Jobs suchen und finden: Stellenmarkt · Stellenangebote Ingenieure · Stellenangebote IT · Arbeiten in England
Benutzerspezifische Werkzeuge
  • Anmelden
Navigation
 

Der Arbeitsmarkt 2011 – Regionale Stärke im Bundesvergleich

„Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben 2011 zu einem erfolgreichen Jahr auf dem regionalen Arbeitsmarkt werden lassen.

Die heimischen Betriebe haben dank hervorragender Auftragslage schnell und flexibel reagiert und viele zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen“, so das erfreuliche Fazit von Peter Rasmussen, Leiter der Agentur für Arbeit Memmingen, zur Entwicklung des Arbeitsmarktes im zu Ende gegangenen Jahr. „Auch im bundesweiten Vergleich zeigte unsere Region ihre Stärke. Der Memminger Agenturbezirk gehörte kontinuierlich während des gesamten Jahres zu den TOP 5 in Deutschland.“ Im Jahresdurchschnitt waren im Bezirk der Arbeitsagentur gut 7.000 Menschen in der Arbeitsagentur und in den vier Jobcentern arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vorjahr bedeutete das einen kräftigen Rückgang um mehr als ein Viertel bzw. knapp 2.400 Menschen. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote belief sich auf 2,8 Prozent. Für das Jahr 2010 hatte der Vergleichswert noch bei 3,7 Prozent gelegen.

Zum Jahresauftakt belasteten tiefe Temperaturen auch den Arbeitsmarkt. Mit knapp 8.900 arbeitslosen Menschen wurde gleich zu Jahresbeginn der Höchststand an arbeitslosen Menschen erreicht. Im weiteren Verlauf ging diese Zahl zunächst kontinuierlich zurück. Erst im August kam es zum Stillstand, denn aufgrund des Endes betrieblicher und schulischer Ausbildungen nahm die Zahl arbeitsloser Menschen vorübergehend wieder etwas zu. Der Jahrestiefstand wurde im Oktober mit 6.079 beschäftigungslosen Frauen und Männern erzielt.

Aufgrund der milden Witterung war in den letzten beiden Monaten des Jahres lediglich eine leichte Zunahme zu verzeichnen, denn auch im Dezember konnten Arbeiten im Freien weitgehend ungehindert fortgeführt werden. Zum Jahresende waren noch 6.500 Kräfte ohne Beschäftigung. Die günstige Entwicklung manifestierte sich auch in der Arbeitslosenquote. Bereits vom Start des Jahres weg blieb die Quote ständig unter dem Vergleichswert aus dem Vorjahr. Schon im April stand vor dem Komma erstmals eine Zwei, die im weiteren Jahresverlauf gehalten werden konnte. Selbst zum Jahresausklang lag der Wert für den Agenturbezirk bei 2,6 Prozent. Der Bezirk der Memminger Arbeitsagentur blieb damit während des gesamten Jahres unter den TOP 5 im bundesweiten Ranking aller Arbeitsagenturen.

Der Arbeitsmarkt im südlichen Teil des Agenturbezirks entwickelte sich im Jahresverlauf am günstigsten, über mehrere Monate erzielte der Arbeitsmarkt im Landkreis Unterallgäu sogar eine Eins vor dem Komma (Spitzenwert in den Monaten Oktober und November mit jeweils 1,7 Prozent). Der Stellenmarkt bildete ein Spiegelbild des guten Arbeitsmarktes. Übers Jahr gesehen standen durchschnittlich knapp 3.250 Beschäftigungsmöglichkeiten zur Verfügung. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutete das ein sattes Plus von 50 Prozent. Wenn man zwei Jahre zurückblickt, ergibt sich sogar mehr als eine Verdoppelung des verfügbaren Stellenangebots.

Jüngere unter 25 Jahren

Junge Menschen fanden rasch wieder eine neue Beschäftigung. Bei den Jüngeren unter 25 Jahren waren zu Beginn des Jahres 2011 insgesamt 1.049 Kräfte ohne Beschäftigung. Im Dezember waren noch 683 junge Menschen arbeitslos gemeldet. Der kontinuierliche Rückgang war lediglich in den Sommermonaten unterbrochen. In diesen Monaten schlossen viele junge Menschen ihre betriebliche oder schulische Ausbildung ab, eine Reihe von ihnen war vorübergehend ohne Beschäftigung. Der Jahresvergleich bestätigt die stark verbesserte Lage für junge Menschen unter 25 Jahre. Waren im vergangenen Jahr durchschnittlich 1.166 Jüngere arbeitslos, so ging diese Zahl 2011 auf jahresdurchschnittlich 775 zurück. Das kam einer Reduzierung um ein gutes Drittel gleich.

Ältere (50 bis unter 65 Jahre)

Auch für Menschen jenseits der 50 verbesserte sich die arbeitsmarktliche Lage, wenn auch nicht so stark wie bei den Jüngeren unter 25 Jahren. Von 3.055 arbeitslosen Menschen im Januar ging es auf 2.305 im Dezember nach unten, was einem Rückgang um 25 Prozent entsprach. Jahresdurchschnittlich war jedoch mehr als ein Drittel aller arbeitslosen Menschen 50 Jahre oder älter.

