatung gemeldet, weil sie um Unterstützung bei der Ausbildungsplatzsuche gebeten hatten, neun Prozent mehr als 2009/2010. Die Arbeitgeber der Region Bonn/Rhein-Sieg hatten 4.822 Ausbildungsstellen gemeldet. Das waren 2,5 Prozent mehr als im Vorjahr.

Was die Aussichten für das Jahr 2012 angeht, ist Kusserow optimistisch gestimmt. „Das IAB geht bundesweit von einem BIP-Wachstum von einem Prozent aus und einer weiteren, wenn auch sich verlangsamenden Reduzierung der Arbeitslosigkeit. Die Region hat über die letzten Jahre gezeigt, dass sie sich im Wettbewerb und Vergleich zu anderen Regionen gut behauptet. Auch die weitere Perspektive ist positiv.“

Auch in 2012 werden sich die Agentur und ihre Partner am Arbeitsmarkt verstärkt dafür einsetzen, Vorsorge für den künftigen Fachkräftebedarf zu treffen. Die Problematik gut qualifizierter Fachkräfte wird auch in der Region Bonn/Rhein-Sieg zunehmend an Bedeutung gewinnen. Einige Branchen benötigen schon heute dringend weitere Fachkräfte. Betroffen sind vor allem der gesamte Gesundheits- und Pflegesektor, Ingenieure verschiedener Fachrichtungen und einige handwerkliche und gewerbliche Berufe.

Um den Fachkräftebedarf zu decken, müssen zum Beispiel Menschen mit Behinderung, Alleinerziehende und Migranten noch intensiver als wertvolles Beschäftigungspotenzial Berücksichtigung finden. Auch leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler sollen mit entsprechender Qualifizierung in den Arbeitsmarkt integriert werden und den Bedarf der Unternehmen an Fachpersonal auffangen.

Das Thema Fachkräftebedarf wird in der Region Bonn/Rhein-Sieg auch im nächsten Jahr sowie langfristig im Mittelpunkt stehen.

Die bisher bereits erfolgreich eingeführten Initiativen und Handlungsschwerpunkte, seien es regionale wie zum Beispiel das Übergangsmanagement Schule/Beruf, oder zentrale wie die Förderung der Weiterbildung Beschäftigter nach dem Programm WeGebAU (Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter Älterer in Unternehmen) und das Programm IFlaS („Initiative zur Flankierung des Strukturwandels“) werden auch in 2012 fortgesetzt.

Mit Hilfe der Maßnahme IFlaS wird der Erwerb anerkannter Berufsabschlüsse unterstützt. Sie richtet sich gezielt an Personen, die keinen Abschluss vorweisen können oder wieder ungelernt sind (Ungelernt bedeutet, dass eine Person seit vier Jahren berufsfremde oder ungelernte Tätigkeiten verrichtet). Das Programm kommt auch Berufsrückkehrerinnen zugute, die mit IFlaS wieder den Einstieg in den Arbeitsmarkt finden. 2011 haben 329 Personen eine über IFlaS geförderte Umschulung zum Beispiel in den folgenden Branchen begonnen: Handwerk, Pflege, Gastronomie und Lebensmittelhandel.

Mit Datum vom 27.12.2011 ist das „Gesetz zur Verbesserung der Eingliederungschancen am Arbeitsmarkt“ veröffentlicht worden. Ziel ist es, eine bessere Übersichtlichkeit und höhere Flexibilität durch eine Reduzierung des arbeitsmarktpolitischen Instrumentariums zu erreichen. Dadurch sollen die Vermittlungs- und Beratungsfachkräfte mehr Verantwortung und Handlungsspielraum erhalten. Bereits zum 28.12.2011 treten neue Regelungen zum Gründungszuschuss in Kraft:

  • Der Gründungszuschuss ist seit dem 28.12.2011 von der Pflicht- zur Ermessensleistung geworden. Voraussetzung für die Gewährung des Gründungszuschusses ist dann ein Restanspruch auf Arbeitslosengeld von mindestens 150 Tagen (bisher 90 Tage).
  • In den ersten sechs Monaten (bisher neun Monate) erhalten Existenzgründer den Gründungzuschuss in Höhe des bisherigen Arbeitslosengeldes plus 300 Euro monatlich. Der Gründungszuschuss kann für weitere neun Monate (bisher sechs Monate) in Höhe von 300 Euro monatlich geleistet werden.

(Quelle: Arbeitsamt Bonn, 03.01.2012)

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