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Jahresrückblick 2011

Ein gutes Jahr auf dem hannoverschen Arbeitsmarkt

  • Arbeitslosenbestand sank im Agenturbezirk erstmals unter die 41.000 – Marke, in der Region Hannover unter 50.000
  • Arbeitslosenquote unter 10%
  • Stellenangebot über Vorjahresergebnis
  • Beschäftigung stieg zum 31.03.2011 deutlich an

Arbeitslose im Jahresdurchschnitt: 40.246

Veränderung gegenüber Vorjahr: - 2.152 bzw. – 5,1%

Arbeitslosenquote (Vorjahreswert): 9,5% (10,0%)

„Das vergangene Jahr war ein ausgesprochen gutes Jahr für den hannoverschen Arbeitsmarkt. Unsere Erwartungen sind sogar übertroffen worden. Der Jobmotor lief in nahezu allen Wirtschaftszweigen auf vollen Touren. Bei den Arbeitsmarktdaten gab es daher mehrere Rekorde im positiven Sinne: die höchste Beschäftigtenzahl, der höchste Stellenzugang, die niedrigste Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung. Von dieser guten Entwicklung profitierten auch die Arbeitslosen des Jobcenters“, sagte Marianne Gersdorf, Vorsitzende der Geschäftsführung der hannoverschen Arbeitsagentur. Insgesamt ging die Arbeitslosigkeit auf 40.246 zurück. Das entsprach einer Abnahme von 2.195 oder 5,1%. Die Arbeitslosenquote sank um 0,5-Punkte auf 9,5%.

Ausschlaggebend für die positive Entwicklung war die anhaltend gute Konjunktur, die 2011 noch einmal einen deutlichen Schub erhielt. So fiel die Kräftenachfrage um 5% höher aus als im Vorjahr. Insgesamt wurden 25.539 Arbeitskräfte gesucht, 1.209 mehr als im Jahr zuvor. Der steigenden Nachfrage nach Facharbeitern kam der gemeinsame Arbeitgeberservice von Jobcenter Region Hannover und Arbeitsagentur mit einer schnellen Vermittlung nach. Teilweise mussten zuvor

die beruflichen Kenntnisse der Bewerber angepasst werden, teilweise stieg auch die Kompromissbereitschaft der Arbeitgeber bei der Personalauswahl. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nahm wieder deutlich zu. Zum Ende des ersten Quartals standen über 367.000 Arbeitnehmer in einem Beschäftigungsverhältnis, 8.051 mehr als im Jahr zuvor.

Die Arbeitslosenzahl nahm – von dem üblichen Anstieg in den Sommermonaten abgesehen – im Jahresverlauf kontinuierlich ab und lag durchweg deutlich unter dem Niveau der Vorjahre. Im Jahresdurchschnitt sank sie auf 40.246 und unterschritt damit das Ergebnis von 2010 um 2.152 oder 5,1%. Im Laufe des Jahres gab es 101.115 Arbeitslosmeldungen, denen 104.259 Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit gegenüber standen.

Die Unterbeschäftigung, die neben den ausgewiesenen Arbeitslosen auch Teilnehmer in Fördermaßnahmen umfasst, sank in einem wesentlich stärkeren Maße als die Arbeitslosigkeit. Im Jahresdurchschnitt lag die Unterbeschäftigung bei 56.036 -ein Wert, der um 5.487 oder 8,9% unter dem Durchschnitt des Vorjahres lag.

