Der Arbeitsmarkt im Dezember 2011
Neubrandenburger Arbeitsmarkt verabschiedet sich aus 2011 mit erfreulicher Bilanz / Niedrigste Dezember-Arbeitslosigkeit seit der Wiedervereinigung / Arbeitslosenzahl im Dezember: +1.335 auf 26.638 / Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -2.310 / Arbeitslosenquote im Dezember: +0,7 Prozentpunkte auf 14,3 Prozent / Arbeitslosenzahl im Jahresdurchschnitt: 28.576
Der saisonbedingte Anstieg der Arbeitslosigkeit von November auf Dezember um 1.335 auf jetzt 26.638 war deutlich geringer als im vergangenen Jahr. Hierfür sind hauptsächlich zwei Gründe verantwortlich. Zum einen bescherte das milde Wetter weniger Zugänge von Arbeitslosen aus der Bauwirtschaft und zum anderen gab es weniger Arbeitslosmeldungen von Frauen und Männer, die zuvor einer geförderten Beschäftigung am 2. Arbeitsmarkt nachgingen.
Die Arbeitslosenquote betrug im Dezember 14,3 Prozent und lag damit um 0,7 Prozentpunkte über dem Novemberwertwert und um 1,0 Prozentpunkte unter dem Wert des Vorjahresmonats.
„Die Neubrandenburger Arbeitsagentur schließt das Jahr 2011 mit einer erfreulich positiven Bilanz ab“, erklärt Kornelia Gruel, Geschäftsführerin in der Neubrandenburger Arbeitsagentur. „Die im Herbst 2008 begonnene globale Wirtschaftskrise verschonte den Neubrandenburger Arbeitsmarkt weitestgehend. Es bleibt allerdings abzuwarten, ob sich die Finanzmärkte angesichts der Probleme einiger Euro-Länder entwickeln und ob sich das auf die Neubrandenburger Wirtschaft auswirkt“, so Gruel.
Zum Jahresende 2011 überwiegen eindeutig die positiven Eindrücke am Arbeitsmarkt:
- Der Anstieg der Arbeitslosigkeit blieb deutlich unter Vorjahresniveau. Weniger Menschen mussten sich nach dem Verlust ihres Arbeitsplatzes arbeitslos melden Die Arbeitslosigkeit sank im Jahresdurchschnitt um gut 1.000 auf 28.576.
- Die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften nahm deutlich zu.
- Die Kurzarbeit entwickelt sich seit Jahresbeginn stark rückläufig. Zum Jahresende (November) zeigten 17 Betriebe für maximal 156 Menschen Kurzarbeit an. In der Spitze (Dezember 2008) waren es noch 85 Betrieben für 960 Personen. Die Anzeige von Kurzarbeit bezieht sich jeweils auf einen zukünftigen Zeitraum (bis zu 24 Monaten), in dem der Betrieb möglicherweise kurzarbeiten will. Aber nicht alle angezeigte Kurzarbeit wird realisiert. Im August 2011 (aktuellere Daten liegen nicht vor) wurde an 7 Betriebe für 39 Personen Kurzarbeitergeld bezahlt.
„Mit viel Optimismus gingen wir Ende des vergangenen Jahres von einem moderaten Rückgang der Arbeitslosigkeit im Jahr 2011 aus. Trotz der insgesamt unsicheren globalen Rahmenbedingungen ist dieser so auch erfreulicher Weise eingetreten. Die Betriebe haben verstärkt Fachkräfte nachgefragt und ihre Belegschaft größtenteils gehalten. Schwierige Phasen wurden insbesondere durch Reduzierung der Arbeitszeiten – hier hat sich nicht zuletzt unser Instrument der Kurzarbeit bewährt – überbrückt und dadurch Beschäftigung gesichert. Und auf diese Fachkräfte konnten die Betriebe mit Auftragsbesserung sofort zurückgreifen. Zum Teil gibt es bereits wieder Engpässe bei Fachkräften“, so Gruel. Einen produktionsverhindernden Fachkräftemangel hat die Arbeitsagentur im Jahre 2011 allerdings nicht ausmachen können, betont die Geschäftsführerin. Dennoch sei zu befürchten, dass „eine Krise hinter der Krise“ drohe: Denn die demografische Entwicklung stellt auch den Neubrandenburger Arbeitsmarkt vor große Herausforderungen. „Diejenigen Unternehmen werden künftig im Wettbewerb die Nase vorn haben, die über ein intelligentes Demografie-Management verfügen“, prophezeit Gruel und verspricht: “Die Betriebe können dabei auf unsere Unterstützung setzen“. Und weiter führt Sie an: „Bei allem Optimismus dürfen wir eines nicht vergessen, fast 27.000 gemeldete Arbeitslose zum Jahresende sind eindeutig zu viel. Ohne den Entlastungseffekt der arbeitsmarktpolitischen Aktivitäten – die Kurzarbeit ist hierbei nicht berücksichtigt – läge die Arbeitslosigkeit in Neubrandenburg bei 36.756“.
