Der Arbeitsmarkt im November 2011
2011 Stabile Hochdrucklage im November nicht nur beim
So ruhig wie die Witterung verlief im letzten Monat auch die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt der Region Main- Rhön. Die Zahl der Arbeitslosen lag mit 7.618 soger leicht unter der des Oktober, als noch 120 Menschen mehr arbeitslos gemeldet waren. Die Arbeitslosenquote sank weiter um 0,1 Prozentpunkte auf nunmehr 3,2 Prozent. Vor einem Jahr waren 1.134 Arbeitslose mehr gezählt worden, bei einer Quote von 3,7 Prozent. „Die Großwetterlage auf unserem Arbeitsmartkt ist weiterhin sehr günstig,“ kommentiert Thomas Stelzer, der Leiter der Agentur für Arbeit Schweinfurt, die aktuelle Situation. „Bereits seit Monaten beobachten wir kleine Fortschritte auf hohem Niveau“, so Stelzer weiter. „Wir haben in diesem Jahr nicht mehr den stürmischen Aufstieg wie nach dem Ende der letzten Konjunkturkrise erlebt, aber in kleinen Schritten sank die Arbeitslosigkeit weiter und wir konnten von immer neuen positiven Rekordwerten berichten.“
Auch wenn die Änderungen beim Bestand der Arbeitslosen seit längerer Zeit gering sind - die Austauschprozesse auf dem Markt finden dennoch weiter statt, wie die Bewegungszahlen zeigen. Seit Jahresbeginn hatten sich bis November bei den Dienstellen der Agentur für Arbeit Schweinfurt und bei den Jobcentern insgesamt 29.816 Arbeitnehmer erstmals oder erneut arbeitslos gemeldet, davon 2.413 im Berichtsmonat. Ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten im gleichen Zeitraum 31.432 Betroffene, davon im November 2.541. Im Vorjahr mit der insgesamt höheren Dynamik allerdings waren diese Bewegungszahlen von Januar bis November noch um rund 18 Prozent höher.
Unterbeschäftigung bleibt ebenfalls unverändert
Um die Arbeitslosigkeit genauer abzubilden, veröffentlicht die Bundesagentur für Arbeit seit fast zwei Jahren auch die Zahlen zur so genannten Unterbeschäftigung. Hier werden Personen erfasst, die zwar nicht arbeitslos im Sinne der Gesetzesdefinition sind, aber dennoch keiner regulären Beschäftigung nachgehen, weil sie beispielsweise arbeitsunfähig erkrankt sind, eine Fortbildung absolvieren oder in einer Arbeitsgelegenheit („Ein- Euro-Job“) beschäftigt sind. Eine Steigerung der Zahl dieser Fälle würde die Zahl der offiziell arbeitslosen Menschen senken, ohne dass deren Suche nach einer regulären Beschäftigung tatsächlich beendet wäre. Im November wurden 4.863 Menschen von dieser Kategorie „Unterbeschäftigung“ erfasst, praktisch genauso viele wie im Oktober mit 4.860. Die Veränderungen bei den Arbeitslosenzahlen bilden somit einen echten Rückgang der Arbeitslosigkeit ab.
Zahl der neu gemeldeten Arbeitsstellen steigt noch einmal leicht an, aber die kommende Winterzeit wirft ihre Schatten voraus.
Zwar lag die Zahl der neuen Stellenangebote mit 794 leicht über der des Oktober, als der gemeinsame Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und der Jobcenter 766 neue Aufträge entgegen nahmen. Diese leichte Steigerung um 28 Stellen oder 3,7 Prozent ändert jedoch nichts daran, dass die saisonbedingte Nachfrage nach Arbeitskräften nun zu Ende geht. Die milde Witterung trug bisher dazu bei, dass in den Außenberufen weiter gearbeitet werden konnte und somit auch hier beispielsweise im Rahmen der Fluktuation immer wieder Bedarf an Arbeitskräften bestand.
