Auch schwächere Jugendliche haben Chancen auf Ausbildungsplatz
Am Ende des Beratungsjahres 2009/2010 sind im Bezirk der Agentur Bamberg lediglich noch 18 Jugendliche ohne konkrete betriebliche Ausbildungszusage oder eine Alternative. Eindeutig haben sich die Chancen auf einem Ausbildungsplatz für die Schulabgänger verbessert, was hauptsächlich auf den demografischen Wandel zurückzuführen ist.
Die Agentur für Arbeit Bamberg zählte am Ende des Beratungsjahres noch 65 (Vorjahr 35) unbesetzte Berufsausbildungsstellen. Da Angebot und Nachfrage in berufsfachlicher, regionaler oder im Hinblick auf die geforderten Qualifikationen nicht immer übereinstimmen, können Ausbildungsstellen unbesetzt bleiben. Die knappe Verdoppelung der unbesetzten Lehrstellen ist aber ein Indiz, dass es weniger Bewerber gibt. In den letzten zwölf Monaten meldeten sich bei den Berufsberatern der Agentur für Arbeit Bamberg 2 701 Jugendliche, die eine Ausbildungsstelle suchten. Die Erhöhung um rund 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr beruht auf einer verstärkten und frühzeitigen Präsenz der Berufsberatung an allen Schulen. Im Vergleich zum Beratungsjahr 2007/2008 hat sich aber die Zahl der Bewerber um 11 Prozent verringert. Die gemeldeten Ausbildungsstellen haben sich um 3 Prozent auf 1 904 erhöht. Der Anstieg der Stellen beruht sicherlich auch darauf, dass Unternehmen beginnen alle Wege der Nachwuchskräftegewinnung zu nutzen. Eine vorausschauende Personalpolitik versucht aber auch jetzt sämtliche betriebliche Ausbildungskapazitäten zu nutzen, was sich ebenfalls in der erhöhten Zahl der gemeldeten Lehrstellenzahl niederschlug. Von den 2 701 gemeldeten Bewerbern haben bisher 1 791 eine Ausbildung aufgenommen. 536 Jugendliche verzichteten im Laufe des Beratungsjahres auf die weitere aktive Hilfe der Berufsberatung bei der Ausbildungsstellensuche. Trotz mehrmaliger Rückfrage erfolgte keine Reaktion von Seiten der Jugendlichen oder sie meldeten sich ohne Angabe von Gründen ab. Ob es diesen Jugendlichen gelang, selbst eine Stelle zu finden, kann man daher nicht nachweisen. Erfahrungsgemäß besuchen manche eine weiterführende Schule oder wiederholen ein Schuljahr, um ihre Chance für eine qualifizierte Ausbildung zu verbessern. Neben den 18 unversorgten Bewerbern gibt es auch noch 356 Jugendliche, die ihre Ausbildungssuche fortsetzen, da sie „nur“ auf ein Ersatzangebot zurückgreifen können. Unter „Ersatzangebot“ versteht man in der Berufsberatung z.B. eine Einstiegsqualifizierung, also ein längeres Praktikum, das sich inhaltlich an einer betrieblichen Ausbildung orientiert und daher als Ausbildungszeit anerkannt werden kann. Erfreulicherweise ist die Zahl der sogenannten Altbewerber (sie haben bereits im Vorjahr oder früher einen Schulabschluss erreicht, der zur Aufnahme einer beruflichen Ausbildung berechtigt) deutlich zurückgegangen. Vor zwei Jahren betrug deren Anteil an der Gesamtzahl der Bewerber noch 36 Prozent. Mittlerweile sind es „nur“ noch rund ein Viertel aller Bewerber. Die Integration der Altbewerber ist aber nach wie vor ein vorrangiges Ziel der Berufsberatung. Für Jugendliche ist der missglückte Start in die Berufswelt nicht einfach zu verkraften. Aber auch angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels müssen alle Anstrengungen unternommen werden, damit jeder ausbildungsfähige Jugendliche eine qualifizierte Ausbildung erhält. Regional stellt sich der Ausbildungsmarkt folgendermaßen dar: In der Hauptagentur (Stadt und Landkreis Bamberg) waren 1 810 gemeldete Bewerber (plus 1,5 Prozent) und 1 433 Stellen (plus 8 Prozent) zu verzeichnen. In Forchheim erhöhte sich die Zahl der Bewerber deutlicher. Mit 891 gemeldeten Bewerbern gab es eine Steigerung um fast 7 Prozent. Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen verringerte sich um 10 Prozent und lag bei 471. Die unversorgten Bewerber werden durch Nachvermittlungsaktionen der Berufsberatung und den Partnern des Ausbildungspaktes weiterhin intensiv betreut. Ziel ist es jeden unversorgten Bewerber eine Ausbildungsstelle oder ein Alternativangebot zu unterbreiten.
(Quelle: Agentur für Arbeit Bamberg,26.10.2010)


