Der Arbeitsmarkt im November 2011
Die Herbstbelebung verliert an Dynamik: Die Arbeitslosigkeit geht trotzdem nochmals leicht zurück und hat 29 Arbeitslose weniger. Die Arbeitslosenquote bleibt bei 6,4 Prozent – Vorjahr lag sie noch bei 7,1 Prozent. Der Kräftebedarf bleibt weiter auf hohem Niveau – es handelt sich aber um eine saisonbedingte Abschwächung. Die Arbeitslosenquote in Bielefeld liegt bei 8,9 Prozent, in Gütersloh bei 4,2 Prozent.
Die spürbare Belebung des Arbeitsmarktes, die noch im September und Oktober zu einem kräftigen Rückgang der Erwerbslosigkeit geführt hatte, verlor in den vergangenen Wochen an Dynamik. Die Zahl der Arbeitslosen ging in der Stadt Bielefeld und im Kreis Gütersloh im Laufe des Novembers um 29 zurück und liegt jetzt bei 22.237. Im Versicherungsbereich (SGB III) konnte die Arbeitslosigkeit nochmals um 208 oder 3,2 Prozent reduziert werden. Im Bereich der Grundsicherung (SGB II) ergab sich eine Zunahme um 179 (plus 1,1%).
Die Arbeitslosenzahl des Vorjahres wird aktuell um 2.410 oder 9,8 Prozent unterschritten. Die Arbeitslosenquote im Bezirk der Arbeitsagentur Bielefeld blieb wie im Oktober bei 6,4 Prozent. Vor Jahresfrist waren es 7,1 Prozent.
„Die abflachende Herbstbelebung ließ in den vergangenen Wochen nochmals einen leichten Abbau der Arbeitslosigkeit zu. Dabei sehe ich im erneuten Rückgang der Arbeitslosigkeit im Versicherungsbereich weiterhin Signale für einen aufnahmefähigen Arbeitsmarkt“, kommentiert Agenturchef Thomas Richter die jüngste Entwicklung. „
Die aktuellen Daten der Nachfrageseite sprechen weiter für einen hohen Fachkräftebedarf der heimischen Wirtschaft“, ergänzt der Agenturleiter. So wurden im November 1.826 neuen Stellen gemeldet, 3 Prozent mehr als im November des Vorjahres. Der Bestand an freien Arbeitsstellen hält sich auf hohem Niveau (4.411) und übertrifft den Vorjahreswert um 15 Prozent. „Angesichts der demografischen Entwicklung wird es verstärkt notwendig sein, auch die Arbeitskräfte in die Personalgewinnung einzubeziehen, deren Potentiale erst auf den zweiten Blick deutlich werden“, ergänzt Richter.
Personengruppen
Bei den arbeitslosen Jugendlichen, zurzeit sind 2.210 Jüngere unter 25 Jahren von Arbeitslosigkeit betroffen, wird die Novemberzahl des Vorjahres jetzt um 308 oder 12,2 Prozent unterschritten. Die altersspezifische Arbeitslosenquote blieb wie im Oktober bei 5,6 Prozent. Vor Jahresfrist lag die Quote noch bei 6,3 Prozent.
Auch bei den älteren Arbeitslosen (50 Jahre und älter) war in den vergangenen Wochen kein weiterer Abbau der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen. Ihre Zahl stieg vielmehr im November um 76 (plus 1,3 %) auf 6.063. Der Vorjahreswert wird um 339 oder 5,3 Prozent unterschritten.
Die Zahl der von Arbeitslosigkeit betroffenen Ausländer erhöhte sich um 94 auf 5.568 (plus 1,7 %). Im Vergleich zum November des Vorjahres ergibt sich ein Rückgang von 398 (minus 6,7 %). Die Arbeitslosenquote liegt hier aber immer noch bei 17,0 Prozent (Vorjahr 18,3 %).
