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Beschäftigungsentwicklung im Rheinisch-Bergischen Kreis

Die in 2009/2010 stattgefundene Wirtschaftskrise hatte auch im Rheinisch-Bergischen Kreis Arbeitsplätze gekostet. Der in 2010 einsetzende Wirtschaftsaufschwung hat aber zwischen März 2010 und März 2011 zu einem Plus von 1.709 oder 2,6 Prozent auf 66.882 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit einem Arbeitsort im Kreis geführt. Gleichzeitig ist die Zahl der im Kreis wohnenden Beschäftigten um 1.970 oder 2,2 Prozent auf 92.655 gestiegen. Diese Steigerungsraten entsprechen den landes- und bundesweiten Veränderungsraten.

Die überwundene Wirtschafts- und Finanzkrise hatte im Rheinisch-Bergischen Kreis vor allem die Zulieferbetriebe der Automobilbranche getroffen. Diese Krise bremste zeitweise kreisweit jedoch nur das Arbeitsplatzwachstum aus, denn durch die erleichterten Bedingungen bei der Kurzarbeit mit zeitweise 4.064 Kurzarbeitern konnten mehr als 1.400 Arbeitsplätze erhalten werden.

Die Krise spiegelte sich aber verstärkt in den drei Nordkreisstädten wieder, denn hier sind die Automobilzulieferer besonders häufig vertreten. In Burscheid (-474), Leichlingen (-111) und Wermelskirchen (-165) traten zwischen 2008 und 2010 vorübergehend Beschäftigungsverluste auf: Im März 2011 wurde in Burscheid der Vorkrisenstand von 2008 mit 6.528 noch um 141 oder 2,1 Prozent und in Leichlingen mit 3.970 um 12 oder 0,3 Prozent unterschritten, in Wermelskirchen dagegen mit 9.863 um 199 oder 2,1 Prozent sogar übertroffen.

Die Krise und ihre Überwindung haben auch die Beschäftigungsstrukturen im Rheinisch-Bergischen Kreis teilweise deutlich verändert: So sind allein zwischen in den letzten zwölf Monaten die Belegschaften sichtbar gealtert, denn die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse der über 50jährigen stieg um 1.126 oder überdurchschnittliche 6,8 Prozent auf 17.721. Auch die Teilzeitbeschäftigung hat zugelegt um 332 oder 2,5 Prozent auf 13.477. Entsprechend der landesweiten Entwicklung wuchs im Kreis die Zahl der Beschäftigungsverhältnisse mit Berufsanfängern (unter 25 Jahre alt) unterdurchschnittlich nur um 112 oder 1,5 Prozent auf 7.542. Die vergleichbaren Wachstumsraten auf Landesebene waren mit +2,2 Prozent etwas stärker ausgeprägt. Die Altersstruktur verdeutlicht aber auch die demografische Probleme: Die Altersgruppe im Berufsausstiegsalter zwischen 55 und 64 Jahren ist mit 9.120 größer als die Gruppe im Berufseinstiegsalter zwischen 15 und 24 Jahren mit 7.542.

Die jüngste Entwicklung bestätigt auch die These, dass eine Ausbildung die Beschäftigungschancen verbessert, denn die Zahl der Beschäftigungsverhältnisse mit Arbeitnehmern ohne Berufsausbildung unterschritt – im Gegensatz zur Gesamtentwicklung - den Vorjahresstand um 0,2 Prozent. Noch nicht einmal jeder achte Arbeitnehmer hat keine Berufsausbildung (13,7 Prozent).

Neben dem Maschinenbau waren das Gesundheits- und Sozialwesen, die Metallerzeugung und –bearbeitung, das Baugewerbe und die Zeitarbeit Träger der Aufwärtsentwicklung. Auf die Berufsfelder bezogen konnten vor allem Dingen Arbeitnehmer/innen in den Gesundheits- und Sozialberufen, den Verkehrsberufen, den Fertigungsberufen und den kaufmännischen Berufen den Aufschwung nutzen.

(Quelle: Arbeitsagentur Bergisch-Gladbach, 24.11.2011)

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