Auch auf dem Arbeitsmarkt noch kein Wintereinbruch
Milder Winter bremst den für die Jahreszeit üblichen Anstieg der Arbeitslosigkeit: Arbeitslosenquote mit 3,2 Prozent um 0,2 Punkte höher als im November, jedoch deutlich niedriger als noch vor einem Jahr / Stellenzugänge werden zum Jahresende weniger / Stellenbestand sinkt geringfügig, ist im Vergleich zum Vorjahr jedoch weiterhin hoch: Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften in einigen Branchen weiterhin groß
Der Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Pfarrkirchen
Die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Pfarrkirchen, der die Landkreise Rottal-Inn, Altötting und Mühldorf umfasst, liegt im Dezember um acht Prozent höher als im Vormonat. Insgesamt sind 5.782 Personen arbeitslos, 418 mehr als im November. Gegenüber dem Dezember 2010 ist die Arbeitslosigkeit um zwölf Prozent gesunken (-761 Personen). 2.780 Personen (Vormonat: 2.405) werden von der Agentur für Arbeit betreut, 3.002 (Vormonat: 2.959) Menschen von den Jobcentern. Die Arbeitslosenquote beträgt aktuell 3,2 Prozent, vor einem Jahr lag sie noch bei 3,7 Prozent.
„Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit ist für diese Jahreszeit üblich und überwiegend auf vorrübergehende Entlassungen im Bauhaupt- und Baunebengewerbe zurückzuführen“, kommentiert Jutta Müller, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Pfarrkirchen, die neuen Arbeitsmarktzahlen. „Der milde Dezember und die weiterhin stabile Konjunktur lassen den so genannten „Dezember - Saisonausschlag“ auf dem Arbeitsmarkt im Vergleich zu den Vorjahren moderat ausfallen. Die Auftragslage in der Baubranche war so gut, dass viele Betriebe bis Weihnachten mit voller Kraft am Werk waren. Ein weiterer Grund für die ausgebliebenen Arbeitslosmeldungen ist, dass mittlerweile viele Betriebe das Saison – Kurzarbeitergeld nutzen:
Für die Schlechtwetterzeit von 01.12.2011 bis 31.03.2012 haben bisher 170 Betriebe des Baugewerbes, des Dachdeckerhandwerks und des Garten-, Landschafts- und Sportplatzbaus die Inanspruchnahme des Saison - Kurzarbeitergeldes für insgesamt 1.286 Mitarbeiter angezeigt. Das bedeutet, dass für diese Arbeitnehmer saisonbedingte Kündigungen vermieden werden können“, erklärt die Agenturchefin weiter. Jutta Müller warnt jedoch vor zu viel Optimismus: „Der Wintereinbruch auf dem Arbeitsmarkt wird kommen, wenn auch später als in den Jahren zuvor. Unsere aktuellsten Zahlen aus der Woche zwischen Weihnachten und Neujahr deuten dies bereits an“.
Die Bewegung auf dem Arbeitsmarkt, also die Zu- und Abgänge von Arbeitslosen, stellt sich im Detail wie folgt dar: Im Dezember meldeten sich 2.039 Personen arbeitslos, das sind 127 (sieben Prozent) mehr als im November 2011. Gleichzeitig beendeten 1.613 Personen ihre Arbeitslosigkeit, dies sind 366 Personen (19 Prozent) weniger als im Vormonat. Im Dezember 2010 waren jeweils um neun Prozent weniger Zu- und Abgänge zu verzeichnen. Dies zeigt, dass auf dem Arbeitsmarkt zum Ende des Jahres 2011 weiterhin viel Bewegung herrscht.
1.516 Frauen und Männer waren im Dezember ein Jahr und länger ohne Beschäftigung und damit langzeitarbeitslos, dies sind drei Personen weniger als im Vormonat (1.519 Personen). Etwa drei Viertel der Langzeitarbeitslosen (1.141 Personen) waren bei den Jobcentern gemeldet. Gegenüber Dezember 2010 ist ein Rückgang um 137 Personen oder acht Prozent festzustellen. „Die Zahlen verdeutlichen, dass auch Langzeitarbeitslose von der guten Konjunktur profitieren“, so Jutta Müller. Die Zahl der Arbeitslosen, die 50 Jahre und älter sind, hat sich – ebenso wie die Gesamtzahl der Arbeitslosen - saisonbedingt erhöht, jedoch nicht unverhältnismäßig.