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen stieg im November ebenfalls weiter an, und zwar um 106 oder 1,3 Prozent auf 8.131. Gegenüber November 2010 ergibt sich allerdings ein Rückgang um 486 (minus 5,6 %). Aktuell sind 36,6 Prozent aller erwerbslosen Langzeitarbeitslose (Vorjahr 35,0 %).
Entwicklung der Arbeitslosigkeit getrennt nach Rechtskreisen
Die stabile Konjunktur bewirkte im Versicherungsbereich (SGB III) nochmals einen spürbaren Rückgang der Erwerbslosigkeit. Hier konnte die Arbeitslosenzahl um 208 oder 3,2 Prozent auf 6.260 abgebaut werden. Im Bereich der Grundsicherung (SGB II) stieg dagegen die Arbeitslosigkeit um 179 auf 15.977 (plus 1,1 %).
Im Vergleich zu November 2010 nahm die Arbeitslosigkeit im Zuständigkeitsbereich der Arbeitsagentur um 963 ab (minus 13,3 %). Im Zuständigkeitsbereich der Jobcenter Bielefeld und Gütersloh wird der Vorjahreswert um 1.447 oder 8,3 Prozent unterschritten.
Zugang an offenen Stellen
Die Nachfrage der Wirtschaft nach Arbeitskräften blieb jetzt mit 1.826 Stellenmeldungen hinter dem Oktoberwert zurück (minus 163 oder 8,2 %); im Vergleich zum Vorjahr meldeten die Betriebe und Verwaltungen der Arbeitsagentur und den Jobcentern jedoch 46 mehr freie Stellen (plus 2,6 %).
Agenturchef Richter sieht weiterhin eine lebhafte Nachfrage seitens der heimischen Betriebe, auch wenn tendeziell die Kräftenachfrage nicht mehr die hohen Steigerungsraten aufweist wie in der ersten Jahreshälfte: „Eine Zurückhaltung wegen anstehender Beschäftigungsprobleme ist derzeit nicht auszumachen.“
Zurzeit sind bei der Arbeitsagentur und den Jobcentern in Bielefeld und Gütersloh 4.411 unbesetzte Stellen registriert, 560 oder 14,5 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Die Schwerpunkte der Kräftenachfrage liegen bei den Fertigungsberufen (1.658 Stellen – davon allein 1.104 in den Metall- und Elektroberufen), bei den Waren- und Dienstleistungskaufleuten (409 Stellen), den Organisations-, Verwaltungs- und Büroberufen (374 Stellen) sowie den Sozial-, Erziehungs- und Gesundheits-dienstberufen (319 Stellen).
Stadt Bielefeld
In der Stadt Bielefeld nahm die Zahl der Arbeitslosen gegenüber Oktober nur noch um acht Personen auf 14.441 ab (minus 0,1 %). Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Minus von 1.193 oder 7,6 Prozent.
Auf die Agentur für Arbeit entfallen 3.041 Arbeitslose, das sind 4,3 Prozent weniger als Ende Oktober. Das Jobcenter Bielefeld betreut 11.400 Arbeitslose. Hier stieg die Zahl gegenüber dem Vormonat um 129 oder 1,1 Prozent.
Im Vergleich zum November 2010 nahm die Zahl der Arbeitslosen im Bereich der Arbeitsagentur um 676 ab (minus 18,2 %). Beim Jobcenter beträgt das Minus 517 oder 4,3 Prozent.
Die Arbeitslosenquote ging in Bielefeld von 9,0 auf 8,9 Prozent zurück. Im Vorjahr lag die Quote noch bei 9,7 Prozent.
Kreis Gütersloh
Die Arbeitslosenquote im Kreis Gütersloh lag wie im Oktober bei 4,2 Prozent. Ende November 2010 waren es 4,8 Prozent.
Die Arbeitslosenzahl liegt jetzt bei 7.796 , 21 weniger als im Oktober und 1.217 weniger als vor Jahresfrist.
