Starker Rückgang der Arbeitslosigkeit nach den Ferien
Der Arbeitsmarkt im September 2011: Es gibt einen Rückgang der Arbeitslosigkeit auf 4,3 Prozent. Der Rückgang liegt hauptsächlich bei jungen Menschen unter 25 Jahren. Es gibt weiterhin über 5.000 offene Stellen. Die Kurzarbeit bleibt gleich. „Nach dem Ende der Ferien geht die Arbeitslosigkeit saisonüblich zurück. Waren im Vormonat hauptsächlich junge Menschen unter 25 Jahren von der Arbeitslosigkeit betroffen, so nimmt in diesem Monat deren Zahl an den Arbeitslosen wieder stark ab. Im Vergleich zum August sind mehr als 1.000 Menschen weniger arbeitslos. Nahezu die Hälfte ist unter 25 Jahren. Noch stärker ist der Rückgang bei der Betrachtung des Vorjahresmonats: fast 2.000 Arbeitslose weniger. Anhand der Arbeitslosenzahlen merken wir nun, dass sich die Einstellungen von Betrieben im südlichen Landkreis niederschlagen. In den kommenden Monaten wird das weiterhin sichtbar bleiben. Die Zahl der Betriebe, die Kurzarbeit gemeldet haben, sowie die Zahl der Kurzarbeiter bleibt im Vergleich zum Vormonat gleich. Es melden sich Betriebe ab und neue kommen hinzu“, kommentiert Roland Fürst, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Augsburg, die Arbeitsmarktentwicklung des Monats September.
Im September sank die Zahl der Arbeitslosen um 1.374 Personen auf 14.865. Im Vergleich zum Vorjahr waren 1.945 Menschen oder 11,6 Prozent weniger arbeitslos. Die Arbeitslosenquote sank auf 4,3 Prozent. Zum Vorjahr sank die Quote um 0,6 Prozentpunkte (4,9 Prozent September 2010). Die Arbeitslosenquote bei den Jugendlichen beträgt in diesem Monat 4,1 Prozent, nach 5,4 Prozent im Vormonat und 4,4 Prozent im Vorjahr. Bei den älteren Menschen über 50 Jahren hingegen ist der Anteil weiterhin hoch und beträgt 33,3 Prozent in diesem Monat (32,2 Prozent im Vormonat). Dies bedeutet, dass weiterhin ein Drittel der Arbeitslosen 50 Jahre und älter ist. Die Arbeitslosenquote in dieser Personengruppe beträgt derzeit 5,6 Prozent (Vorjahr 6,1 Prozent).
Verglichen mit dem September 2010 verzeichneten wieder alle Personengruppen – mit Ausnahme der schwerbehinderten Menschen – einen Rückgang der Arbeitslosigkeit. Die Veränderung über alle Personengruppen hinweg schwankte zwischen minus 8,1 Prozent bei den Langzeitarbeitslosen bis zu plus 1,1 Prozent bei den schwerbehinderten Menschen:
Jugendliche unter 25 Jahren: 1.736 (-127, minus 6,8 Prozent)
Ältere zwischen 50 und unter 65 Jahren: 4.953 (-303, minus 5,8 Prozent)
Langzeitarbeitslose: 3.743 (-328, minus 8,1 Prozent)
Ausländer: 3.537 (-258, minus 6,8 Prozent)
Schwerbehinderte: 1.232 (+14, plus 1,1 Prozent)
Letztlich stellt sich die Arbeitslosigkeit in einer anderen Größenordnung dar, wenn man die Statistik erweitert und die Personen, die eigentlich auch zu den Arbeitslosen gezählt werden müssten, ausweist. Registrierte Arbeitslose sind unter bisheriger Betrachtung 14.865 Personen. Hierzu müssen aber weitere 6.972 Personen gerechnet werden, das ergibt eine Zahl von 21.837. Das sind u.a. Personen, die eine Weiterbildung machen (1.019), sich in der Altersteilzeit (799) befinden sowie Selbstständige, die mit einem Existenzgründungszuschuss (1.167) gefördert werden.
Im September meldeten sich 4.385 Menschen neu oder erneut arbeitslos. Das waren 621 Personen oder 12,4 Prozent weniger als im September 2010. Durchschnittlich kamen damit täglich 219 Personen in die Eingangszonen, um sich arbeitslos zu melden. Stark vertreten waren Personen aus der Lagerwirtschaft (473), dem Büro (377) und dem Verkauf (339).
Gleichzeitig beendeten 5.782 Menschen ihre Arbeitslosigkeit. Das waren 499 oder 7,9 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Die Personen fanden Arbeit im Lagerbereich (654), im Büro (484) und im Verkauf (463).
