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Arbeitslosenquote sinkt weiter: auf 3,8 Prozent

Arbeitsmarkt Dezember 2011

  • Weniger als 13.000 Arbeitslose
  • Rückgang auf 3,8 Prozent
  • Alle Personengruppen profitieren weiterhin von der guten Konjunktur
  • Zahl der offenen Stellen immer noch hoch: 5.900
  • Zahl der Kurzarbeiter und Zahl der Betriebe, die von Kurzarbeit betroffen sind, sinken

„Die Zahl der Arbeitslosen ist nochmals gesunken. Für einen Dezember eine Entwicklung, die als sensationell zu bezeichnen ist. Derzeit sind weniger als 13.000 Personen arbeitslos. Zuletzt hatten wir im Dezember 1991 weniger Arbeitslose als jetzt. Damals hatten wir rund 11.300 Arbeitslose. Im Vergleich zum November gibt es mehr als 200 Arbeitslose weniger. Noch stärker fällt der Rückgang im Vergleich zum Vorjahresmonat aus. Es sind fast 3.000 Arbeitslose weniger. Im Jahresdurchschnitt liegen wir bei 15.669 Arbeitslosen. Ein Wert, den wir letztmalig im Jahr 1992 unterboten haben. Die Zahl der Betriebe, die Kurzarbeit gemeldet haben, beträgt inzwischen 40 und die Zahl der Kurzarbeiter ist auf 560 gesunken“, kommentiert Reinhold Demel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Augsburg, die Arbeitsmarktentwicklung des Monats Dezember.

Im Dezember sank die Zahl der Arbeitslosen um 227 Personen auf 12.941. Im Vergleich zum Vorjahr waren 2.986 Menschen oder 18,7 Prozent weniger arbeitslos. Die Arbeitslosenquote sank auf 3,8 Prozent. Zum Vorjahr sank die Quote um fast einen ganzen Prozentpunkt (0,9 Prozentpunkte, 4,7 Prozent Dezember 2010). Die Arbeitslosenquote bei den Jugendlichen beträgt in diesem Monat 2,7 Prozent (Vorjahr 3,2 Prozent). Trotz der deutlich besseren Quote ist die Jugendarbeitslosigkeit weniger stark zurückgegangen als die allgemeine Arbeitslosigkeit. Die Arbeitslosenquote bei Personen über 50 Jahren beträgt derzeit 5,0 Prozent (Vorjahr 6,1 Prozent). Diese Gruppe profitiert damit stärker von der guten Wirtschaftslage.

Verglichen mit dem Dezember 2010 verzeichneten in diesem Monat erneut alle Personengruppen einen deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit. Auch die Menschen mit Behinderung kommen langsam in den Genuss der guten Wirtschaftslage. Die Veränderung über alle Personengruppen hinweg schwankte zwischen minus 16,2 Prozent bei den Jugendlichen unter 25 Jahren bis zu minus 5,1 Prozent bei den Menschen mit Behinderung:

  • Jugendliche unter 25 Jahren: 1.140 (-220, minus 16,2 Prozent)
  • Ältere zwischen 50 und unter 65 Jahren: 4.424 (-848, minus 16,1 Prozent)
  • Langzeitarbeitslose: 3.422 (-463, minus 11,9 Prozent)
  • Ausländer: 3.055 (-478, minus 13,5 Prozent)
  • Schwerbehinderte: 1.144 (-62, minus 5,1 Prozent)

Letztlich stellt sich die Arbeitslosigkeit in einer anderen Größenordnung dar, wenn man die Statistik erweitert und die Personen, die eigentlich auch zu den Arbeitslosen gezählt werden müssten, ausweist. Registrierte Arbeitslose sind unter bisheriger Betrachtung 12.941 Personen. Hierzu müssen aber weitere 7.038 Personen gerechnet werden, das ergibt eine Zahl von 19.979 und wäre eine Arbeitslosenquote von 5,8 Prozent. Das sind u.a. Personen, die eine Weiterbildung machen (978), sich in der Altersteilzeit (776) befinden sowie Selbstständige, die mit einem Existenzgründungszuschuss (1.239) gefördert werden.

Im Dezember meldeten sich 4.289 Menschen neu oder erneut arbeitslos. Das waren 550 Personen oder 11,4 Prozent weniger als im Dezember 2010. Durchschnittlich kamen damit täglich 214 Personen in die Eingangszonen, um sich arbeitslos zu melden. Stark vertreten waren Personen aus der Lagerwirtschaft (493), dem Büro (348) und dem Verkauf (329).

Gleichzeitig beendeten 4.535 Menschen ihre Arbeitslosigkeit. Das waren 17 oder 0,4 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Die Personen fanden Arbeit im Lagerbereich (655), im Verkauf (400) und im Büro (375).

