Stabiler Ausbildungsmarkt
Der regionale Ausbildungsmarkt zeigt sich weitgehend unbeeinflusst von der aktuellen Wirtschaftskrise. „Arbeitgeber handeln auch in der jetzigen wirtschaftlichen Situation verantwortungsbewusst. Die Ausbildungsbereitschaft ist nach wie vor sehr hoch“, stellt Peter Rasmussen, Leiter der Agentur für Arbeit Memmingen in einem Zwischenfazit fest. „Nur in einzelnen Fällen haben Betriebe aus wirtschaftlichen Gründen Ihre Ausbildungszusage kurzfristig storniert.“
Bis Ende Juni stellten Arbeitgeber im gesamten Bezirk der Memminger Arbeitsagentur 3.358 Ausbildungsplätze zur Verfügung. Das sind lediglich 91 weniger als im Juni des vergangenen Jahres, als die Wirtschaft noch boomte. Auf Seiten der jugendlichen Bewerber um einen Ausbildungsplatz setzte sich die Entwicklung des letzten Jahres fort. Deutlich weniger junge Menschen meldeten sich bei den Berufsberatern als Ausbildungsplatzsuchende. Im gesamten Agenturbezirk waren es 2.941 Jugendliche, knapp 18 Prozent weniger als im Vorjahr. Hier deuten sich erste Anzeichen des demografischen Wandels an.
Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass sich gerade bis zum Ende des Beratungsjahres Ende September noch einiges tut. Auch im Schlussspurt sind weiterhin gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz oder eine berufliche Alternative. Eine Reihe von Arbeitgeber hat ihre gemeldeten Ausbildungsplätze bisher noch nicht endgültig besetzt. So gibt es derzeit u.a. Ausbildungsmöglichkeiten als Schlosser oder Mechaniker. Wenn es mit dem „Traumberuf“ nicht klappt, sollten Jugendliche auch berufliche Alternativen in ihre Überlegungen mit einbeziehen. Einige weniger bekannte Ausbildungsberufe, für die noch freie Stellen gemeldet sind: Fachmann für Systemgastronomie, Maßschneider, Modellbauer oder Fachkraft Schutz und Sicherheit.
„Man darf den Stellenwert von Ausbildung nicht unterschätzen“, so Rasmussen. „Bald sind ausgebildeten Fachkräfte sehr gesucht, wenn aufgrund der demografischen Entwicklung immer weniger junge Menschen eine Ausbildung beginnen.“ Von Arbeitgebern wird immer wieder beklagt, dass Jugendliche auf eine betriebliche Ausbildung nicht genügend vorbereitet sind. Solchen jungen Menschen bietet die Agentur für Arbeit im Herbst wieder verschiedene Möglichkeiten. Eine betriebliche Einstiegsqualifizierung (EQ) oder ein Berufsvorbereitungsjahr sind dann mögliche Alternativen, die in Absprache mit den Berufsberatern realisierbar sind.
(Quelle: Bundesagentur für Arbeit Memmingen, 16.07.2009)