Im September betrug die Zahl neu gemeldeter Stellen 1.457. Im Vergleich zu September 2010 gab es 125 Stellen oder 9,4 Prozent mehr. Über 40 Prozent der Stellen kamen aus der Zeitarbeit, das sind 623 Stellen oder 42,8 Prozent. Zehn Prozent (10,4 Prozent) der neu gemeldeten Stellen kamen aus der Lagerwirtschaft. Mit großem Abstand dahinter folgen die Bereiche Büro (4,1 Prozent) und Verkauf (4,0 Prozent).
Der Stellenbestand nahm im Vergleich zum Vormonat ab: von 5.392 auf 5.018. Im Vergleich zum September 2010 ist das ein Plus von 1.883 oder 60,1 Prozent. Der Anteil der Zeitarbeit betrug 34,4 Prozent (entspricht 1.727 Stellen).
Beschäftigtenentwicklung*
Am Stichtag 31. Dezember 2010 waren 214.926 Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 5.213 oder 2,5 Prozent mehr als zum 31. Dezember 2009.
Sowohl bei den Männern wie bei den Frauen gab es zum 31. Dezember 2010 erneut einen Zuwachs: 2,6 Prozent mehr Männer und 2,3 Prozent mehr Frauen waren beschäftigt. Die Teilzeitbeschäftigung stieg wie schon die Monate zuvor weiter an: um 5,7 Prozent auf 45.530. Aber auch mehr Vollzeitbeschäftigte wurden wieder gezählt: 1,7 Prozent mehr auf 169.325. Die Zahl der geringfügig entlohnten Beschäftigten stieg um 2,0 Prozent auf 64.495.
Wie schaut es in den einzelnen Wirtschaftszweigen aus? Einen leichten Rückgang gab es im Verarbeitenden Gewerbe (minus 154 oder minus 0,3 Prozent). Alle anderen Wirtschaftsbereiche verzeichneten Zuwächse: Gesundheits- und Sozialwesen (plus 748 oder 2,9 Prozent), Handel (plus 715 oder 2,2 Prozent), Verkehr und Lagerei (plus 461 oder 4,1 Prozent), öffentliche Verwaltung (plus 395 oder 3,6 Prozent), Baugewerbe (plus 263 oder 2,5 Prozent) sowie die Arbeitnehmerüberlassung (plus 2.555 oder plus 42,4 Prozent), die jetzt 8.578 Beschäftigte zählt, was einen Anteil von 4,0 Prozent an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten bedeutet. Damit ist der bisherige Höchststand aus dem September 2007 weiterhin nicht erreicht (9.964 Beschäftigte).
*Datengrundlage für die Beschäftigtenstatistik (sozialversicherungspflichtig und geringfügig entlohnte Beschäftigte) bilden die Meldungen, die im Rahmen des integrierten Meldeverfahrens zur Sozialversicherung von den Arbeitgebern zu erstatten sind. Diese Meldungen werden von den Arbeitgebern erst im Nachhinein erstattet. Aufgrund der im Verfahren vorgesehenen Fristen für die Abgabe der Meldungen, dem tatsächlichen Meldeverhalten der Arbeitgeber und der Datenprüfungen werden diese Daten erst nach einer Wartezeit von sechs Monaten veröffentlicht.
Regionaler Arbeitsmarkt
Hauptagentur Augsburg
Die Arbeitslosigkeit sank in der Hauptagentur Augsburg um 1.007 auf 11.510 Personen. Im Vergleich zum September 2010 gab es 1.309 oder 10,2 Prozent weniger Arbeitslose. Die Arbeitslosenquote sank auf 5,2 Prozent. Im September 2010 betrug die Arbeitslosenquote 5,8 Prozent.
Geschäftsstelle Aichach
Im September sank die Arbeitslosenquote auf 2,6 Prozent, vor einem Jahr hatte sie bei 3,0 Prozent gelegen. Aktuell wurden 1.825 Arbeitslose gezählt. Im Vergleich zum September 2010 sind es 312 Personen oder 14,6 Prozent weniger.
Geschäftsstelle Schwabmünchen
Auch auf dem Schwabmünchner Arbeitsmarkt sank die Arbeitslosigkeit im September: um 142 auf 1.530 Personen. Im Vergleich zum September 2010 sind es 324 oder 17,5 Prozent Arbeitslose weniger. Die aktuelle Arbeitslosenquote beträgt 3,0 Prozent, vor einem Jahr hatte sie bei 3,7 Prozent gelegen.