Soziale Grundsicherung

Seit Einführung der sozialen Grundsicherung („Hartz IV“) werden arbeitslose Menschen von der Agentur für Arbeit und den Jobcentern betreut. In beiden Bereichen war ein erfreulicher Rückgang festzustellen. Auffällig ist im Jahresvergleich dennoch der unterschiedlich starke Abbau. Während auf Seiten der Arbeitsagentur im Jahresdurchschnitt 2011 knapp 1.600 Frauen und Männer weniger zu betreuen waren, belief sich die Vergleichszahl bei den Jobcentern auf ein Minus von knapp 800 arbeitslosen Menschen.

Der Stellenmarkt

Der Stellenmarkt zeigte die positive Entwicklung des Arbeitsmarktes besonders deutlich. Während im Jahresdurchschnitt 2010 von Arbeitgebern 2.164 Beschäftigungsmöglichkeiten zur Besetzung angeboten wurden, waren es 2011 bereits 3.246, mithin eine Steigerung um 50 Prozent. Der Höchststand wurde im April mit 3.517 Jobofferten erreicht. Eine detaillierte Betrachtung der Stellenprofile zeigt einen Schwerpunkt auf Seiten der industriellgewerblichen Produktion. Metallbearbeitung und Maschinenbau bildeten ein Schwergewicht. Schlosser, Dreher und Industriemechaniker wurden intensiv gesucht.

Im Bezirk der Arbeitsagentur gibt es besonders in den Wirtschaftsräumen Memmingen und Neu-Ulm Logistikschwerpunkte. Dementsprechend war qualifiziertes Lagerfachpersonal, aber auch Kraftfahrer gefragt. Das Handwerk und der Dienstleistungssektor wirkten ebenfalls beschäftigungsfördernd. Bauhaupt- und –nebengewerbe boten ausgezeichnete Arbeitsmöglichkeiten. Unübersehbar auch eine andere Branche. Aufgrund des demografischen Wandels bestand während des gesamten Jahres kontinuierlich Bedarf an qualifizierten Pflegekräften, sowohl ambulant wie stationär. Ein weiterer Zweig hatte wegen der boomenden Wirtschaft ebenfalls gut zu tun: Die Zeitarbeit. Sie war ein Beschäftigungs-„Motor“, denn mehr als ein Drittel aller Stellenangebote kam aus diesem Bereich. In manchen Monaten lag der Anteil im Agenturbezirk bei über 40 Prozent.

Der Ausbildungsmarkt 2010/2011

Im zurückliegenden Ausbildungsmarktjahr (Zeitraum: 01.10.10 bis 30.09.11) setzte sich die für junge Menschen günstige Entwicklung aus dem Vorjahr fort. Erneut standen mehr betriebliche Ausbildungsstellen zur Verfügung als jugendliche Bewerber um einen Ausbildungsplatz. Betriebe meldeten dem Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur insgesamt 3.765 Ausbildungsstellen. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutete dies ein Plus von 257 Ausbildungsplätzen. Der gegenläufige Trend der letzten drei Jahre hielt auf Seiten der jungen Bewerber an. Mit 3.262 Jugendlichen meldeten sich bei den Berufsberatern 45 weniger junge Menschen als Bewerber um eine Ausbildungsstelle als noch im Vorjahr.

Hier zeigen sich erste Anzeichen des demografischen Wandels. Aber auch eine früher einsetzende berufliche Orientierung in den Schulen und die damit verbundene stärkere Eigeninitiative bei Bewerbungen spielen eine zunehmende Rolle. Positiv wirken bei jungen Menschen auch die stark ausgebauten Online-Aktivitäten, die interaktiv bei der Berufswahl unterstützen (www.ich-bin-gut.de und www.planet-beruf.de).

Ein erfreuliches Bild zeigte sich auch in den einzelnen Wirtschaftsräumen. Ein starkes Übergewicht auf Ausbildungsstellenseite war im Wirtschaftsraum Memmingen zu verzeichnen. Aber auch im Landkreis Günzburg und im Wirtschaftsraum Mindelheim stellten Arbeitgeber mehr Ausbildungsstellen zur Verfügung als sich junge Menschen bei den Berufsberatern meldeten. Selbst im Landkreis Neu-Ulm gab es ein Plus bei den Ausbildungsplätzen. Hier überstieg die Zahl der jugendlichen Bewerber aber noch die zur Verfügung stehenden Ausbildungsmöglichkeiten.

Bei regionaler Mobilität nahmen jedoch auch hier die Chancen für junge Menschen zu, denn schon in den benachbarten Regionen gab es weitere Ausbildungsplätze. Zum Abschluss des Beratungsjahres waren dieses Mal noch sieben junge Menschen unversorgt, gleichzeitig blieben 359 Ausbildungsstellen unbesetzt. Auch daran zeigt sich die geänderte Situation auf unserem regionalen Ausbildungsmarkt.

(Quelle: Arbeitsamt Memmingen, 03.01.2012)

T5 Jobmessen