2.011 Ältere (November: 1.902) waren im Dezember arbeitslos gemeldet, dies entspricht einem Anstieg von sechs Prozent (Gesamtanstieg der Arbeitslosigkeit: acht Prozent). Gegenüber Dezember 2010 ist die Arbeitslosigkeit Älterer auf Grund der allgemein guten Arbeitsmarktlage und den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit und der Jobcenter um 198 Personen (neun Prozent) gesunken. Die Älteren stellen jedoch weiterhin einen hohen Anteil (35 Prozent) an der Gesamtarbeitslosigkeit. „Es muss nach wie vor alles daran gesetzt werden, auch ältere Arbeitnehmer in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Hier gilt unser Appell nicht zuletzt den Arbeitgebern“, betont Jutta Müller.
Die Erwerbslosigkeit der jüngeren Arbeitnehmer unter 25 Jahren ist im Dezember, ebenfalls saisonbedingt, um 16 Prozent gestiegen. 661 junge Menschen sind aktuell gemeldet, dies sind 91 mehr als im November. Ihr Anteil an der Gesamtarbeitslosigkeit beträgt nun elf Prozent. Gegenüber dem Dezember 2010 ist dank des allgemein guten Ausbildungs- und Arbeitsmarktes die Jugendarbeitslosigkeit jedoch um neun Prozent (68 Personen) zurückgegangen.
Der Bestand an offenen Stellen im Agenturbezirk Pfarrkirchen ist im Dezember mit 1.354 Stellen geringfügig gesunken. Im Vormonat waren noch 1.426 freie Stellen gemeldet, also um 72 oder fünf Prozent mehr. Im Vergleich zum Dezember 2010 ist ein Anstieg um 160 Stellen zu verzeichnen. Damit sind aktuell 13 Prozent mehr Stellen im Bestand als noch vor einem Jahr. Die konjunkturelle Entwicklung der Wirtschaft kann besser am Zugang der Arbeitsstellen abgelesen werden. Die Stellenzugänge sind ein aussagekräftigerer Indikator für die Einstellungsbereitschaft der Betriebe als die Veränderungen der Bestandszahlen. Im Dezember wurden insgesamt 634 freie Stellen gemeldet, dies sind um 56 Stellen (acht Prozent) weniger als im Vormonat. Im Vergleich zum Dezember 2010 waren es um 59 Stellen (acht Prozent) weniger.
Die Agenturchefin erläutert: „Die Stellenzugänge und der Bestand an offenen Stellen sind, wie in dieser Jahreszeit üblich, leicht gesunken. Im Vergleich zu 2010 bleibt der Stellenbestand jedoch weiterhin hoch. Vor allem in der Metall- und Elektrobranche, den Gesundheits- und Pflegeberufen sowie im Hotel- und Gaststättengewerbe ist der Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften nach wie vor groß“. Jutta Müller appelliert an die Betriebe, auch älteren Arbeitnehmern, Personen mit formal geringerer Qualifizierung oder Menschen mit Behinderung eine Chance zu geben: „Unternehmen sind gut beraten, auch alternative Wege zur Mitarbeitergewinnung einzuschlagen. Bewerber mit Handicap sind – richtig eingesetzt – nicht weniger leistungsfähig. Sie stellen vielmehr ein Potential dar, dem mit Blick auf den wachsenden Fachkräftebedarf mehr Aufmerksamkeit zukommen muss.“
Zusätzlich zu den 5.782 registrierten Arbeitslosen umfasst die Unterbeschäftigung im Bezirk der Agentur für Arbeit Pfarrkirchen weitere 2.899 Personen. In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen insbesondere die Personen erfasst, die nicht als arbeitslos im Sinne des Sozialgesetzbuches gelten, weil sie an bestimmten Maßnahmen der Arbeitsförderung teilnehmen oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind (wie z. B. in Krankheit oder in vorruhestandsähnlichen Regelungen) und insoweit den Arbeitsmarkt entlasten. Damit wird ein vollständigeres Bild über die Zahl von Menschen mit Problemen am Arbeitsmarkt sowie über das Ausmaß fehlender regulärer Beschäftigung gezeichnet. Die Unterbeschäftigung zählt insgesamt 8.681 Personen.
