Stabile Situation am Ausbildungsmarkt des vergangenen Berichtsjahres
Die Agentur für Arbeit Aachen verzeichnete bei den gemeldeten Ausbildungsstellen einen Anstieg von 4,2%. Im Zeitraum vom 1. Oktober 2010 bis zum 30. September 2011 wurden mit 4.374 Ausbildungsstellen 177 mehr registriert als im Vorjahreszeitraum. Dies zeigt, dass die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe weiterhin hoch war und die Erwartungen überstieg.
Auf der Nachfrageseite hatten sich 4.867 Jugendliche bei der Agentur für Arbeit als Bewerber/-innen für eine betriebliche Ausbildungsstelle gemeldet, 530 oder 12,2 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Nach 4 Jahren sinkender Bewerberzahlen stieg die Zahl damit wieder auf das Niveau des Jahres 2008 (4.857 Bewerber) an. Gründe lagen in dem veränderten Berufswahlverhalten der Jugendlichen. Zahlreiche Jugendliche befassen sich immer frühzeitiger mit Berufsorientierung und gingen in diesem Zusammenhang auf die Arbeitsagentur zu.
Während die rein rechnerische Lücke zwischen gemeldeten Bewerbern und gemeldeten Ausbildungsstellen in 2010 nur bei 140 lag, hat sich diese im Berichtszeitraum 2010/2011 mit 493 gegenüber dem Vorjahr vergrößert. Die Zahlen der gemeldeten Ausbildungsstellen und der Bewerber/-innen signalisierten dennoch, dass die Situation auf dem Ausbildungsmarkt insgesamt weitgehend ausgeglichen war. Unterschiedliche Entwicklung in den Teilregionen des Agenturbezirks
Die Entwicklung in den Teilregionen des Agenturbezirkes stellte sich uneinheitlich dar. Positiv fiel der Zuwachs bei den gemeldeten Ausbildungsstellen in den Bereichen Geilenkirchen (+30,7%), Heinsberg (+2,0%), Stolberg (+20,7%) und Monschau (+11,8%),auf. Zu dem guten Gesamtergebnis hat insbesondere auch die Entwicklung in der Stadt Aachen (+6,2%) beigetragen. Rückläufig war die Zahl der Ausbildungsstellen in Alsdorf (-2,8%), Erkelenz (-6,7%) und Eschweiler (-11,4%). Damit lag der Anstieg bei den gemeldeten Ausbildungsstellen in der StädteRegion Aachen bei 129 (+4,3%) und im Kreis Heinsberg bei 48 (+4,0%). Die Zunahme gemeldeter Ausbildungsstellen in der Stadt Aachen ist insofern von erheblicher Bedeutung, da dieser Bereich das „Umland“ mit versorgt.
Auf der Bewerberseite trugen Zugänge in der Stadt Aachen (+159, bzw. +16,8%), Alsdorf (+104 bzw. +11,3%), in Eschweiler (+19 bzw. +6,9%), Erkelenz (+87 bzw. +11,8%), Heinsberg (+81 bzw. + 17,3%), Stolberg (+27 bzw. +7,5%) und in Monschau (+52 bzw. +28,3%) zum Gesamtergebnis bei. Die Zahl der gemeldeten Bewerber in Geilenkirchen lag mit 449 auf Vorjahresniveau (+ 1, bzw. +0,2%).
Durch den starken Anstieg auf der Bewerberseite und den leichten Anstieg auf der Stellenseite veränderte sich das Verhältnis von Angebot und Nachfrage rechnerisch leicht zu Ungunsten der Bewerber. Im Bezirk der Arbeitsagentur Aachen kamen rechnerisch auf einen Bewerber 0,9 Ausbildungsstellen (Vorjahr: 0,97). Die größten Unterschiede zwischen gemeldeten Stellen und Bewerbern finden sich in den Bereichen Alsdorf und Erkelenz. Hier kommen auf einen Bewerber rechnerisch nur 0,5, bzw. 0,6 Stellen. Im Bereich Geilenkirchen, Heinsberg und Stolberg kommen rechnerisch auf einen Bewerber 0,7 Ausbildungsstellen. In Monschau und Eschweiler betrug das Verhältnis 1 Bewerber zu 0,9 Ausbildungsstellen. In der Stadt Aachen ergibt sich ein umgekehrtes Verhältnis (1,6 Stellen auf einen Bewerber); rechnerisch kommen hier auf 100 gemeldete Ausbildungsstellen nur 61 Bewerber (Vorjahr 51).
Am 30. September waren von den gemeldeten Ausbildungsstellen noch 174 (Vorjahr 101) unbesetzt. Hier handelt es sich vor allem um spät oder erneut gemeldete Ausbildungsstellen, bei denen das Besetzungsverfahren noch nicht abzuschließen war. Es sind aber auch Ausbildungsstellen darunter, für die aktuell kein geeigneter Bewerber mehr vorgeschlagen werden konnte.
Von den gemeldeten Bewerbern/-innen waren am 30. September noch 60 (Vorjahr 25) unversorgt. Alternativ zu einer betrieblichen Ausbildung haben sich zahlreiche Jugendliche für einen weiteren Schulbesuch oder für ein Studium entschieden. Zum anderen konnte fast allen Bewerber/-innen, die noch keine Ausbildungsstelle gefunden hatten, ein Angebot für einen Einstieg in die berufliche Ausbildung unterbreitet werden. Möglichkeiten reichen von einer geförderten Ausbildung über einen berufsvorbereitenden Lehrgang bis zu einer Einstiegsqualifizierung. Das Angebot einer außerbetrieblichen Ausbildung konnte mit 142 Plätzen auch in diesem Jahr für eine Entlastung sorgen. Erfreulich ist, dass mit der geringen Zahl unversorgter Bewerber auch die Altbewerber erfasst sind, da diese häufig größere Schwierigkeiten bei der Ausbildungssuche haben. Waren im letzten Jahr nur noch 17 „Altbewerber“ unversorgt, wurden nun zum Ende des Berichtszeitraums 39 Personen dieser Bewerbergruppe erfasst. Vermittlungsbemühungen gehen weiter
Im Zuge der weiteren Nachvermittlung gehen im Rahmen des Ausbildungskonsenses die Bemühungen unvermindert weiter, die noch offenen Ausbildungsstellen zu besetzen und die Jugendlichen, die noch immer eine Ausbildungsstelle suchen, in eine Ausbildung zu bringen. Wichtig: Weiter Kontakt halten!
Daher sollten diese Jugendlichen den Kontakt mit der Agentur für Arbeit unbedingt halten, wenn sie nach wie vor eine Ausbildung noch in diesem Jahr beginnen wollen.
(Quelle: Agentur für Arbeit Aachen, 07.06.2011)


