Optimistische Bilanz der Berufsberatung: Der Ausbildungsmarktbericht der Agentur für Arbeit Traunstein 2010/2011
Im Berufsberatungsjahr 2010/2011 (1. Oktober 2010 bis 30. September 2011) gab es im Agenturbezirk Traunstein insgesamt 1 992 Bewerber, das sind 57 oder 2,9 Prozent mehr als im vergangenen Berichtsjahr. Dem gegenüber konnten 2 425 Berufsausbildungsstellen aufgenommen werden. Das ist eine das zweite Mal in Folge eine Steigerung des Angebots, dieses Jahr um 14,2 Prozent, das sind 301 Ausbildungsplätze mehr. „Die Arbeitgeber haben verstanden, dass sie als Bestandteil ihrer zukünftigen Personalstrategie auf Ausbildung setzen müssen“, sagt Anette Farrenkopf, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Traunstein. „Die Situation für die jungen Menschen ist besser als je zuvor, dies heißt aber nicht, dass jeder Wunschberuf auch Realität wird. Trotz des guten Angebots in unserer Region braucht ein Jugendlicher Engagement und Motivation, um beim Arbeitgeber zu punkten“, schließt Farrenkopf. Von den insgesamt 1 992 Bewerbern nahmen 1 458 oder 73,2 Prozent eine Berufsausbildung oder Erwerbstätigkeit auf. 291 entschieden sich für eine weiterführende Schule, ein Studium oder ein berufsvorbereitendes Jahr, bzw. Praktikum. 20 junge Menschen werden ihren freiwilligen Wehr- oder Zivildienst antreten oder beginnen ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr. In Fördermaßnahmen sind 37 noch nicht ausbildungsreife Jugendliche. Im Jahresverlauf abgemeldet ohne Angabe eines Grundes haben sich 186 Bewerber.
Rein rechnerisch standen jedem Bewerber 1,22 Ausbildungsstellen gegenüber. Am 30. September gab es noch zwei unversorgte Bewerber und 214 unbesetzte Ausbildungsstellen. Im vergangenen Berichtsjahr gab es 155 unbesetzte Stellen und 4 unversorgte Bewerber. In diesem Jahr kann auf die Nachvermittlungsaktion ein weiteres Mal verzichtet werden. Die verbliebenen Bewerber, die derzeit noch auf der Suche sind, werden von ihrem Berufsberater einzeln betreut. „Die hohe Anzahl noch unbesetzter Ausbildungsstellen kann man auch so formulieren, dass es für junge Menschen, die noch auf der Suche sind, 214 Ziele gibt“, ermuntert Farrenkopf. Die Anzahl der Bewerber und der Ausbildungsstellen kann sich in diesen ersten Monaten der Ausbildung täglich ändern. In manchen Berufen deckt sich die Vorstellung des Jugendlichen nicht mit dem Berufs- und Ausbildungsalltag, und manche Firmen sind mit der zunächst getroffenen Auswahl nicht mehr einverstanden, weil die Eignung für einen bestimmten Beruf nicht in dem Maße vorhanden ist, wie zunächst angenommen. Farrenkopf: „Hier gilt für beide Seiten, nicht zu schnell aufzugeben. Jeder Arbeitgeber weiß, dass wir hier helfen können, z.B. mit ausbildungsbegleitenden Hilfen, aber auch jeder Jugendliche sollte sich so schnell wie möglich vom Berufsberater seine Chancen aufzeigen lassen“. So ist auch in den ersten Wochen nach Ausbildungsbeginn noch Dynamik im Markt. Von den 214 unbesetzten Ausbildungsplätzen sind 76 in den Fertigungsberufen, hierunter allein 41 Speisenbereiter, darunter 21 Angebote Koch/Köchin und 136 aus dem Dienstleistungswesen, hier machen die Gästebetreuer mit 59 Angeboten und die Warenkaufleute mit 48 die größten Anteile aus. „Auch unter den „Top Ten“ der unbesetzten Ausbildungsberufen sind auf den ersten drei Plätzen Hotelfachleute, Koch/Köchin und Restaurantfachleute“, erläutert Farrenkopf, „angesichts der starken Tourismusorientierung unserer Region sind hier vielfältige Karrieremöglichkeiten drin.“ Unter den „Top Ten“ der Wunschberufe stehen an den ersten Stellen Bürokaufleute mit 200 Bewerbern, Kaufleute im Einzelhandel mit 136, gefolgt von medizinischen Fachangestellten mit 111 und Kraftfahrzeugmechatroniker ist mit 103 auf Platz vier. Die Berufsberater gehen in alle Schulen der Landkreise und haben im Berichtsjahr 105 Entlassklassen und 102 Vorentlassklassen der Sekundarstufe 1 und 22 Kurse in den Gymnasien (Abi-Doppeljahrgang) betreut. Darunter waren ca. 400 Veranstaltungen in den Klassen und im BIZ und 38 Elternabende mit Vorträgen und Informationen zu Beratungs- und Förderleistungen. In den berufsbildenden Schulen sowie in der Fach-/Berufsoberschule und in den Förderschulen waren es 44 Aktionen zur Berufsorientierung. Bei der jungen Maßnahme zur Berufseinstiegsbegleitung stehen an sechs Schulen 120 Plätze zur Verfügung. Die ausbildungsbegleitenden Hilfen wurden an fünf Standorten aufgestockt, so dass in diesem Jahr 294 Plätze in Anspruch genommen werden können.
(Quelle: Arbeitsagentur Traunstein, 07.11.2011)