Regionale Daten: Hauptagentur Pfarrkirchen mit Jobcenter Rottal-Inn (Landkreis Rottal-Inn)
Im Landkreis Rottal-Inn ist die Arbeitslosigkeit im Dezember, wie üblich in dieser Jahreszeit, angestiegen. Im Vergleich zum Vormonat sind 164 Arbeitslose (zehn Prozent) mehr gemeldet, der Bestand liegt damit bei 1.799 Personen. Die Zunahme der Arbeitslosigkeit ist nahezu ausschließlich auf Arbeitslosmeldungen aus dem Bauhaupt- und Baunebengewerbe zurückzuführen. „Der so genannte „Saisonausschlag“ im Dezember fällt in diesem Jahr dank der günstigen Witterung verhältnismäßig gering aus, da Beschäftigte in den Außenberufen im Dezember größtenteils noch arbeiten konnten. Vor einem Jahr waren um diese Zeit 358 (17 Prozent) mehr Arbeitslose registriert“, erläutert Jutta Müller. Die Arbeitslosenquote ist gegenüber dem Vormonat um 0,3 Punkte auf 2,9 Prozent gestiegen. Vor einem Jahr betrug sie noch 3,5 Prozent. Verglichen mit den Landkreisen Altötting und Mühldorf (Quote jeweils 3,4 Prozent) weist Rottal-Inn weiterhin die günstigste Arbeitsmarktlage auf.
Im Dezember meldeten sich 683 Menschen arbeitslos, dies sind 120 oder 15 Prozent weniger als vor einem Jahr. Im gleichen Zeitraum konnten 513 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden: 79 oder 13 Prozent weniger als im Dezember 2010. 423 Menschen (November: 431) waren im Dezember ein Jahr und länger ohne Beschäftigung und damit langzeitarbeitslos. Mehr als drei Viertel aller Langzeitarbeitslosen (329 Personen) waren beim Jobcenter gemeldet. Verglichen mit dem Vorjahr sind 51 Personen (elf Prozent) weniger von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen. „Dies verdeutlicht, dass auch Langzeitarbeitslose von der guten Konjunktur profitieren“, so Jutta Müller.
Die Zahl der Arbeitslosen, die 50 Jahre und älter sind, hat sich – ebenso wie die Gesamtzahl der Arbeitslosen - saisonbedingt erhöht, jedoch nicht unverhältnismäßig. 628 Ältere (November: 593) waren im Dezember arbeitslos gemeldet, dies entspricht einem Anstieg von sechs Prozent (Gesamtanstieg: zehn Prozent). Gegenüber Dezember 2010 ist auf Grund der allgemein guten Arbeitsmarktlage und den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit ein Rückgang der Arbeitslosigkeit Älterer von 78 Personen (elf Prozent) festzustellen. Die Älteren stellen jedoch weiterhin einen hohen Anteil (35 Prozent) an der Gesamtarbeitslosigkeit.
Die Erwerbslosigkeit der jüngeren Arbeitnehmer unter 25 Jahren ist im Dezember, ebenfalls saisonbedingt, um zehn Prozent gestiegen. 233 junge Menschen sind aktuell gemeldet, dies sind 22 mehr als im November. Ihr Anteil an der Gesamtarbeitslosigkeit beträgt nun 13 Prozent. Gegenüber dem Dezember 2010 ist die Jugendarbeitslosigkeit dank des guten Ausbildungs- und Arbeitsmarktes im Landkreis Rottal- Inn jedoch um 25 Prozent (78 Personen) zurückgegangen. Der Bestand an offenen Stellen ist im Vergleich zum Vormonat gesunken. Mit 495 an der Zahl sind es um 25 Stellen (fünf Prozent) weniger als im November. Jedoch sind weiterhin 32 Prozent (119 Stellen) mehr Stellen im Bestand als im Dezember 2010.
