Bilanz zum Ausbildungsmarkt
Mehr Ausbildungsplätze und gleichzeitig weniger Bewerber: Die Arbeitsagentur zieht eine positive Bilanz zum Ausbildungsmarkt. Im Berichtsjahr 2010/2011 wurden mit 1.932 Ausbildungsstellen 231 Angebote mehr als noch im Vorjahr gemeldet, während die Zahl der Ausbildungssuchenden um 4,2 Prozent auf 2.352 Jugendliche zurückging.
Pro Bewerber wurden demnach 0,82 Ausbildungsplätze gemeldet. Im Vorjahr kamen rein rechnerisch nur 0,69 Lehrstellen auf einen Bewerber. Die Jugendlichen trafen offensichtlich auf einen aufnahmefähigeren Ausbildungsmarkt. „Viele Unternehmen wissen, dass die Investition in betriebliche Ausbildung insbesondere vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung das beste Mittel ist, um sich die benötigten Fachkräfte zu sichern. Sie zeigen damit gleichzeitig Verantwortung für die qualifizierte Ausbildung junger Menschen“, erklärt Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen, die Entwicklungen.
Diese positive Feststellung soll jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es auf der einen Seite noch Jugendliche gibt, die bisher nicht mit einem Ausbildungsplatz versorgt werden konnten, und auf der anderen Seite Betriebe für Ihre freien Stellen keine ausreichend qualifizierten Bewerber gefunden haben. „Die Ursache hierfür liegt in der Differenz zwischen Angebot und Nachfrage. Auch wenn wir den Jugendlichen immer wieder dazu raten, sich Alternativen zu ihren Traumberufen zu überlegen und über die Ortsgrenzen hinaus mobil zu sein, ist es nicht sinnvoll eine Ausbildung zu beginnen, die nicht den Interessen und Fähigkeiten entspricht. Weiterhin müssen wir daher Jugendlichen mit Berufsvorbereitungskursen alternative Angebote machen. Dass wir ein Plus bei den Ausbildungsstellen verzeichnen können, liegt auch an der intensiven Zusammenarbeit unseres Arbeitgeber-Services mit den Arbeitgebern in der Region. Auf Messen oder bei Speed-Datings mit dem künftigen Chef bringen wir regelmäßig Arbeitgeber und motivierte Jugendliche zusammen. Das ergänzt unsere Dienstleistungen um zeitgemäße Formen der Personalarbeit. Jugendliche sollten diese Chance zum direkten Kontakt nutzen und eng mit ihren Berufsberatern zusammenarbeiten“, so der Agenturleiter.
Noch immer liegen die Vorlieben der Bewerber besonders bei den kaufmännischen Berufen. Außerdem in der Hitliste der Wunschberufe zu finden sind der Kraftfahrzeugmechatroniker, die Zahnmedizinische Fachangestellte, die Fachkraft für Lagerlogistik und der Friseur.
Es ist zu beobachten, dass immer mehr Schüler nach höheren Bildungsabschlüssen streben. Dies oft in der Hoffnung, die Berufschancen und die Ausbildungsreife zu verbessern. Selbst gute Schüler zögern, sich um eine Lehrstelle zu bewerben und wählen lieber das Berufsvorbereitungsjahr oder die Berufsfachschule. Diese Alternativen beanspruchen aber viel Zeit. Daher auch der dringende Appell des Agenturleiters: „Alle Schüler der kommenden Abschlussklassen sollten sich auch um einen Ausbildungsplatz bewerben. Falls es nicht bei dem einen Traumberuf klappt, sollten Sie sich zunächst informieren, ob es nicht einen Beruf gibt, der ganz ähnlich zu diesem Beruf ist. Ein weiterer Schulbesuch muss die Chancen auf den Traumberuf nicht vergrößern, denn bereits in 2013 werden durch die doppelten Abiturjahrgänge dann wieder deutlich mehr Bewerber auf die vorhandenen Ausbildungsstellen kommen.“
Für das gerade begonnene neue Beratungsjahr 2011/2012 ist Fahnemann optimistisch: „Angesichts der steigenden Fachkräftenachfrage ist den meisten heimischen Unternehmen bewusst, dass sie das Potential von Morgen schon heute an sich binden müssen. Hierfür ist Ausbildung der beste Weg.“
(Quelle: Agentur für Arbeit Ahlen, 08.11.2011)