Die Dienststellen erhalten allerdings zunehmend Meldungen von Arbeitnehmern, bei denen die Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses absehbar ist, entweder, weil sie bereits ihre Kündigung erhalten haben oder ihre befristete Beschäftigung nicht verlängert wurde. Für diese Menschen, welche noch nicht arbeitslos sind, aber bereits arbeitsuchend, versuchen die Vermittlungsfachkräfte nach Möglichkeit Anschlussarbeitsverhältnisse zu finden, um Arbeitslosigkeit gar nicht erst eintreten zu lassen. Gerade in den Saisonberufen stößt man dabei naturgemäß schnell an Grenzen, so dass in den nächsten Monaten sicher ein Anstieg der Arbeitslosigkeit zu erwarten ist. Positiv ist zu vermerken, dass sehr viele Sasionkräfte dabei bereits eine Wiedereinstellungszusage für das nächste Jahr in der Tasche haben. Zunehmend wird von den Firmen auch das Instrument des Saison- Kurzarbeitergeldes genutzt, um die Arbeitskräfte auch über den Winter behalten zu können. Die Betriebe vermeiden so das Risiko, die wertvollen Fachkräfte im Frühjahr an die Konkurrenz zu verlieren.
Im Monat November lag der Bestand an bei der Agentur für Arbeit gemeldeten Stellen mit 2.138 zwar geringfügig um 3,3 Prozent unter dem Wert für den Oktober, aber absolut gesehen im langjährigen Vergleich auf hohem Niveau. Auch im Vergleich zum Vorjahr waren 456 oder 27 Prozent mehr offene Stellen gemeldet. Trend bei der Arbeitskräftenachfrage uneinheitlich Die unterschiedliche Nachfrage in den einzelnen Branchen zeigt ebenfalls seit Monaten das gleiche Muster - Fachkräfte insbesondere im Handwerk werden dringend gesucht, im Bürobereich liegt das Angebot an Arbeitnehmern über der Nachfrage und bei den Helfern wurden die Chancen auch für Ungelernte immer besser. Doch die aktuelle Lage auf dem Arbeitsmarkt, gekennzeichnet weder durch einen steilen Aufschwung noch durch einen Abschwung, lässt auch in der gleichen Branche das Pendel schnell zur einen oder anderen Seite ausschlagen.
„Während wir in Krisenzeiten mit viel Kurzarbeit in allen Wirtschaftsbereichen kaum Einstellungen hatten und im Aufschwung nach der Krise überall die Belegschaft wieder aufgebaut wurde, balancieren die Firmen derzeit sozusagen auf dem Gipfel,“ erläutert der Leiter der Arbeitsagentur die Situation. „Schon geringe Ausschläge in der Auftragsentwicklung entscheiden darüber, ob befristete Kräfte übernommen werden oder nicht, ob Mitarbeiter entlassen werden oder die Belegschaft zahlenmäßig aufgestockt wird. Auch wenn also beispielsweise generell in der Metall- Kunstoff- oder Elektroindustrie eine hohe Nachfrage nach Arbeitskräften herrscht, schließt das nicht aus, dass in einer Firma aus bestimmten Gründen zu viele Mitarbeiter an Bord sind oder bei einem anderen Betrieb eine länger geplante Umstrukturierung den Verlust von Arbeitsplätzen zur Folge hat.“
Glücklicherweise haben Fachkräfte, die ihren Arbeitsplatz verlieren, derzeit gute Chancen, anderweitig eine Arbeitsstelle zu bekommen. So hoffen einige Handwerksbetriebe sogar darauf, Mitarbeiter der Industrie, deren befristete Arbeitsverhältnisse nicht verlängert werden, übernehmen zu können.
Derzeit kein Unwetter auf dem Arbeitsmarkt in Sicht
Neben der üblichen Entwicklung im Winterhalbjahr mit dem Rückgang der Beschäftigung in den Saisonbetrieben sind aus Sicht der Arbeitsagentur noch keine dramatische Änderungen auf dem Arbeitsmarkt in der Region Main- Rhön erkennbar. „Um beim Vergleich mit der Witterung zu bleiben: Hier und da kann es immer einmal zu Windböen kommen, aber ein Sturmtief ist nicht auszumachen“, beschreibt Stelzer seine Erwartungen für die nächste Zukunft.
(Quelle: Arbeitsamt Schweinfurt, 30.11.2011)