Die konjunkturelle Entwicklung der Wirtschaft kann besser am Zugang der Arbeitsstellen abgelesen werden. Die Stellenzugänge sind ein aussagekräftigerer Indikator für die Einstellungsbereitschaft der Betriebe als die Veränderungen der Bestandszahlen. Im Dezember wurden 234 Stellen gemeldet, dies sind um zwölf Prozent (33 Stellen) weniger als im Vormonat. Im Vergleich zum Dezember 2010 gab es drei Stellengzugänge mehr. Die Stellenzugänge resultieren hauptsächlich aus Meldungen des verarbeitenden Gewerbes, dem Handel, dem Gesundheits- und Pflegebereich sowie der Dienstleistungsbranche.
Regionale Daten: Geschäftsstelle Altötting mit Jobcenter Altötting (Landkreis Altötting)
Im Landkreis Altötting ist die Zahl der Arbeitslosen im Dezember saisonbedingt auf 2.009 Personen gestiegen, dies sind 136 (sieben Prozent) Personen mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote beträgt nun 3,4 Prozent. Gegenüber dem Dezember 2010 ist die Anzahl der Arbeitslosen um 127 Personen (sechs Prozent) zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote lag damals bei 3,7 Prozent. Im Dezember meldeten sich 696 Frauen und Männer arbeitslos. Im gleichen Zeitraum konnten 562 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden. Die Zu- und Abgangszahlen entsprechen in etwa den Bewegungen im Dezember 2010.
489 Personen waren im Dezember länger als ein Jahr ohne Beschäftigung und damit langzeitarbeitslos. Dies sind zwei Prozent (sieben Personen) mehr als im Vormonat. Im Vergleich zu Dezember 2010 sind drei Prozent (14 Personen) weniger Langzeitarbeitslose gemeldet. Knapp zwei Drittel (312 Personen) dieser werden vom Jobcenter Altötting betreut.
Die Zahl der Arbeitslosen, die 50 Jahre und älter sind, hat sich – ebenso wie die Gesamtzahl der Arbeitslosen - saisonbedingt erhöht, jedoch nicht unverhältnismäßig. 710 Ältere (November: 661) waren im Dezember arbeitslos gemeldet, dies entspricht einem Anstieg von sieben Prozent (Gesamtanstieg: ebenfalls sieben Prozent). Gegenüber Dezember 2010 ist auf Grund der allgemein guten Arbeitsmarktlage und den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit und der Jobcenter ein Rückgang der Arbeitslosigkeit Älterer von 56 Personen (sieben Prozent) festzustellen. Die Älteren stellen jedoch weiterhin einen hohen Anteil (35 Prozent) an der Gesamtarbeitslosigkeit. Die Erwerbslosigkeit der jüngeren Arbeitnehmer unter 25 Jahren ist im Dezember, ebenfalls saisonbedingt, um 15 Prozent gestiegen. 224 junge Menschen sind aktuell gemeldet, dies sind 29 mehr als im November. Ihr Anteil an der Gesamtarbeitslosigkeit beträgt nun elf Prozent. Gegenüber dem Dezember 2010 ist die Jugendarbeitslosigkeit im Landkreis Altötting um fünf Prozent (11 Personen) gestiegen. Diese Entwicklung ist darauf zurückzuführen, dass Leiharbeitsfirmen aktuell zurückhaltender einstellen, beziehungsweise zum Teil bereits Mitarbeiter entlassen mussten. Dies trifft vor allem junge Arbeitnehmer und Berufsanfänger. Der Stellenbestand im Landkreis Altötting ist mit 397 offenen Stellen gegenüber dem Vormonat um vier Stellen gestiegen. Im Vergleich zum Dezember 2010 sind 22 freie Stellen (sechs Prozent) mehr im Bestand zu verzeichnen.
Die konjunkturelle Entwicklung der Wirtschaft kann besser am Zugang der Arbeitsstellen abgelesen werden. Die Stellenzugänge sind ein aussagekräftigerer Indikator für die Einstellungsbereitschaft der Betriebe als die Veränderungen der Bestandszahlen. Im Dezember wurden 209 freie Stellen gemeldet. Dies sind um 49 Stellen oder 31 Prozent mehr als im November. Im Dezember 2010 wurden 43 Stellenzugänge weniger registriert (17 Prozent). Die Stellenmeldungen kamen überwiegend aus dem verarbeitenden Gewerbe sowie aus der Dienstleistungsbranche.