Stadt Augsburg
Zahl der Arbeitslosen sinkt wieder unter 10.000
Arbeitslosenquote sinkt auf 6,7 Prozent
In der Stadt Augsburg liegt die Zahl der Arbeitslosen bei 9.400, das entspricht einer Quote von 6,7 Prozent (7,2 Prozent im Vormonat). Im September 2010 betrug die Arbeitslosenquote 7,2 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr gibt es 749 oder 7,4 Prozent weniger Arbeitslose.
In diesem Monat sinkt die Arbeitslosigkeit nur bei den schwerbehinderten Menschen nicht. Die Bandbreite reicht von minus 6,4 Prozent bei den Langzeitarbeitslosen bis plus 5,5 Prozent bei den schwerbehinderten Menschen:
Jugendliche unter 25 Jahren: 1.020 (-16, minus 1,5 Prozent)
Ältere zwischen 50 und unter 65 Jahren: 2.892 (-80, plus 2,7 Prozent)
Langzeitarbeitslose: 2.470 (-170, minus 6,4 Prozent)
Ausländer: 2.857 (-88, minus 3,0 Prozent)
Schwerbehinderte: 749 (+39, plus 5,5 Prozent)
Landkreis Augsburg
Zahl der Arbeitslosen wieder unter 4.000
Arbeitslosenquote sinkt auf 2,8 Prozent
Im Landkreis Augsburg ist im September die Zahl der Arbeitslosen wieder gesunken: 3.640 sind derzeit registriert. Im Vergleich zum Vorjahr sind es 884 oder 19,5 Prozent weniger Arbeitslose. Die Arbeitslosenquote sinkt auf 2,8 Prozent. Im September 2010 betrug die Arbeitslosenquote 3,5 Prozent.
Im Landkreis profitieren in diesem Monat wieder alle Personengruppen von der Abnahme der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr. Die Bandbreite reicht von minus 23,2 Prozent bei den Ausländern bis minus 11,6 Prozent bei den schwerbehinderten Menschen:
Jugendliche unter 25 Jahren: 476 (-87, minus 15,5 Prozent)
Ältere zwischen 50 und unter 65 Jahren: 1.343 (-198, minus 12,8 Prozent)
Langzeitarbeitslose: 830 (-157, minus 15,9 Prozent)
Ausländer: 466 (-141, minus 23,2 Prozent)
Schwerbehinderte: 291 (-38, minus 11,6 Prozent)
Landkreis Aichach-Friedberg
Zahl der Arbeitslosen wieder unter 2.000
Arbeitslosenquote 2,6 Prozent
Im Landkreis Aichach-Friedberg sind im September 1.825 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum September 2010 sind es 312 oder 14,6 Prozent weniger Arbeitslose. Die Arbeitslosenquote sinkt auf 2,6 Prozent. Im September 2010 betrug die Arbeitslosenquote 3,0 Prozent.
Im Landkreis Aichach-Friedberg sank – mit Ausnahme bei den schwerbehinderten Menschen – überall die Zahl der Arbeitslosen. Die Bandbreite über alle Personengruppen hinweg geht von minus 9,1 Prozent bei den Jugendlichen bis plus 7,3 Prozent bei den schwerbehinderten Menschen:
Jugendliche unter 25 Jahren: 240 (-24, minus 9,1 Prozent)
Ältere zwischen 50 und unter 65 Jahren: 718 (-25, minus 3,4 Prozent)
Langzeitarbeitslose: 443 (-1, minus 0,2 Prozent)
Ausländer: 214 (-29, minus 11,9 Prozent)
Schwerbehinderte: 192 (+13, plus 7,3 Prozent)
Fazit: In diesem Monat nimmt die Arbeitslosigkeit sowohl im Vergleich zum Vormonat als auch im Vergleich zum Vorjahr wieder überall ab: Rückgang Stadt Augsburg 0,5 Prozentpunkte, Landkreis Aichach-Friedberg 0,4 Prozentpunkte und im Landkreis Augsburg geht die Arbeitslosigkeit wieder am stärksten zurück: um 0,7 Prozentpunkte.
Freie Ausbildungsstellen und Stellen können der Agentur für Arbeit per E-Mail gemeldet werden: Augsburg.Arbeitgeber@arbeitsagentur.de oder unter der Telefonnummer 01801 664466 (Festnetzpreis 3,9 ct/min, Mobilfunkpreise höchstens 42 ct/min) gemeldet werden.
Arbeitsmarktreport im Internet unter: www.arbeitsagentur.de/augsburgNavigation: Zahlen Daten Fakten – Arbeitsmarktberichte
(Quelle: Arbeitsamt Augsburg, 29.09.2011)