Im Dezember betrug die Zahl neu gemeldeter Stellen 1.416. Im Vergleich zum Dezember 2010 gab es 60 Stellen oder 4,4 Prozent mehr. 16 Prozent der neu gemeldeten Stellen kamen aus der Lagerwirtschaft (226). Aus der Zeitarbeit kamen 37,4 Prozent oder 529 der neu gemeldeten Stellen. Mit ganz großem Abstand dahinter folgte der Bürobereich (6,8 Prozent).

Der Stellenbestand nahm im Vergleich zum Vormonat ab, ist aber nach wie vor hoch: von 6.536 auf 5.912. Im Vergleich zum Dezember 2010 ist das ein Plus von 3.223 oder 119,9 Prozent. Der Anteil der Zeitarbeit betrug 25,8 Prozent (entspricht 1.523 Stellen).

Beschäftigtenentwicklung*

Am Stichtag 31. März 2011 waren 214.859 Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 5.874 oder 2,8 Prozent mehr als zum 31. März 2010.

Sowohl bei den Männern wie bei den Frauen gab es zum 31. März 2011 erneut einen Zuwachs: 3,4 Prozent mehr Männer und 2,1 Prozent mehr Frauen waren beschäftigt. Die Teilzeitbeschäftigung stieg wie schon die Monate zuvor wieder weiter an: um 5,4 Prozent auf 45.829. Aber auch mehr Vollzeitbeschäftigte wurden wieder gezählt: 2,1 Prozent mehr auf 168.924. Die Zahl der geringfügig entlohnten Beschäftigten stieg um 3,0 Prozent auf 63.287.

Wie schaut es in den einzelnen Wirtschaftszweigen aus? Fast alle verzeichnen Zuwächse: Verarbeitendes Gewerbe (plus 362 oder 0,7 Prozent), Gesundheits- und Sozialwesen (plus 401 oder 1,5 Prozent), Handel (plus 670 oder 2,1 Prozent), Verkehr und Lagerei (plus 602 oder 5,4 Prozent), öffentliche Verwaltung (minus 40 oder 0,3 Prozent), Baugewerbe (plus 385 oder 3,7 Prozent) sowie die Arbeitnehmerüberlassung (plus 2.229 oder plus 36,1 Prozent), die jetzt 8.411 Beschäftigte zählt, was einen Anteil von 3,9 Prozent an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten bedeutet. Damit ist der bisherige Höchststand aus dem Dezember 2007 weiterhin nicht erreicht (9.964 Beschäftigte).

*Datengrundlage für die Beschäftigtenstatistik (sozialversicherungspflichtig und geringfügig entlohnte Beschäftigte) bilden die Meldungen, die im Rahmen des integrierten Meldeverfahrens zur Sozialversicherung von den Arbeitgebern zu erstatten sind. Diese Meldungen werden von den Arbeitgebern erst im Nachhinein erstattet. Aufgrund der im Verfahren vorgesehenen Fristen für die Abgabe der Meldungen, dem tatsächlichen Meldeverhalten der Arbeitgeber und der Datenprüfungen werden diese Daten erst nach einer Wartezeit von sechs Monaten veröffentlicht.

Regionaler Arbeitsmarkt

Hauptagentur Augsburg

Die Arbeitslosigkeit sank in der Hauptagentur Augsburg um 217 auf 10.064 Personen. Im Vergleich zum Dezember 2010 gab es 1.966 oder 16,3 Prozent weniger Arbeitslose. Die Arbeitslosenquote sank auf 4,6 Prozent. Im Dezember 2010 betrug die Arbeitslosenquote 5,5 Prozent.

Geschäftsstelle Aichach

Im Dezember stieg die Arbeitslosenquote auf 2,3 Prozent, vor einem Jahr hatte sie bei 3,0 Prozent gelegen. Aktuell wurden 1.610 Arbeitslose gezählt. Im Vergleich zum Dezember 2010 sind es 481 Personen oder 23,0 Prozent weniger.

Geschäftsstelle Schwabmünchen

Auch auf dem Schwabmünchner Arbeitsmarkt sank die Arbeitslosigkeit im Dezember um 34 auf 1.267 Personen. Im Vergleich zum Dezember 2010 sind es 539 oder 29,8 Prozent Arbeitslose weniger. Die aktuelle Arbeitslosenquote beträgt 2,5 Prozent, vor einem Jahr hatte sie bei 3,6 Prozent gelegen.

