Bilanz zum Ausbildungsjahr 2010/2011 sehr positiv
Nordschwäbischer Ausbildungsmarkt in Bestform
„Die Bilanz zum Abschluss des Berufsberatungsjahres 2010/2011 für Nordschwaben zeigt, dass sich die Lage auf dem Ausbildungsmarkt im Zuge des wirtschaftlichen Aufschwunges für die Jugendlichen weiter verbessert hat. Die Wirtschaft stellt deutlich mehr betriebliche Berufsausbildungsstellen zur Verfügung, wir verzeichnen bei der Arbeitsagentur Donauwörth einen Anstieg der gemeldeten Bewerber und es gab noch nie so wenig unversorgte Bewerber“.
Zufrieden zeigte sich Claudia Wolfinger, die Leiterin der Agentur für Arbeit Donauwörth, mit der aktuellen Bilanz: “Der Anstieg der gemeldeten Ausbildungsstellen um knapp 15 Prozent zeigt, dass die Betriebe Berufsausbildung als wichtige Investition für die Zukunft sehen und in den Vordergrund stellen. Sie bieten damit den Jugendlichen eine Zukunftschance und sichern den eigenen Fachkräftenachwuchs.“
Berufsausbildungsstellen
Im Beratungsjahr 2010/2011 meldeten die Ausbildungsbetriebe der Agentur für Arbeit Donauwörth und ihren Geschäftsstellen Dillingen und Nördlingen insgesamt 1.751 Ausbildungsstellen. Dies bedeutet im Vorjahresvergleich eine Zunahme von absolut 224 bzw. 14,7 Prozent.
Im Einzelnen: Im Bereich der Hauptagentur Donauwörth gab es ein Plus von 58 Stellen (+8,4 Prozent) und damit 751 Ausbildungsplätze zu verzeichnen. In Dillingen ging das Angebot um 70 Stellen (+ 13,8 Prozent) auf 579 nach oben. Die Geschäftsstelle Nördlingen verzeichnete 421 Ausbildungsstellen, damit 96 (+ 29,5 Prozent) mehr als ein Jahr zuvor.
Analysiert man die Angebotsseite nach Kammerzugehörigkeit im Vergleich zum Vorjahr, ergibt sich folgendes Bild:
Tendenz steigend lautet das Ergebnis: Fast alle Kammern meldeten mehr Ausbildungsstellen. Bei den beiden großen Kammern zeigte sich bei der Handwerkskammer ein starker Anstieg von 30,1 Prozent auf 636 Stellen. Die IHK-Stellen stiegen auf 846 Stellen (plus 6,5 Prozent).
Unter den TOP 10 der gemeldeten Ausbildungsstellen nahmen die Berufe Verkäufer/-in (88), Kaufmann/-frau im Einzelhandel (82), Industriekaufmann/-frau (66), Bürokauffrau/-mann (65), Kraftfahrzeugmechatroniker/-in (64), Industriemechaniker/-in (47), Elektroniker/-in Energie- und Gebäudetechnik (45) und Fachverkäufer/-in Fleischerei (45) die vorderen Plätze ein.
Mit Stichtag 30. September waren noch 153 Ausbildungsstellen unbesetzt. Insbesondere handelt es sich dabei um Ausbildungsstellen im Verkauf, bei den Bäckern und Gärtnern.
Zunahme bei den Bewerbern
Nach Bewerberrückgängen in den letzten 5 Jahren ist im Beratungsjahr 2010/2011 wieder eine Zunahme zu verzeichnen. Insgesamt wurden 2.011 Jugendliche für eine Vermittlung in Ausbildung vorgemerkt. Dies sind 100 oder 5,2 Prozent mehr als im Vorjahresvergleich.
Betrachtet man das Angebot an Ausbildungsbewerbern auf Geschäftsstellenebene so ist festzustellen, dass in den Bezirken Donauwörth und Nördlingen die Zahlen in etwa gleich blieben (Donauwörth -2 Prozent, Nördlingen +2,1 Prozent) während in Dillingen eine deutliche Zunahme von 13,6 Prozent vorliegt.
Claudia Wolfinger sieht Gründe für die Bewerberzunahme: “Der demografische Wandel, der zu einer Abnahme der Bewerberzahlen in den letzten Jahren führte, wurde heuer durch den doppelten Abiturientenjahrgang in Bayern mehr als ausgeglichen. Unsere Berufsberatung bei der Donauwörther Arbeitsagentur ist an jeder einzelnen Schule im Landkreis schon frühzeitig präsent und informiert die Jugendlichen neutral und kompetent über die Möglichkeiten auf dem Ausbildungsmarkt.“
Der Anteil der Bewerber, die in eine Ausbildung eingemündet sind, lag mit 71 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. 17 Prozent der Bewerber haben sich für einen weiteren Schulbesuch oder ein Studium entschieden und knapp 2 Prozent nehmen an einer Qualifizierung (z.B. eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme oder eine Einstiegsqualifizierung) teil. Weitere 2 Prozent haben eine Arbeit aufgenommen.
Wenige Bewerber sind noch unversorgt
Die Zahl der unversorgten Bewerber ist sogar noch gesunken im Vergleich zum Vorjahr.
3 Bewerber waren zum 30. September noch nicht vermittelt (Vorjahr 8 Bewerber).
Vermittlungsaktivitäten laufen auf Hochtouren
3 unversorgten Bewerbern in Nordschwaben stehen am Ende des Beratungsjahres noch 153 unbesetzte Stellen gegenüber. Für diese noch unversorgten Bewerber sind die Vermittlungsaktivitäten in vollem Gange.
„Die Bilanz der Daten zur Ausbildungsvermittlung bedeutet nicht das Ende der Vermittlungsaktivitäten. Vielmehr melden sich auch jetzt noch Jugendliche, die z. B. keinen Studienplatz erhalten haben oder eine weiterführende Schule abbrechen und nun doch eine duale Berufsausbildung anstreben. Außerdem melden auch Betriebe noch freie Ausbildungsstellen für das bereits begonnene Ausbildungsjahr“, zeigt Claudia Wolfinger Perspektiven auf.
Die bisherigen Erfahrungen sprechen dafür, dass im so genannten „fünften Quartal“ von Oktober bis Dezember eine große Anzahl der derzeit noch unbesetzten Stellen mit Auszubildenden besetzt werden kann und im Gegenzug bislang unvermittelte Bewerber einen Ausbildungsplatz oder eine Alternative finden.
(Quelle: Arbeitsagentur Donauwörth, 07.11.2011)