Regionale Daten: Geschäftsstelle Mühldorf mit Jobcenter Mühldorf (Landkreis Mühldorf)
Im Landkreis Mühldorf ist die Arbeitslosigkeit im Dezember saisonbedingt gestiegen. Mit 1.974 Arbeitslosen sind gegenüber dem Vormonat 118 Personen (sechs Prozent) mehr registriert. Im Vergleich zum Vorjahr ist ein Rückgang um 276 Personen (zwölf Prozent) zu verzeichnen. Die Arbeitslosenquote liegt damit aktuell bei 3,4 Prozent, im Dezember 2010 betrug sie noch 3,9 Prozent. 660 Personen meldeten sich im Dezember arbeitslos, dies sind 102 Personen oder 13 Prozent weniger als noch vor einem Jahr. Gleichzeitig konnten 538 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden, dies sind 59 Personen (zehn Prozent) weniger als im Dezember 2010. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen bleibt mit 604 Personen im Vergleich zum Vormonat (606 Personen) beinahe unverändert. Gegenüber Dezember 2010 ist ein Rückgang um 72 Personen oder elf Prozent zu verzeichnen. Der weitaus überwiegende Teil der Langzeitarbeitslosen (500 Personen) wird vom Jobcenter Mühldorf betreut.
Die Zahl der Arbeitslosen, die 50 Jahre und älter sind, hat sich – ebenso wie die Gesamtzahl der Arbeitslosen - erhöht, jedoch nicht unverhältnismäßig. 673 Ältere (November: 648) waren im Dezember arbeitslos gemeldet, dies entspricht einem Anstieg von vier Prozent (Gesamtanstieg: sechs Prozent). Gegenüber Dezember 2010 ist die Arbeitslosigkeit Älterer auf Grund der allgemein guten Arbeitsmarktlage und den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit und der Jobcenter um 64 Personen (neun Prozent) zurückgegangen. Jedoch stellen die Älteren weiterhin einen hohen Anteil (35 Prozent) an der Gesamtarbeitslosigkeit. Die Erwerbslosigkeit der jüngeren Arbeitnehmer unter 25 Jahren ist im Dezember, ebenfalls saisonbedingt, um 24 Prozent gestiegen. 204 junge Menschen sind aktuell gemeldet, dies sind 40 mehr als im November. Ihr Anteil an der Gesamtarbeitslosigkeit beträgt nun zehn Prozent.
Im Vorjahr lag die Jugendarbeitslosigkeit mit 203 Personen auf gleichem Niveau. Trotz der guten Arbeitsmarktlage konnte die Jugendarbeitslosigkeit im Landkreis Mühldorf nicht weiter abgebaut werden. Diese Entwicklung ist darauf zurückzuführen, dass Leiharbeitsfirmen aktuell zurückhaltender einstellen beziehungsweise zum Teil bereits Mitarbeiter entlassen mussten. Dies trifft vor allem junge Arbeitnehmer und Berufsanfänger.
Der Stellenbestand im Landkreis Mühldorf ist im Dezember 2011 um 51 (zehn Prozent) auf nun 462 freie Stellen im Bestand gesunken. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Bestand um 19 Stellen (vier Prozent) gestiegen. Der Fachkräftebedarf im Landkreis Mühldorf bleibt demnach hoch.
Die konjunkturelle Entwicklung der Wirtschaft kann besser am Zugang der Arbeitsstellen abgelesen werden. Die Stellenzugänge sind ein aussagekräftigerer Indikator für die Einstellungsbereitschaft der Betriebe als die Veränderungen der Bestandszahlen. Im Dezember wurden in der Geschäftsstelle Mühldorf 191 Stellenzugänge gemeldet. Dies sind 72 Stellen oder 27 Prozent weniger als im Vormonat und 19 Stellen (neun Prozent) weniger als vor einem Jahr. Die Stellenzugänge kommen vor allem aus dem Bereich des verarbeitenden Gewerbes, aber auch aus dem Handel und der Dienstleistungsbranche.
(Quelle: Agentur für Arbeit Pfarrkirchen, 03.01.2012)