Auf die Agentur für Arbeit entfallen 3.219 Arbeitslose, das sind 2,2 Prozent weniger als Ende Oktober (minus 71). Das Jobcenter Gütersloh betreut 4.577 Arbeitslose, 50 oder 1,1 Prozent mehr als im Oktober.
Im Vergleich zum November 2010 nahm die Zahl der Arbeitslosen in der Arbeitsagentur um 287 ab (minus 8,2 %). Beim Jobcenter beträgt das Minus 930 oder 16,9 Prozent.
Entwicklung des Arbeitsmarktes in Ostwestfalen-Lippe
Bei den Arbeitsagenturen in Ostwestfalen-Lippe waren im November 2011 insgesamt 63.989 Menschen arbeitslos gemeldet, 528 oder 0,8 Prozent weniger als im Oktober. Im Vergleich zum Vorjahresmonat nahm die Arbeitslosigkeit in Ostwestfalen-Lippe um 6.862 oder 9,7 Prozent ab.
Die Arbeitslosenquote in OWL ging gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 6,1 Prozent zurück. Im November 2010 waren es noch 6,8 %.
In allen vier OWL-Arbeitsagenturen nahm die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat ab. Den stärksten Rückgang weist Paderborn mit 1,7 Prozent auf, gefolgt von Herford mit 1,5 Prozent, Detmold mit 0,3 und Bielefeld mit 0,1 Prozent.
Auch gegenüber dem Vorjahresmonat ging die Arbeitslosigkeit in allen vier OWL-Arbeitsagenturen zurück. Herford verzeichnete einen Rückgang um 11,3 Prozent, Bielefeld um 9,8 Prozent. In Detmold sank die Arbeitslosigkeit um 8,9 Prozent, in Paderborn um 8,2 Prozent innerhalb eines Jahres.
Die günstigste Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen weist im November der Herforder Agenturbezirk mit 5,7 Prozent auf. Es folgen Paderborn mit 5,8 Prozent, Bielefeld mit 6,4 Prozent und Detmold mit 6,8 Prozent.
Den Arbeitsagenturen in Ostwestfalen-Lippe wurden im November insgesamt 5.117 Stellen neu gemeldet (Vorjahr 4.996). Bei insgesamt 11.384 offenen Stellen laufen die Vermittlungstätigkeiten der Arbeitsagentur bereits (Vorjahr 9.614). Diese Stellen gelten derzeit als unbesetzt.
Hinweis zur statistischen Erfassung der Unterbeschäftigung
Um die notwendige Transparenz auf dem Arbeitsmarkt zu gewährleisten, legt die Bundesagentur für Arbeit Auswertungen vor, die eine von statistischen Effekten unbeeinträchtigte Beobachtung des Arbeitsmarktes ermöglichen. Insbesondere werden Angaben zur Unterbeschäftigung in verschiedenen Abgrenzungen in die Arbeitsmarktberichterstattung aufgenommen, die die Entlastung der Arbeitslosigkeit durch den Einsatz arbeitsmarktpolitischer Instrumente berücksichtigen.
Neben der Zahl der statistisch als arbeitslos zu zählenden Menschen werden Angaben zur Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) gemacht, die die Be- und Entlastung der Arbeitslosigkeit durch arbeitsmarktpolitische Maßnahmen deutlich machen.
Ausgehend von 22.237 registrierten Arbeitslosen addiert sich die gesamte Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) im Bezirk der Bielefelder Arbeitsagentur auf 31.050. Während die Arbeitslosenzahl im November gegenüber dem Vorjahr um 2.410 oder 9,8 Prozent abnahm, reduzierte sich die Unterbeschäftigung um 4.240 oder 12,0 Prozent.
Der Datenvergleich verdeutlicht, dass die unterschiedliche Betrachtungsweise, hier: Arbeitslose – da: Unterbeschäftigung, keinen gravierenden Einfluss auf die Veränderung der Daten hat und grundsätzlich keine andere Bewertung der Arbeitsmarktentwicklung erfordert.
(Quelle: Agentur für Arbeit Bielefeld, 30.11.2011)