Überblick

Arbeitslose

  • Der durchschnittliche Arbeitslosenbestand von 40.246 war der niedrigste seit 1993, der damals 39.853 betrug. Er nahm gegenüber dem Vorjahr um 2.152 oder 5,1% ab.
  • Im Jahresverlauf war der Rückgang der Arbeitslosigkeit nahezu doppelt so groß. Von Januar (42.136) bis Dezember (37.011) sank er um 5.125 Arbeitslose, die jeweils zur Hälfte die Arbeitslosenversicherung und die Grundsicherung entlasteten.
  • Von der Gesamtentwicklung profitierten die Männer am meisten, weil die Nachfrage nach Arbeitnehmern für die gewerblich-technischen Berufe sehr stark war. Im Durchschnitt des Jahres waren 21.973 Männer ohne Beschäftigungsverhältnis gemeldet, 1.607 oder 6,8% weniger als 2010.
  • Bei den Frauen, die von der Nachfrage nach Mitarbeiterinnen für die Kaufmännischen- und Büroberufe sowie für die Gesundheitsdienstberufe den größten Nutzen hatten, nahm der Arbeitslosenbestand um 545 oder 2,9% auf 18.273 ab. Rechtskreise
  • In der Arbeitslosenversicherung (SGB III) gab es im Durchschnitt 8.640 Arbeitslose, 1.691 oder 16,4% weniger als im Vorjahr. Ihr Anteil an allen Arbeitslosen sank von 24,4% auf nunmehr 21,5%.
  • In der Grundsicherung (SGB II) nahm der durchschnittliche Arbeitslosenbestand schwächer um 461 oder 1,4% auf 31.606 ab. Folglich stieg ihr Anteil an der Gesamtarbeitslosigkeit 78,5%.

Arbeitslosenquote

  • Die durchschnittliche Arbeitslosenquote bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen sank erstmals seit 1992 unter die 10%-Marke. Sie minderte sich um 0,5%-Punkte auf nunmehr 9,5%. In der Arbeitslosenversicherung sank sie um 0,4%-Punkte auf 2,0%, in der Grundsicherung um 0,2%-Punkte auf 7,4%.

Alters- und Personengruppen

  • Besonders erfreulich war, dass es bei den jungen Erwachsenen unter 25 Jahren einen überdurchschnittlichen Rückgang gab. Er fiel in der Relation doppelt sogar so hoch aus wie bei der Gesamtarbeitslosigkeit. Insgesamt waren im Jahresdurchschnitt 3.615 unter 25-jährige arbeitslos gemeldet, 406 oder 10,1% weniger als im Jahr zuvor. Ihr Anteil an allen Arbeitslosen sank weiter auf 9,0%. Diese positive Entwicklung hält seit 2007 an. Das Jugend-Jobcenter betreute im Jahresdurchschnitt 2.524 Personen dieser Altersgruppe, die Arbeitsagentur 1.091.
  • Eine ähnliche Situation gab es bei den unter 20-jährigen. Insgesamt nahm bei ihnen der durchschnittliche Arbeitslosenbestand um 5,8% auf 638 ab. Die durchschnittliche Bestandminderung betrug

in beiden Rechtskreisen jeweils 20. Im Bereich der Grundsicherung führte das zu 515 Arbeitslosen, in der Arbeitslosenversicherung waren es 123.

  • Auch die Langzeitarbeitslosigkeit wurde abgebaut. Insgesamt waren im Durchschnitt 15.744 Personen länger als ein Jahr ohne Beschäftigungsverhältnis gemeldet, 2,8% weniger als im Jahr zuvor.
  • Bei den Ausländern sank die Zahl der Arbeitslosen leicht unterdurchschnittlich um 1,9% oder 196 auf 10.241.
  • Eine Zunahme der Arbeitslosigkeit musste bei den Lebensälteren, also bei den über 50 jährigen, hingenommen werden. Trotzdem ist zu beobachten, dass Arbeitgeber in Folge des Fachkräftebedarfs vermehrt auf Personen dieser Altersgruppe zugehen. Noch waren hier allerdings 10.679 Personen arbeitslos gemeldet, 233 mehr als im Durchschnitt des Jahres 2010.
  • Die Arbeitslosigkeit der Schwerbehinderten ist im Jahresmittel ebenfalls angestiegen. Hier gab es 2011 insgesamt 1.887 Arbeitslose, 91 mehr als im Jahr zuvor. Über 2/3 von ihnen werden vom Jobcenter betreut.