Vom Abbau der Arbeitslosigkeit profitierten im Dezember nahezu alle Personengruppen. Die Zahl der Männer sank im Vorjahresvergleich um 1.376 oder 8,7 Prozent auf 14.520, die der Frauen um 934 oder 7,2 Prozent auf 12.118. Die Zahl der jüngeren Arbeitslosen (unter 25 Jahre) sank um 349 oder 13,6 Prozent auf 2.222. Die Zahl der Älteren (55 bis unter 65 Jahre) sank gegenüber dem Vorjahr um 26 auf 5.418.
Die Neubrandenburger Arbeitsagentur - verantwortlich für den Bereich der Arbeitslosenversicherung - zählte im Dezember 7.313 Arbeitslose, 728 oder 11,1 Prozent mehr als im November. Im Vorjahresvergleich sank die Arbeitslosigkeit um 927 oder 11,3 Prozent.
In den Jobcentern, verantwortlich für die Grundsicherung nach dem zweiten Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB II), wurden im Dezember 19.325 Arbeitslose gezählt. Ihre Zahl lag um 607 oder 3,2 Prozent über dem Wert von November. Gegenüber dem Vorjahresmonat sank ihre Zahl um 1.383 oder 6,7 Prozent.
Seit Jahresbeginn mussten sich 32.148 Menschen nach dem Verlust ihres Arbeitsplatzes arbeitslos melden. Das sind 7.816 weniger als im Vorjahreszeitraum. Von diesem Rückgang profitierten das Kundenzentrum der Arbeitsagentur (Arbeitslosenversicherung; 16.321 / minus 1.358) wie auch die Jobcenter Hier fiel der Rückgang mit einem Minus von 6.458 noch deutlicher aus (Grundsicherung; 15.827).
Durch die Aufnahme einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt konnten seit Jahresbeginn 30.841 Arbeitslose ihre Arbeitslosigkeit beenden, 6.884 weniger als im Vorjahreszeitraum. Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Kundenzentrum der Arbeitsagentur) lag der Wert mit 13.557 um 1.150 unter dem Vorjahreswert, im Bereich der Grundsicherung mit 23.018 um 5.734.
Seit Januar wurden der Arbeitsagentur 7.853 sozialversicherungspflichtige Stellen [1] zur Besetzung angeboten, 822 oder 12,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Mit 1.210 offenen Stellenangeboten standen im Dezember 116 oder 10,6 Prozent mehr Stellen zur Besetzung an als vor einem Jahr.
Neubrandenburger Unternehmen, die noch keinen festen Ansprechpartner haben, erreichen die Arbeitsagentur telefonisch unter der Arbeitgeber-Service-Rufnummer 01801 66 44 66 (3,9 Cent je Minute aus dem Festnetz der Deutschen Telekom. Mobilfunkpreise höchstens 42 Cent / min.), per E-Mail unter Neubrandenburg.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de oder per Fax unter (0395) 766 490 1091.
[1] Ab Berichtsmonat Juli 2010 erfasst die BA-Statistik über die gemeldeten Arbeitsstellen als gemeldete Arbeitsstellen nur noch jene für Beschäftigungen am ersten Arbeitsmarkt. Dabei wird unterschieden in Stellen für sozialversicherungspflichtige, geringfügige und sonstige (Praktika-/ Traineestellen) Arbeitsstellen. Durch die Umstellung in der Statistik liegt das neue Niveau der gemeldeten Arbeitsstellen niedriger als die frühere Gesamtzahl. Das ist grundsätzlich bei Vergleichen mit alten Zeitreihen zu berücksichtigten.
(Quelle: Arbeitsagentur Neubrandenburg, 03.01.2012)


