Anerkennung ausländischer Qualifikation am Beispiel der Gesundheitsberufe – Lösungsansätze
Die Wirtschaft klagt über fehlende Fachkräfte. Gleichzeitig wohnen qualifizierte Menschen mit Zuwanderungshintergrund unter uns, deren Abschlüsse in Deutschland jedoch nicht immer anerkannt werden. Das gleiche gilt auch für die qualifizierte Zuwanderung. Diese Menschen üben dann Tätigkeiten unter ihrem Qualifikationsniveau aus. Was kann getan werden, um die Anerkennung der Abschlüsse zu erleichtern und gleichzeitig die Fachkräftelücke kleiner werden zu lassen? In einer Veranstaltung der Agentur für Arbeit Augsburg zusammen mit Randstad Deutschland am Donnerstag, 13. Oktober zwischen 10:30 Uhr und 15:30 Uhr sollen Lösungsansätze zur Anerkennung ausländischer Qualifikationen in ausgewählten Gesundheitsberufen diskutiert werden. Es sollen an diesem Tag mit den Anerkennungsstellen, Verbänden der pflegenden Berufe und Arbeitergebern in Workshops Lösungsansätze erarbeitet werden. Arbeitsgrundlage dafür sind die Ergebnisse einer Umfrage zu diesem Thema bei den oben genannten Akteuren.
Dr. Christian Ruck, stellvertretender Vorsitzender CDU/CSU-Bundestagsfraktion, wird bei dieser Veranstaltung ein Grußwort halten. Ihm liegt eine schnellere Anerkennung ausländischer Abschlüsse sehr am Herzen, ein Gesetzentwurf hierzu liegt bereits vor. „Der Entwurf, der nun durch das Bundeskabinett ging, wird den Berufseinstieg unserer ausländischen und zugezogenen Mitbewohner erleichtern. Das ist eine gute Nachricht sowohl für Augsburg, als auch für die vielen Mitbürger mit Migrationshintergrund hier. Die neue Regelung hilft, das enorme Entwicklungspotential des Wirtschaftsstandorts Augsburgs noch besser zu heben. Die Sorge vor einem Engpass durch Fachkräftemangel wird dadurch verringert.“
Reinhold Demel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Augsburg, fügt hinzu: „Der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund beträgt in Augsburg 40 Prozent, im Bundesdurchschnitt sind es 19 Prozent. Wenn die Abschlüsse des Heimatlandes hier nicht anerkannt werden, dann gelten diese Menschen als Ungelernt und müssen sich vielfach mit Hilfstätigkeiten über Wasser halten. Das ist eine Ressourcenverschwendung vor dem Hintergrund der fehlenden Fachkräfte.“
Sabine Zipser, Managing Director Operations South Randstad Deutschland, ergänzt: „Wir hoffen, dass das ‘Gesetz über die Feststellung der Gleichwertigkeit von Berufsqualifikationen’, das nun für April 2012 angekündigt ist, eindeutige und nachvollziehbare Abläufe für das Anerkennungsverfahren sowie für Anpassungs- und Nachqualifizierungen ermöglicht. Noch gehen uns in Deutschland zu viele Talente verloren, da viel zu wenige Gleichstellungsverfahren erfolgreich und zeitnah abgeschlossen werden.“
(Quelle: Arbeitsagentur Augsburg, 04.10.2011)


