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Der Ausbildungsstellenmarkt 2010/2011

Betriebe müssen umdenken – Bewerber um Ausbildung werden weniger

Am Ende des Beratungsjahres 2010/2011 sind im Bezirk der Agentur für Arbeit Coburg lediglich noch 11 Jugendliche ohne konkrete betriebliche Ausbildungszusage oder Alternativangebot gemeldet. Die sich Ende des letzten Beratungsjahres abzeichnende Trendwende auf dem Lehrstellenmarkt hat sich in diesem Jahr verstärkt. Die Auswirkungen des demografischen Wandels sind auch auf dem Ausbildungsstellenmarkt bereits spürbar.

In den letzten zwölf Monaten meldeten sich 2 167 Jugendliche, die eine Berufsausbildung aufnehmen wollten, bei den Berufsberatern der Agentur für Arbeit Coburg. Im Vergleich zum letzten Beratungsjahr sind dies knapp 200 Jugendliche weniger, im Vergleich zum Vorvorjahr sind es sogar 500 Jugendliche weniger, die über die Berufsberatung eine Stelle suchen. Dieser Rückgang ist ein deutlicher Hinweis, dass weniger Jugendliche eine berufliche Ausbildung aufnehmen werden. Manche Arbeitgeber der Region klagen bereits über eine eingeschränkte Bewerberauswahl aufgrund der geringeren Zahl von Bewerbungen.

Die Zahl der bei der Agentur für Arbeit Coburg gemeldeten Ausbildungsstellen ist um knapp 5 Prozent auf 2 134 angestiegen. In Zeiten eines guten Ausbildungsmarktes melden sich üblicherweise weniger Jugendliche bei der Berufsberatung, da sie auch ohne Unterstützung relativ leicht eine Lehrstelle finden. Andererseits melden aber mehr Betriebe ihre freien Ausbildungsplätze, da sie alle Wege der Suche nach gut geeigneten Bewerbern nutzen wollen. Rein quantitativ ist der Ausbildungsstellenmarkt der Region mittlerweile ausgeglichen.

Von den 2 167 gemeldeten Bewerbern haben bisher 1 400 eine Ausbildung aufgenommen. 500 Jugendliche verzichteten im Laufe des Beratungsjahres auf die weitere aktive Hilfe der Berufsberatung bei der Ausbildungsstellensuche. Trotz mehrmaliger Rückfrage erfolgte keine Reaktion von Seiten der Jugendlichen oder sie meldeten sich ohne Angabe von Gründen ab. Ob es diesen Jugendlichen gelang, selbst eine Stelle zu finden, kann man daher nicht nachweisen. Erfahrungsgemäß besuchen manche eine weiterführende Schule oder wiederholen ein Schuljahr, um damit ihre Chance auf eine qualifizierte Ausbildung zu verbessern.

Neben den 11 unversorgten Bewerbern gibt es auch noch 244 Jugendliche, die ihre Ausbildungssuche fortsetzen, da sie „nur“ auf ein Ersatzangebot zurückgreifen können. Unter „Ersatzangebot“ versteht man in der Berufsberatung z.B. eine Einstiegsqualifizierung, also ein längeres Praktikum, das sich inhaltlich an einer betrieblichen Ausbildung orientiert und daher als Ausbildungszeit anerkannt werden kann. Außerdem zählen auch die berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen dazu.

Erfreulicherweise ist die Zahl der sogenannten Altbewerber (sie haben bereits im Vorjahr oder früher einen Schulabschluss erreicht, der zur Aufnahme einer beruflichen Ausbildung berechtigt) weiter zurückgegangen. Allerdings gehören immer noch fast 30 Prozent zu dieser Gruppe. Die Integration der Altbewerber ist nach wie vor ein vorrangiges Ziel der Berufsberatung. Für Jugendliche ist der missglückte Start in die Berufswelt nicht einfach zu verkraften. Aber auch angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels müssen alle Anstrengungen unternommen werden, damit jeder ausbildungsfähige Jugendliche eine qualifizierte Ausbildung erhält.

Regional stellt sich der Ausbildungsmarkt folgendermaßen dar: In der Hauptagentur (Stadt und Landkreis Coburg) waren 1 121 gemeldete Bewerber (unverändert gegenüber Vorjahr) und 1 147 Stellen (plus 2,4 Prozent) zu verzeichnen. In Kronach verringerte sich die Zahl der Bewerber kräftig. Mit 550 gemeldeten Bewerbern gab es fast 18 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen erhöhte sich dort um gut 10 Prozent und lag bei 518. Sehr deutlich ist die Zahl der Bewerber um eine Lehrstelle auch in Lichtenfels zurückgegangen und zwar um fast 12 Prozent. Innerhalb des Beratungsjahres meldeten sich 500 Jugendliche, die einen Ausbildungsplatz suchten. Das Lehrstellenangebot ist gegenüber dem Vorjahr um knapp 5 Prozent auf 470 Ausbildungsplätze angestiegen. Die unversorgten Bewerber werden durch Nachvermittlungsaktionen der Berufsberatung und den Partnern des Ausbildungspaktes weiterhin intensiv betreut. Ziel ist es, jeden unversorgten Bewerber in eine Ausbildungsstelle zu vermitteln oder ihm zumindest ein Alternativangebot zu unterbreiten.

(Quelle: Arbeitsamt Coburg, 07.11.2011)

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