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Der Arbeitsmarkt im Dezember mit Jahresbilanz 2011

Der Arbeitsmarkt ist auch im Dezember weiter stabil. Mit insgesamt 17.125 Arbeitslosen waren zwar in diesem Monat in Bochum 0,4 Prozent oder 76 Personen mehr arbeitslos gemeldet als im November. Die Arbeitslosenquote blieb aber konstant bei 9,4 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit damit um 0,4 Prozent oder 67 Personen gesunken (Dezember 2010: 17.192 Arbeitslose).

„Für einen Dezember verliefen die Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt recht ruhig“ resümiert Udo Glantschnig, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bochum. „Weder ein starker Wintereinbruch noch ein überdurchschnittliches Weihnachtsgeschäft haben die Entwicklungen in diesem Monat stark beeinflusst. Wir schließen das Jahr insoweit zufrieden ab. Seit dem Herbst hat sich der Arbeitsmarkt in Bochum erstaunlich erholt. Wir verlassen das abgelaufene Jahr (2011) mit der gleichen Quote wie im Jahr zuvor (2010) - 9,4 Prozent! Das ist ein gutes Ergebnis. Viele hätten diese Entwicklung noch zu Beginn dieses Jahres nicht für möglich gehalten.“

Die Kräftenachfrage

Der Stellenzuwachs ist im Dezember leicht gesunken „Das ist untypisch, aber nicht spektakulär“ so Glantschnig. „Auch wenn das Angebot zum Jahresende häufig bedingt durch das Weihnachtsgeschäft leicht ansteigt, bleibt zu berücksichtigen, dass wir im Vergleich zum Vorjahr insgesamt gut 15 Prozent mehr Stellen im Angebot haben.“

 815 neue Stellenangebote gingen der Agentur für Arbeit im Dezember ein, das sind 11,5 Prozent (106 Stellen) weniger als im November dieses Jahres und 12,9 Prozent (121 Stellen) weniger mit Blick auf das Vorjahr. Das gesamte Stellenportfolio beinhaltet derzeit 3.028 Stellen - 15,5 Prozent mehr als im Dezember des vergangenen Jahres. Hoch im Kurs stehen in Bochum aktuell Fachkräfte für den handwerklichen Bereich, für das Speditionsgewerbe, hochqualifizierte Facharbeiter für die Metallbranche sowie - nach wie vor - Personal für die Pflegebranche.

Die Zu- und Abgänge

Insgesamt 3.240 Frauen und Männer haben sich im Berichtsmonat in Bochum neu oder erneut bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet (November: 3.454). Davon kamen 1.028 aus einer Beschäftigung, im Vormonat waren es 1.060. Demgegenüber stehen 3.156 Menschen, die sich im gleichen Zeitraum aus der Arbeitslosigkeit in eine Erwerbstätigkeit abmeldeten, im November waren es noch 3.681.

Im abgelaufenen Jahr haben sich 2,5 Prozent weniger arbeitslos gemeldet als in 2010. „Unser Hauptanliegen ist es“, so der Geschäftsführer, „Arbeitslosigkeit nach Möglichkeit nicht eintreten zu lassen und während der Kündigungszeit ein neues Arbeitsverhältnis anzubahnen, mindestens aber die Dauer der Arbeitslosigkeit so kurz wie möglich zu halten. Das ist auschlaggebend. Das Zusammenspiel Wirtschaft, Bewerber und Agentur für Arbeit wollen wir weiter optimieren und unser Beratungsangebot noch weiter ausbauen.“

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Während bei den „Älteren“ zum Jahresende aktuell mehr Integrationen in den Arbeitsmarkt gelungen sind, hat sich die Zahl der arbeitslosen Bochumer unter 25 Jahren leicht erhöht. „Derzeit laufen viele Jahresverträge aus. Mit Blick auf die Turbulenzen der Finanzwelt zögern einige Betriebe, befristete Verträge zu verlängern. Dazu kommen die Auszubildenden, die ihre zweieinhalb-jährigen Ausbildung absolviert haben. Wenn Unsicherheit besteht, ob sie übernommen werden, müssen die jungen Leute sich zunächst arbeitslos melden.“

Zu den Jugendlichen

Insgesamt 1.393 jugendliche Arbeitslose gab es im Berichtsmonat in Bochum. Das sind 6,6 Prozent oder 86 junge Menschen mehr als im Vormonat aber 6,8 Prozent (102 Personen) weniger als im Jahr zuvor.

Zu den älteren Arbeitslosen

Im Dezember gab es 4.783 Arbeitslose im Alter von 50 bis 65 Jahren. Gegenüber dem November ist das eine erfreuliche Entwicklung, es sind 0,6 Prozent oder 26 Personen weniger. Mit Blick auf das Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit in diesem Bereich jedoch gestiegen. Damals waren es 4,5 Prozent oder 206 ältere Personen weniger in Bochum, die sich arbeitslos melden mussten.

