Frauen sind qualifizierte Fachkräfte Großes Potential für den Arbeitsmarkt
„Die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen steigt seit Juni 2005 kontinuierlich an. So ist die Zahl der berufstätigen Frauen im Bezirk der Agentur für Arbeit Pfarrkirchen um 4.344 bzw. 11 Prozent auf 45.058 Beschäftigte im Juni 2010 (aktuelle Daten) gestiegen. Im selben Zeitraum stieg die Zahl der männlichen Beschäftigten nur um acht Prozent an. Die Zuwächse wirken sich insbesondere in der Teilzeitbeschäftigung aus. Die Teilzeitbeschäftigung der Frauen ist für den gleichen Zeitraum ebenfalls fortdauernd um 3.551 oder 26 Prozent auf 17.248 Beschäftigte gestiegen. Besonders erfreulich ist die Entwicklung bei den teilzeitbeschäftigten Männern. Hier stieg die Bereitschaft, eine Teilzeitbeschäftigung auszuüben, seit 2005 um 1.905 Männer bzw. 90 Prozent auf insgesamt 4.037 Beschäftigte“ erklärt Jutta Müller, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Pfarrkirchen. Von den insgesamt im Agenturbezirk 21.285 sozialversicherungspflichtig Teilzeitbeschäftigten (Stand Juni 2010), arbeiteten 81 Prozent der Frauen und 19 Prozent der Männer in Teilzeit.
Bei den geringfügig entlohnten beschäftigten Frauen, auch Mini-Jobberinnen genannt, wurden ebenfalls hohe Zuwächse verzeichnet. Insbesondere bei den Mini-Jobberinnen, die zusätzlich noch einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen, ergab sich seit dem Jahr 2005 eine Steigerung von 2264 bzw. 53 Prozent auf 6546 Beschäftigte. Diese ist im Agenturbezirk Pfarrkirchen wesentlich höher als im bayrischen Durchschnitt, der nur eine Steigerung um 39 Prozent verzeichnet. Die Entwicklung bei ausschließlichen Mini-Jobberinnen, die also nur dieser Beschäftigung nachgehen, wies einen Zuwachs von 864 Personen bzw. fünf Prozent auf 20115 Beschäftigte auf.
Eine Analyse des Institutes für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB-Kurzbericht 09/2011) hat hierzu festgestellt, dass fast die Hälfte der regulär teilzeitbeschäftigten Frauen und zwei Drittel der Mini-Jobberinnen die vereinbarte Arbeitszeit gerne deutlich ausweiten würden. „Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und dem drohenden Fachkräftemangel, wären diese Personenkreise ein schnell zu akquirierende Personalressource“ so Jutta Müller.
Im Juli dieses Jahres waren 2.855 Frauen arbeitslos gemeldet. Das entspricht einem Rückgang von 423 Personen bzw. 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote der Frauen im Agenturbezirk Pfarrkirchen beträgt 3,5 Prozent. Davon weisen 51 Prozent eine betriebliche oder schulische Ausbildung und vier Prozent sogar eine akademische Ausbildung auf. „Ich appelliere deshalb an Unternehmen, die qualifizierte Fachkräfte benötigen, diesen Frauen eine Chance zu geben und mit flexiblen Arbeitszeitmodellen neue Ressourcen zu erschließen“ so Jutta Müller weiter. „Für Frauen ohne berufliche Ausbildung bieten wir vielfältige Qualifizierungsangebote an“.
Das veränderte Rollenbild der Frau in unserer Gesellschaft sowie der Wandel der sozialen Strukturen erhöhen den Wunsch der Frauen zur Erwerbstätigkeit und bedingen, dass Frauen nach Familienzeiten alsbald wieder in das Berufsleben zurückkehren wollen. Jedoch bieten hier oft die gegebenen Rahmenbedingungen weitere Konfliktfelder. Seien es veraltete berufliche Kenntnisse, die nicht ausreichende Kinderbetreuung, die Infrastruktur oder die Arbeitszeitgestaltung.
Die Agentur für Arbeit bietet den Frauen eine Vielzahl von Unterstützungsmöglichkeiten an, um den erfolgreichen Wiedereinstieg in das Berufsleben zu erleichtern. Beschäftigungssuchende können sich persönlich, telefonisch und online arbeitsuchend melden. Erste Auskünfte zum Wiedereinstieg gibt auch die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, Andrea Hofer unter der Telefonnummer 08561 982 103. Darüber hinaus wird eine persönliche Arbeitsmarkberatung angeboten. Unter bestimmten und individuell zu prüfenden Voraussetzungen kann eine berufliche Weiterbildung gefördert werden. Umfangreiche Informationen finden Interessierte unter
www.arbeitsagentur.de
(Quelle: Agentur für Arbeit Pfarrkirchen, 10.08.2011)