Region Hannover

  • In der Region Hannover verlief die Entwicklung grundsätzlich parallel zu der des Agenturbezirks. Der durchschnittliche Arbeitslosenbestand nahm um 2.628 oder 5,0% auf 49.573 ab.
  • Die Arbeitslosigkeit in der Arbeitslosenversicherung (SGB-III) sank deutlich um 2.205 oder 15,9% auf 11.636. Sie machte im Schnitt 23,5% der Gesamtarbeitslosigkeit aus (Vorjahr: 26,5%).
  • Im Bereich der Grundsicherung (SGB II) fiel die Bestandsveränderung schwächer aus. Hier führte ein Rückgang von 423 oder 1,1% zu einem Durchschnittsbestand von 37.937 Arbeitslosen.
  • Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen sank die Arbeitslosenquote insgesamt um 0,5%- Punkte auf 8,6 % (Vorjahr: 9,1%). In der Arbeitslosenversicherung betrug sie 2,0%, in der Grundsicherung 6,6%

Zugänge/Abgänge

  • Die Zahl der Arbeitslosmeldungen ist um 5.418 oder 5,1% auf 101.115 zurück gegangen. Auch die Zahl derer, die vor ihrer Arbeitslosigkeit in einem Beschäftigungsverhältnis standen, ist weiter auf 28.853 gesunken. Dieses ist ein Indiz für eine gute Entwicklung und ein Zeichen dafür, dass hiesige Betriebe und Verwaltungen einen hohen Personalbedarf haben, um der gestiegenen Nachfrage gerecht zu werden.

Angesichts des Fachkräftebedarfs wurden auch Auszubildende zunehmend nach dem Ende Ihrer Prüfungen von den Betrieben und Verwaltungen übernommen oder fanden nahtlos eine Anschlussbeschäftigung bei einem anderen Arbeitgeber.

  • Insgesamt sind die Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit um 3.563.oder 3,3% auf 104.259 zurückgegangen.
  • Aus der Arbeitslosigkeit heraus sind 26.445 Personen in eine Erwerbstätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt eingemündet. Zuvor wurden 13.745 (= 52%) von ihnen von der Arbeitsagentur betreut, 12.700 (= 48%) vom Jobcenter. Aus der Altersgruppe der über 50-jährigen nahmen 3.687 Personen eine Beschäftigung auf – das war jeder 7. von allen Arbeitslosen, die auf dem ersten Arbeitsmarkt eine Beschäftigung fanden. 27.312 Arbeitslose begannen eine Ausbildung oder eine berufliche Qualifizierung.

Stellenangebote

  • Das Stellenangebot ungeförderter Stellen für den 1. Arbeitsmarkt von hiesigen Betrieben und Verwaltungen lag mit 25.539 gemeldeten Vakanzen um 1.209 oder 5,0% über dem Angebot des Vorjahres. Das entsprechende Vorjahresergebnis wurde in jedem Quartal überschritten.
  • In der Gliederung nach Wirtschaftszweigen fällt auf, dass der Personalbedarf des verarbeitenden Gewerbes mit 882 gemeldeten Vakanzen und der Personaldienstleister mit 10.972 Stellenangeboten der Vorjahresnachfrage entsprach. Bei letzteren ist der Anteil am Gesamtangebot allerdings auf 43% gesunken. Deutliche Steigerungen kamen aus dem Handel (3.117), dem Verkehrsgewerbe

(907), dem Bereich Kommunikation (520), der öffentlichen Verwaltung (917) sowie aus dem Gesundheits- und Sozialwesen (2.218).