Zu den Langzeitarbeitslosen

Insgesamt 7.228 Personen waren im Dezember langzeitarbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vormonat sind dies 0,5 Prozent oder 39 Personen weniger. Verglichen mit dem Vorjahr sind es aber 10,8 Prozent oder 705 Personen mehr. Der Geschäftsführer: „Viele gut ausgebildete Fachkräfte finden häufig relativ schnell wieder eine gute Anstellung. Die Regel lautet: Je besser die Ausbildung oder der Bildungsgrad, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit langfristig in der Arbeitslosigkeit zu verharren. Gibt es dennoch Probleme, muss man genauer hinschauen und gemeinsam herausfinden, wie Defizite oder Hemmnisse abgebaut werden können.“

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

In beiden Rechtskreisen kam es im Dezember zu einer minimalen Steigerung der Arbeitslosigkeit - mit 3.368 Personen insgesamt 0,5 Prozent (18 Personen) im Versicherungsbereich und mit 13.757 Personen insgesamt 0,4 Prozent (58 Personen) in der Grundsicherung. Im Bereich der Versicherungsleistung konnte die Arbeitslosigkeit seit letztem Jahr aber um ein gutes Stück reduzieren werden. Insgesamt 17 Prozent oder 688 Personen waren im Vergleich zum Vorjahr in diesem Bereich weniger arbeitslos gemeldet. In der Grundsicherung hingegen wurde eine Steigerung von 4,7 Prozent oder 621 Personen verzeichnet.

Der Bestand an Arbeitslosen im Zeitverlauf 2002 - 2011 Jahresbilanz 2011:

Arbeitsmarkt trotzt den Unsicherheiten auf dem Finanzmarkt

Bundesweit sank die Zahl der Arbeitslosen bis zum diesjährigen Jahresende auf den niedrigsten Stand seit 1992. Und auch Bochum schließt das Jahr mit einem Rekordergebnis ab. Lediglich im Boomjahr 2008 gab es zum Ende des Jahres weniger Arbeitslose (siehe Grafik) als heute. Entgegen allen Befürchtungen konnte sich der lokale Arbeitsmarkt auch in diesem Jahr wieder behaupten. Getragen von einer stabilen Konjunktur und einer lebhaften Nachfrage nach Arbeitskräften ging die Arbeitslosigkeit seit dem Herbst stets weiter zurück. Die besorgniserregenden Mutmaßungen zu Beginn des Jahres über eine weitere Konjunkturflaute haben sich nicht bestätigt.

„Wir haben das Jahr gut gemeistert“, resümiert Udo Glantschnig das abgelaufene Jahr 2011. „Der Arbeitsmarkt hat von den Reformen der letzten Jahren profitiert. Die letzte Krise hat sich nur sehr moderat auf dem Arbeitsmarkt ausgewirkt. Im Jahr 2010 erlebte die Wirtschaft eine starke konjunkturelle Erholung, die sich auch 2011 fortsetzte. Der Arbeitsmarkt hat sich in den letzten Monaten - auch wenn wir zu Beginn dieses Jahres eine leicht steigende Arbeitslosigkeit hatten - stetig verbessert. Die Zahl der Arbeitslosen lag im vergangenen Jahr im Durchschnitt bei 18.025 Personen und damit um 0,7 Prozent unter dem Wert des Vorjahres (Durchschnitt 2010: 18.149 Personen).“ Aussichten 2012

„Für 2012 ist nicht mit einem vergleichbaren Rückgang der Arbeitslosigkeit wie in 2011 zu rechnen. Allerdings erwarten wir weiterhin einen moderaten Abbau der Arbeitslosigkeit“ so der Vorsitzende der Geschäftsführung. „In wie weit die Auswirkungen der Finanzkrise ihre Wirkungen im neuen Jahr wirklich zeigen, bleibt abzuwarten. Die konjunkturellen Erwartungen für 2012 aber sinken. Auch wenn sich der Arbeitsmarkt kurzfristig in 2012 verschlechtern könnte, dürfen wir unsere auf lange Frist angesetzten Ziele nicht vernachlässigen. Der Fachkräftebedarf wird gute Ideen und gemeinsame Initiativen erfordern. Menschen mit Migrationshintergrund, alleinerziehende Frauen, Menschen mit Behinderung, Ältere und Langzeitarbeitslose gilt es besser in den Blick zu nehmen und zu integrieren. Wir werden das Jahr 2012 dafür nutzen, die Chance dieser Menschen auf eine Rückkehr in das Arbeitsleben zu erhöhen. Wir müssen langfristig dafür Sorge tragen, dass wir auch zukünftig ausreichend Fachkräfte für unsere Wirtschaft haben. Selbst wenn es derzeit noch keinen pauschalen Fachkräftemangel gibt, so nimmt doch die Zahl der Berufe, die Engpässe aufweisen, zu. Dies ist zugleich Herausforderung als auch Chance.“

(Quelle: Arbeitsamt Bochum, 03.01.2012)

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