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Damit der Spagat zwischen Job und Familie leichter fällt

Landkreis und Arbeitsagentur laden Frauen zu einem umfassenden Informationstag in die Rother Kulturfabrik ein Der Kindergarten macht Weihnachten zwei Wochen zu – und das gerade dann, wenn im Betrieb Urlaubssperre angesagt ist; der Chef will übermorgen die PowerPoint-Präsentation fertig vorliegen haben und mit der großen Tochter muss aber noch für die Latein-Schulaufgabe gelernt werden – Frauen kennen ihn nur zu gut, den Spagat zwischen Job und Familie. Ein Informationstag in Roth am Mittwoch, 9. November, will genau diesen Frauen Möglichkeiten aufzeigen, wie sie beides (besser) managen können. „Infotag Job und Familie. Chancen und Perspektiven – informieren, austauschen, dabei sein“ – so haben die beiden Hauptorganisatorinnen Walburga Bauernfeind, Beauftragte für „Chancengleichheit am Arbeitsmarkt“ in Roth und die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Claudia Gäbelein-Stadler, die Veranstaltung betitelt.

„Uns geht es dabei nicht darum, Frauen zu überzeugen, dass sie nach einer Familienpause möglichst früh wieder in die Berufswelt einsteigen sollen. In die Diskussion, ob und wann das sinnvoll ist, wollen wir gar nicht erst einsteigen. Das ist die persönliche Entscheidung jeder Einzelnen“, betonen Bauernfeind und Gäbelein-Stadler. „Was wir wollen, ist Frauen Wege aufzuzeigen, wie es in unterschiedlichen Lebensphasen möglich ist, Beruf und Familie zu vereinbaren.“

Theorie und Praxis

Also geht es an dem Tag in der Rother Kulturfabrik zum einen um rein fachliche Information. Aber nicht nur. Der Tag will auch Mut machen, will Chancen, aber auch mögliche Hürden aufzeigen, will praktische Tipps und hilfreiche Ratschläge vermitteln, will ein „Rundum-Paket“ in Sachen „Job und Familie“ vermitteln.

„Denn gut informierte Frauen fällt es oft leichter, die für sie persönlich geeignetste Lösung zu finden“, weiß Walburga Bauernfeind aus ihrem Berufsalltag in der Rother Arbeitsagentur. „Das soll nicht darüber hinweg täuschen, dass es hierzulande oft noch immer schwer ist, Job und Familie auf einen guten gemeinsamen Nenner zu bringen“, so Bauernfeind weiter.

Nicht umsonst sei Deutschland bei der Geburtenrate, bei der Zahl der Frauen in Ganztagesjobs und in Führungspositionen europaweit seit Jahren unter den Schlusslichtern zu finden, während der Anteil der Alleinerziehenden, die Hilfe zum Lebensunterhalt beziehen müssen, permanent wächst.

Andererseits gibt es immer mehr gut ausgebildete Frauen, wollen immer mehr Väter auch mehr Zeit mit ihrer Familie verbringen, ist die Wirtschaft angesichts des demografischen Wandels auf junge Arbeitskräfte angewiesen. Und nicht zuletzt „wollen Frauen beides: Familie und Beruf“, sagt Dr. Renata Häublein, Leiterin der Arbeitsagentur Weißenburg.

Soll das gelingen, muss vieles passen – oder passend gemacht werden. Wie? Darauf will der Info-Tag mit einem breit angelegten Programm Antworten geben.

Von der Kinderbetreuung über die formal korrekte Bewerbung und das richtige Vorstellungsgespräch bis hin zu Themen rund um Fortbildung und soziale Absicherung reicht das Angebot. Dazwischen gibt es einen Workshop mit der Ermutigungstrainerin Erika Becker, fertigt ein Berufs-Fotograf zum Aktionspreis von 25 Euro professionelle Bewerbungsfotos an, können Frauen an verschiedenen Info-Ständen persönliche Gespräche führen, gibt es einen kostenlosen Bewerbungsmappen-Check und – selbstverständlich – eine Kinderbetreuung während der vierstündigen Veranstaltung.

Warum der Aufwand? Darauf gibt Landrat Herbert Eckstein, in dessen Behörde übrigens Dutzende von Arbeitszeitmodellen gang und gäbe sind, als Mitträger des Info-Tages eine Antwort: „Weil Politik, Gesellschaft und Wirtschaft die Familien – in all ihrer Vielfalt – brauchen. Mit ihnen können und wollen wir alle Zukunft gestalten.“

(Quelle: Agentur für Arbeit Weißenburg, 04.11.2011)

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