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Saisonbedingter Anstieg der Arbeitslosigkeit im November

Arbeitslosmeldungen aus der Steinindustrie, dem Baugewerbe und der Gastronomie ließen die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Weißenburg leicht ansteigen. Im November waren 2.670 Arbeitslose gemeldet, 110 mehr als im Vormonat. Diese Zunahme entspricht ziemlich genau der Zahl an Arbeitslosen, die spätestens im Frühjahr mit ihrer Wiedereinstellung beim bisherigen Arbeitgeber rechnen können. 1.345 der registrierten Jobsuchenden wurden von der Arbeitsagentur betreut, das waren 310 weniger als vor einem Jahr. Die Jobcenter waren für die Betreuung der anderen 1.325 Arbeitslosen verantwortlich; hier gab es gegenüber 2010 einen Rückgang um 140 Personen. Die Arbeitslosenquote lag im gesamten Agenturbezirk bei 2,7 Prozent (Vormonat 2,6 und Vorjahr 3,2 Prozent). Der Landkreis Roth hatte mit 2,4 Prozent erneut eine noch niedrigere Quote als der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen mit 3,0 Prozent. Einzelne Warnsignale Für den Winter sagt die Leiterin der Weißenburger Arbeitsagentur, Dr. Renata Häublein, zwar weitere saisonale Entlassungen voraus. Diese würden wegen der guten Auftragslage im Ausbaugewerbe aber voraussichtlich nicht so hoch ausfallen wie sonst um diese Jahreszeit. Ansonsten kämen zwar von einzelnen Firmen Signale, dass sie nur bis zum Jahresende oder bis März ausgelastet seien und Anschlussaufträge noch fehlten. „Eine konjunkturelle Eintrübung des Arbeitsmarktes und ein damit verbundener Personalabbau ist aber bisher in der Region nicht erkennbar“, sagt Häublein auch mit Blick auf die neu gemeldeten Arbeitsstellen.

 250 Menschen mit Behinderung arbeitslos

Im November waren 250 Menschen mit Behinderung arbeitslos – das sind etwa neun Prozent aller Arbeitslosen in der Region. Auch dieser Personenkreis profitierte im letzten Jahr von der guten Arbeitsmarktlage (Rückgang der Arbeitslosigkeit um 15 Prozent). Doch Menschen mit Behinderung haben im Vergleich zu nicht behinderten Menschen immer noch Schwierigkeiten, auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Anlässlich des Internationalen Gedenktags der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember organisiert die Bundesagentur für Arbeit vom 5. bis 9. Dezember eine bundesweite Aktionswoche. Sie hat das Ziel, verstärkt auf die Beschäftigungspotenziale von schwer behinderten Menschen aufmerksam zu machen. Auch die Vermittlungsfachkräfte der hiesigen Arbeitsagentur und der Jobcenter nehmen diese Woche zum Anlass, für gut qualifizierte Bewerber mit Behinderung gezielt nach passenden Arbeitsplätzen zu suchen. Die Erfolgschancen für solche Aktionen sind besser geworden, denn in fast allen Bereichen fehlen heute Fachkräfte. Dies stellt Arbeitgeber zunehmend vor neue Herausforderungen bei der Bewerberauswahl, und die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung gewinnt dadurch an Bedeutung. Arbeitgeber, die einen Arbeitsplatz für Menschen mit Behinderung anbieten können, sollten sich direkt an ihren Ansprechpartner im Arbeitgeber-Service wenden oder sich über die Arbeitgeber-Hotline 01801 664466 (Festnetzpreis 3,9 ct/min; Mobilfunkpreise höchstens 42 ct/min) mit dem örtlichen Arbeitgeber-Service in Verbindung setzen.

Steigende Kräftenachfrage

Die Nachfrage nach Arbeitskräften und insbesondere Fachkräften war im November ungebrochen. Die Arbeitgeber meldeten dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcentern 370 freie Stellen zur Besetzung, 100 mehr als vor einem Jahr. Den größten Bedarf hatten weiter-hin Zeitarbeitsunternehmen, weitere Schwerpunkte bildeten die Kunststoff- und Metallindustrie, das Nahrungsmittelhandwerk, der Großhandel, Kfz-Betriebe sowie Gesundheitswesen und Heime. Auch im Ausbaugewerbe wurde Personal gesucht; hier handelte es sich teilweise um befristete Stellenangebote oder solche, die erst 2012 zu besetzen sind.

Vom Chiemgau nach Heideck

Passende Fachkräfte für die gemeldeten Arbeitsstellen zu finden, wird bei einer Arbeitslosenquote von unter drei Prozent immer schwieriger. Dennoch kann der gemeinsame Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur und der Jobcenter in vielen Fällen weiterhin erfolgreich agieren. Schließlich sind die Arbeitsvermittler bundesweit vernetzt und können in ganz Bayern und auch bundesweit nach umzugswilligen Bewerbern suchen. Geklappt hat das bei Florian Praxl in der Schreinerei Siegert in Rudletzholz bei Heideck. Reinhard Siegert suchte Ende August dringend einen ausgebildeten Schreiner für seinen alteingesessenen Handwerksbetrieb. Früher konnte Siegert aufgrund seiner Bekanntheit, seines guten Rufs und seiner Verbindungen als Innungsobermeister freie Stellen fast immer durch Initiativbewerbungen besetzen. Doch gute Handwerker sind inzwischen Mangelware, so dass er seinen Ansprechpartner im Arbeitgeber-Service, Michael Scheuerlein, einschaltete.

Scheuerlein suchte zunächst in der Region, aber es gab kaum Bewerber mit der geforderten Qualifikation. Hier kommt Florian Praxl ins Spiel. Der 34-Jährige wohnte damals in Aschau am Chiemsee, war dort als Bootsbauer auf der Fraueninsel beschäftigt und hatte gerade die Schreinermeisterschule erfolgreich abgeschlossen. Praxl suchte eine neue Arbeitsstelle in der Nähe von Neumarkt – der Liebe wegen. Also ließ er sich bei seiner Agentur für Arbeit in Rosenheim als Arbeitsuchender registrieren. „Ich war nach dem Gespräch kaum zu Hause, da rief schon Michael Scheuerlein aus Roth an“, er-zählt er. Dieser hatte das Bewerberprofil des frisch gebackenen Schreinermeisters im zentralen Vermittlungs-, Beratungs- und Informationssystem der Bundesagentur für Arbeit entdeckt. Die beiden sprachen ausführlich über die Stelle, Praxl war interessiert und schickte seine Bewerbung nach Heideck. Auch Reinhard Siegert reagierte sofort. „Da muss man schnell sein“, dachte er sich, als er die Unterlagen in Händen hielt. Er rief Florian Praxl noch am gleichen Tag an. Sie vereinbarten ein Vorstellungsgespräch, und seit Mitte Oktober arbeitet der Praxl als Schreiner in Heideck. Den Wohnort hat er nach Berg bei Neumarkt verlegt. Mittelfristig will er sich nach einer Schreinermeisterstelle umschauen, die noch näher an Neumarkt liegt. Aber bis da-hin bleibt er Reinhard Siegert erhalten, der froh ist um diesen Mitarbeiter und ihm attestiert, dass er „seine Sache gut macht“.

(Quelle: Arbeitsagentur Weißenburg, 30.11.2011)

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