Der Arbeitsmarkt im Oktober 2011
Herbstaufschwung am Arbeitsmarkt
Arbeitsmarkt unterschreitet die Vier-Prozent-Marke
Die Zahl der Arbeitslosen in der Region Coburg, Kronach und Lichtenfels sank in diesem Monat um 380. Die Statistik weist 5 520 Arbeitslose aus. Damit errechnet sich für den Agenturbezirk eine Arbeitslosenquote von 3,8 Prozent. Ein niedrigerer Wert wurde zuletzt vor 20 Jahren erzielt.
Konjunktur sorgt weiterhin für günstigen Arbeitsmarkt
“Obwohl mit einer Dämpfung der wirtschaftlichen Entwicklung gerechnet wird, zeigt sich unser heimischer Arbeitsmarkt davon unbeeindruckt“, so Thomas Dippold, Leiter der Agentur für Arbeit Coburg. „Der Abstand zum Vorjahresmonat beträgt weiterhin über 20 Prozent, was dafür spricht, dass die konjunkturellen Auftriebskräfte, bisher jedenfalls, nichts an Schwung verloren haben. Der hohe Zugang an gemeldeten sozialversicherungspflichtigen Stellen signalisiert weiterhin eine positive Grundstimmung in den Unternehmen. Die Prognosen der Wirtschaftsforschungsinstitute lassen allerdings eine Eintrübung der Konjunktur erwarten, was sich auch auf den Arbeitsmarkt auswirken dürfte. Größere Verwerfungen für unsere Beschäftigungssituation erwarte ich momentan nicht.“
Unterbeschäftigung nimmt ebenfalls ab
Zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen umfasst die Unterbeschäftigung im Agenturbezirk weitere 2 781 Personen, die sich beispielsweise in Weiterbildungen oder Altersteilzeit befinden. Thomas Dippold erklärte: „Der Arbeitsmarkt der Region wird mit der Ausweisung der Unterbeschäftigung umfassend und transparent dargestellt. Diese ist gegenüber dem Vorjahresmonat um gut 22 Prozent gesunken. Der Rückgang der Unterbeschäftigung ist damit höher als der Abbau der Arbeitslosigkeit. Das ist ein Indiz dafür, dass der Rückgang der Arbeitslosigkeit auf konjunkturelle Effekte und nicht auf einen verstärkten Einsatz arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen zurückzuführen ist.“
Die Chancen auf Beschäftigung bleiben ungleich verteilt
Offensichtlich gelingt es Menschen mit Hemmnissen vergleichsweise selten, von der positiven Arbeitsmarktentwicklung zu profitieren. So stieg der Anteil der Älteren (50 bis unter 65 Jahre) an der Gesamtzahl der Arbeitslosen binnen eines Jahres von 38,2 Prozent auf 41,6 Prozent. Bei den schwerbehinderten Menschen erhöhte sich diese Kennzahl von 9,0 Prozent auf 10,9 Prozent. Die Aufgabe der Akteure des Arbeitsmarktes wird es daher sein, verstärkt alle Anstrengungen darauf zu richten, dass dieser Personenkreis bessere Chancen bekommt, die Arbeitslosigkeit zu beenden.
Erfreuliche Entwicklung im SGB II - Bereich
Die Zahl der Arbeitslosen im Rechtskreis SGB II (zuständig sind die Jobcenter) ist im Vergleich zum September um 125 auf 2 961 Personen gesunken. Besonders erfreulich ist die Entwicklung zum Vorjahresmonat, in dem noch über 750 Frauen und Männer mehr erwerbslos waren. Dies zeigt, dass auch in den Jobcentern viele qualifizierte Menschen gemeldet sind.
Arbeitskräftenachfrage höher als vor einem Jahr
Im Oktober wurden in der gesamten Region 601 neue offene Stellen für eine Beschäftigung auf dem 1. Arbeitsmarkt gemeldet, 18 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.
Nachgefragt werden nach wie vor insbesondere Fachkräfte, so sucht z. B. das Baugewerbe auch in dieser Jahreszeit noch Personal. Arbeitskräfte werden auch im Sanitär- und Elektrobereich gesucht. Der Arbeitgeberservice registrierte im Berichtsmonat auch eine verstärkte Nachfrage nach Polsterern und Näherinnen. Der Metallbereich und der Maschinenbau signalisiert ebenfalls einen weiteren Bedarf an qualifizierten Kräften. Oft zeigt sich, dass bei der Stellensuche Mobilität und die Bereitschaft zur Schichtarbeit entscheidende Faktoren sind.
Lokale Arbeitsmärkte
Der Landkreis Kronach weist mit 3,3 Prozent die geringste Arbeitslosenquote der Region auf. Für den Landkreis Coburg errechnet sich im Oktober eine Quote von 3,4 Prozent. Die Erwerbslosigkeit im Landkreis Lichtenfels lag bei 3,6 Prozent. In der Stadt Coburg beträgt die Arbeitslosenquote in diesem Monat 5,6 Prozent.
(Quelle: Arbeitsagentur Coburg, 02.11.2011)


