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Berufsausbildung: Was tun, wen es kriselt?

Der Begriff „Fachkräftemangel“ ist in aller Munde. Die Berufsausbildung ist eine der klassischen Möglichkeiten neue Fachkräfte zu gewinnen. Was aber tun, wenn Jugendliche sich schwer tun mit der Ausbildung. Wir unterhielten uns mit Alexandra Grosch, der Teamleiterin der Berufsberatung Bamberg, über dieses Thema.

Was kann die Arbeitsagentur da tun?

Durch die von den Agenturen für Arbeit angebotenen ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH) können die Chancen für einen erfolgreichen Ausbildungsverlauf für schwächere Jugendliche deutlich erhöht und Ausbildungsabbrüche vermieden werden. Die Bundesagentur für Arbeit, Industrie- und Handelskammern und Handwerkskammern haben daher in einem Aktionsplan zur Verbesserung der Ausbildungssituation vereinbart, verstärkt für die Nutzung dieses Instruments zu werben.

Wer kann denn diese Förderung nutzen?

Teilnehmen können Jugendliche, die für einen erfolgreichen Ausbildungsabschluss zusätzliche Hilfen benötigen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann auch das Praktikum während einer Einstiegsqualifizierung unterstützt werden.

Wie sieht solche eine Hilfe aus?

Mit abH können durch zusätzlichen Stützunterricht Sprach- und Bildungsdefizite der Auszubildenden abgebaut und fachliche Inhalte gefestigt werden. Eine kontinuierliche sozialpädagogische Begleitung unterstützt die Entwicklung von Schlüsselkompetenzen, damit die Jugendlichen ihre Ausbildung erfolgreich abschließen können. Die Förderung orientiert sich an den individuellen Voraussetzungen der Auszubildenden.

Was kostet das die Betriebe oder die Teilnehmer?

Nichts. Sowohl den Ausbildungsbetrieben als auch den Auszubildenden entstehen keine Kosten, denn die Maßnahmen werden von den Agenturen für Arbeit oder den Arbeitsgemeinschaften zur Grundsicherung finanziert. Die Schulungsangebote finden üblicherweise außerhalb der betrieblichen Ausbildungszeit statt. Der Azubi muss entweder abends oder am Wochenende ran. Der mit abH beauftragte Bildungsträger, in Bamberg ist dies die Deutsche Angestellten Akademie, stimmt sich mit den Ausbildungsbetrieben und den Berufsschulen ab, um eine zielgerichtete Förderung der Auszubildenden zu gewährleisten.

Sind die ausbildungsbegleitenden Hilfen ein neues Angebot?

Nein, abH gibt es schon länger, aber das ist kein statisches Programm, sondern wird ständig weiterentwickelt. Aber es ist sicherlich kein Zufall, dass dieses Instrument noch intensiver genutzt werden soll, denn der Abbruch einer Ausbildung oder das Nichtbestehen der Abschlussprüfung ist nicht nur ein individuelles Problem, sondern ein wichtiges sozialwirtschaftspolitisches Thema.

Wo kann man sich über die genauen Bedingungen für abH informieren?

Die Deutsche Angestellten-Akademie DAA Bamberg, Schützenstr. 7 a, Tel. 0951/8686-0 führt im Auftrag der Bundesagentur im Agenturbezirk Bamberg diese Maßnahme durch. Wer abH in Anspruch nehmen will, meldet sich dort zu einem Gespräch. Die Berufsberatung wird aufgrund dieses Gespräches entscheiden, ob der Jugendliche mit dieser Leistung unterstützt werden soll.

(Quelle: Arbeitsamt Bamberg, 10.11.2010)

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