Der Arbeitsmarkt in Herne im November 2011
Der ausgebliebene Wintereinbruch und das gesunde konjunkturelle Klima sorgten für Stagnation auf dem Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenzahlen gingen im Gegensatz zum Vormonat diesmal nur leicht zurück. Mit insgesamt 9.354 Arbeitslosen waren im November in Herne 0,2 Prozent oder 19 Personen weniger arbeitslos gemeldet als im Oktober. Die Arbeitslosenquote veränderte sich nicht und lag weiterhin bei 12,2 Prozent.
„Für einen November ist die aktuelle Entwicklung schon ein bisschen ungewöhnlich, aber sicher auch den milden Temperaturen zu verdanken“, bilanziert Michaela Fantasia, Geschäftsstellenleiterin der Arbeitsagentur Herne. „Für die nächsten Monate rechne ich allerdings schon mit Auswirkungen auf die Außenberufe. Wie es nach dieser saisonalen Delle weitergeht, kann man jetzt noch nicht sagen. Es wird sich zeigen, ob die Meldungen der Wirtschaftsinstitute mit den Wirkungen auf dem Arbeitsmarkt parallel laufen. Ich bin jedoch sicher, dass gut qualifizierte Kräfte weiterhin gefragt sein werden. Hier haben wir noch nicht das Potenzial aller bei uns gemeldeten Personengruppen ausgeschöpft. Wir werden hier weiter mit den Arbeitgebern im Gespräch bleiben und sie bei der Fachkräftesicherung unterstützen.“
Die Kräftenachfrage
Im November ging die Nachfrage der Arbeitgeber nach Personal in Herne erneut zurück. Die Agentur für Arbeit verzeichnete einen Stellenzugang von 201 Stellen, das sind 19,0 Prozent oder 47 Stellen weniger als im Vormonat. Insgesamt stehen bei der Agentur für Arbeit Herne 956 Stellen zu Besetzung offen. Das sind etwa so viele wie im Vorjahr, nämlich 0,6 Prozent oder 6 Stellen weniger. „Gesucht wurden insbesondere Facharbeiter etwa im Dachdeckerhandwerk oder im Elektrobereich. Je nach Anforderung des Unternehmens stehen hier nur eingeschränkt geeignete Bewerber in ausreichender Zahl zur Verfügung, sodass es auch schon einmal länger dauern kann, bis eine Stelle besetzt ist“, so Michaela Fantasia zur Kräftenachfrage. Gut war die Resonanz auf den Tag der Ausbildung am 9. November. „Die Ausbildung eigener Fachkräfte gewinnt zunehmend an Bedeutung. Wenn der Markt die passenden Kräfte nicht bietet, ist es eine vorausschauende Entscheidung, in eigene Fachkräfte zu investieren“, ergänzt Fantasia.
Die Zu- und Abgänge
Insgesamt 1.719 Frauen und Männer haben sich im Berichtsmonat in Herne neu oder erneut bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet (Oktober: 1.486). Davon kamen 609 aus einer Beschäftigung (Oktober: 466). Gleichzeitig konnten sich im November 499 Menschen aus der Arbeitslosigkeit in einer Erwerbstätigkeit abmelden (Oktober: 494).
Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen
Vom Rückgang der Arbeitslosigkeit konnten im November bis auf die Langzeitarbeitslosen alle Personengruppen profitieren. Jüngere Arbeitslose konnten dabei deutlicher als ältere an der Entwicklung partizipieren.
Zu den Jugendlichen
Insgesamt 791 jugendliche Arbeitslose gab es im November in Herne. Das sind 3,5 Prozent oder 29 junge Menschen weniger als im Vormonat und 8,2 Prozent oder 71 Personen weniger als im Jahr zuvor.
Zu den älteren Arbeitslosen
Mit insgesamt 2.430 arbeitslos Gemeldeten über 50 Jahren gab es im November 0,9 Prozent oder 22 Personen weniger lebensältere Arbeitslose als im Vormonat. Der Vergleich mit dem Vorjahr fällt stabil aus. Es ist ein leichter Rückgang um 0,1 Prozent oder 3 Personen über 50 zu verzeichnen.
Zu den Langzeitarbeitslosen
Insgesamt 4.164 Personen waren im November langzeitarbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vormonat sind dies 1,5 Prozent oder 60 Personen mehr. Verglichen mit dem Vorjahr sind es 3,2 Prozent oder 130 Personen mehr.
Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen
Der Rückgang der Arbeitslosigkeit konzentrierte sich auf den Bereich der Grundsicherung. Dort ging die Arbeitslosigkeit um 0,3 Prozent oder 24 Personen zurück, während die Arbeitslosigkeit im Versicherungsbereich marginal um 0,3 Prozent oder 5 Personen stieg. Bei der Agentur für Arbeit waren damit 1.438 Arbeitslose und beim Jobcenter Herne 7.916 Arbeitslose gemeldet.
(Quelle: Arbeitsamt Bochum, 30.11.2011)