  • Bezogen auf die gesuchten Berufsgruppen bildete die Nachfrage nach Metallbe- und –verarbeitern, nach Elektrikern und Angehörigen der Bau- und Baunebenberufe, nach Warenkaufleuten; Bürofach- und –hilfskräften sowie nach Angehörigen der Sozial- und Gesundheitsdienstberufe sowie nach Reinigungskräften die Schwerpunkte.

Beschäftigung

  • Mit 367.003 Arbeitnehmern wurde der höchst Beschäftigtenstand in einem ersten Quartal seit 2001 erreicht. Der Stand des Vorjahres wurde um 8.051 oder 2,2% überschritten. Im Bereich der Teilzeitbeschäftigung gab es einen Anstieg um 3.368 oder 4,5% auf 78.932 Arbeitnehmer. In einem Vollzeitarbeitsverhältnis standen am Ende des ersten Quartals 287.828 Personen, 4.880 oder 1.7% mehr als vor einem Jahr.

Die Zahl der über 55 Jahre alten Beschäftigten stieg gegenüber dem Vorjahr um 6,1% auf 52.749. Ihr Anteil an allen Beschäftigten erhöhte sich auf 14,4%. Neben den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten übten 79.669 Arbeitnehmer eine geringfügige Beschäftigung aus, 815 oder 1% mehr als 2010.

Wirtschaftszweige mit deutlichen Beschäftigungsgewinnen waren das Baugewerbe (auf 12.132), der Handel (auf 48.675), das Verkehrsgewerbe (auf 23.043) das Finanz- und Versicherungsgewerbe (auf 23.275), die Personaldienstleister (auf 12.305) sowie das Gesundheits- und Sozialwesen (auf 47.245 Arbeitnehmer).

Förderung

  • Beim Einsatz der arbeitsmarktpolitischen Instrumente bildeten Aktivierung, Qualifizierung und Training von Arbeitslosen, Existenzgründungen, Unterstützung Jugendlicher vor und beim Berufseinstieg, Beschäftigungsbegleitende Leistungen sowie Beschäftigung schaffenden Maßnahmen die Schwerpunkte. Insgesamt begannen knapp 36.074 Personen eine Maßnahme.

Ausgaben

  • Im Rahmen der arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen wurden insgesamt knapp 86 Mio € ausgegeben. Seitens der Arbeitsagentur waren es 23,3 Mio € beim Jobcenter 62,7 Mio €. Die größten Posten der Arbeitslosenversicherung waren die Förderung der beruflichen Fortbildung (7 Mio €), die Kosten für die berufliche Eingliederung (4,1 Mio €), Maßnahmen für Jugendliche (5,6Mio € ). Außerdem konnte die hannoversche Arbeitsagentur Maßnahmen zur Flankierung des Strukturwandels mit 1 Mio € fördern. Die Aufwendungen für die Lohnersatzleistung Arbeitslosengeld I summierten sich auf 112 Mio €, die für Arbeitslosengeld II auf ca. 270 Mio €.

Ausblick

  • Trotz vorhandener Risiken geht die hiesige Wirtschaft durchaus mit Optimismus in das Jahr 2012. Die Unternehmen sind in guter Verfassung. Viele von ihnen, nicht zuletzt aus den Schlüsselbranchen, planen Investitionen für das kommende Jahr. Die wirtschaftliche Situation des Handwerks ist robust. Der Fachkräftebedarf in einigen Berufen ist weiterhin groß. „Das sind gute Voraussetzungen dafür, dass Personal eingestellt wird. In diesem günstigen Umfeld erwarten wir für 2012 erneut einen Rückgang der Arbeitslosigkeit, wenn er auch geringer ausfallen dürfte als 2011. Wenn sich die Rahmenbedingungen nicht spürbar verdüstern, rechnen wir damit, die 39.000 im Jahresdurchschnitt zu unterschreiten“ – so die Prognose von Marianne Gersdorf für das Jahr 2012.

(Quelle: Agentur für Arbeit Hannover, 09.01.2012)

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