Stadt Augsburg

  • Zahl der Arbeitslosen sinkt auf 8.200
  • Letztmalig im Dezember 1991 weniger Arbeitslose
  • Arbeitslosenquote geht auf 5,8 Prozent zurück

In der Stadt Augsburg liegt die Zahl der Arbeitslosen bei 8.182, das entspricht einer Quote von 5,8 Prozent (6,0 Prozent im Vormonat). Im Dezember 2010 betrug die Arbeitslosenquote 6,8 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr gibt es 1.351 oder 14,2 Prozent Arbeitslose weniger.

In diesem Monat sank die Arbeitslosigkeit wieder – mit Ausnahme bei den Menschen mit Behinderung – in allen Personengruppen. Die Bandbreite reichte von minus 11,6 Prozent bei den Ausländern bis plus 2,8 Prozent bei den Menschen mit Behinderung:

  • Jugendliche unter 25 Jahren: 666 (-56, minus 7,8 Prozent)
  • Ältere zwischen 50 und unter 65 Jahren: 2.593 (-332, minus 11,4 Prozent)
  • Langzeitarbeitslose: 2.291 (-212, minus 8,5 Prozent)
  • Ausländer: 2.430 (-320, minus 11,6 Prozent)
  • Schwerbehinderte: 704 (+19, plus 2,8 Prozent)

Landkreis Augsburg

  • Zahl der Arbeitslosen sinkt marginal
  • Arbeitslosenquote verharrt auf 2,4 Prozent
  • Niedrigster Wert in einem Dezember seit 1991

Im Landkreis Augsburg ist im Dezember die Zahl der Arbeitslosen leicht gesunken: 3.149 sind derzeit registriert. Im Vergleich zum Vorjahr sind es 1.154 oder 26,8 Prozent weniger Arbeitslose. Die Arbeitslosenquote bleibt auf 2,4 Prozent. Im Dezember 2010 betrug die Arbeitslosenquote 3,3 Prozent.

Im Landkreis profitieren in diesem Monat wieder alle Personengruppen von der Abnahme der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr. Die Bandbreite reicht von minus 26,2 Prozent bei den Jugendlichen unter 25 Jahren bis minus 17,9 Prozent bei den Menschen mit Behinderung:

  • Jugendliche unter 25 Jahren: 341 (-121, minus 26,2 Prozent)
  • Ältere zwischen 50 und unter 65 Jahren: 1.190 (-382, minus 24,3 Prozent)
  • Langzeitarbeitslose: 740 (-185, minus 20,0 Prozent)
  • Ausländer: 444 (-104, minus 19,0 Prozent)
  • Schwerbehinderte: 271 (-104, minus 19,0 Prozent)

Landkreis Aichach-Friedberg

  • Zahl der Arbeitslosen steigt leicht
  • Arbeitslosenquote 2,3 Prozent
  • Niedrigster Wert in einem Dezember seit 1990

Im Landkreis Aichach-Friedberg sind im Dezember 1.610 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Dezember 2010 sind es 481 oder 23,0 Prozent weniger Arbeitslose. Die Arbeitslosenquote steigt auf 2,3 Prozent. Im Dezember 2010 betrug die Arbeitslosenquote 3,0 Prozent.

Im Landkreis Aichach-Friedberg sank überall die Zahl der Arbeitslosen. Die Bandbreite über alle Personengruppen hinweg ging von minus 24,4 Prozent bei den Jugendlichen unter 25 Jahren bis minus 11,5 Prozent bei den Menschen mit Behinderung:

  • Jugendliche unter 25 Jahren: 133 (-43, minus 24,4 Prozent)
  • Ältere zwischen 50 und unter 65 Jahren: 641 (-134, minus 17,3 Prozent)
  • Langzeitarbeitslose: 391 (-66, minus 14,4 Prozent)
  • Ausländer: 181 (-54, minus 23,0 Prozent)
  • Schwerbehinderte: 169 (-22, minus 11,5 Prozent)

Fazit:

In diesem Monat nimmt die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr wieder stark ab: Landkreis Aichach-Friedberg minus 0,7 Prozentpunkte, Landkreis Augsburg minus 0,9 Prozentpunkte und Stadt Augsburg sogar um minus 1,0 Prozentpunkt. Bis ins Jahr 1991 bzw. 1990 muss man zurückgehen, um noch bessere Zahlen zu finden.

Freie Ausbildungsstellen und Stellen können der Agentur für Arbeit per E-Mail gemeldet werden: Augsburg.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de oder unter der Telefonnummer 01801 664466 (Festnetzpreis 3,9 ct/min, Mobilfunkpreise höchstens 42 ct/min) gemeldet werden.

Arbeitsmarktreport im Internet unter: www.arbeitsagentur.de/augsburg

(Quelle: Agentur für Arbeit Augsburg, 03.01.2012)

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