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Mit Hammer und Elektro-Baukasten – 20 Mädchen übten beim Girls´Day

„Das Wichtigste ist Spaß und Interesse an der Technik“. Die drei jungen Frauen, die als Studentin Elektrotechnik studieren oder als Auszubildende Industrie- und Feinmechanikerin lernen, betonten einmütig, warum sie eine technische Ausbildung machen. „Außerdem finden Bekannte und Freunde diese Fachrichtung toll und mein Papa hat auch einen technischen Beruf.“ Aufmerksam hörten die 20 Mädchen zwischen zehn und zwölf Jahren, die der Einladung des Berufsinformationszentrums Aschaffenburg (BIZ) zum Girls´Day gefolgt waren, zu. Ihre Berufswünsche sind noch unklar: „Meine Mama macht was im Büro. Das würde ich auch gerne machen.“ Antonia sagt: „Ich kann mir auch Tierärztin oder Arzthelferin vorstellen, aber genau weiß ich noch nicht.“ Heute sind sie hier um bei der Berufswahl auch mädchenuntypische Ausbildungen zu erkunden.

An fünf verschiedenen Stationen durchlaufen die Mädchen in Kleingruppen ein Zirkeltraining mit dem Ziel der erweiterten Berufsorientierung.

„Was kostet das Leben?“ An der ersten Station sollen in Gruppenarbeit Antworten auf diese Frage gefunden werden, um Grundlagen für die Notwendigkeit einer guten Ausbildung zu schaffen. Eine Wohnung kostet im Landkreis zwischen 400 und 500 Euro. Wenn dann das Monatseinkommen nur bei 1.200 Euro liegt bleibt nicht viel übrig. Kommentar der Industriemechanikerin: „Bei uns im Betrieb bringt ein Facharbeiter, je nachdem was er macht und ob Schichtarbeit, so um die 2.000 Euro nach Hause. Ich werde, wenn ich ausgelernt habe, auch Früh- und Spätschicht arbeiten, später dann auch Nachtschicht. Das können Frauen auch. Vielleicht studiere ich aber auch Maschinenbau.“

Praktisch geht es weiter an der zweiten Station, bei der die Mädchen einen Stromkreis basteln, damit ein Piepser piept. Grundlage für die Ausbildung in der Elektrotechnik. Elisabeth Dinkloh und Carola Brunner, die Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Aschaffenburg, haben zusammen mit den Fachkräften im BIZ einen Technik-Koffer zusammengestellt. Die Mädchen können einen Nagel ins Holz schlagen und wieder herausziehen. Das gehört zu den Tätigkeiten einer Zimmerin und anderer Holzberufe, gar nicht so einfach. Der Spiegel-Test prüft die gedankliche Umstellung bei der Arbeit mit Spiegeln, wenn man nicht direkt an das Werkstück herankommt. Automechatronikerinnen und Rohrschlosserinnen sind auf diese Arbeitshilfe angewiesen.

Nächster Schritt ist die Bearbeitung eines Selbsterkundungsprogramms um berufliche Interessen und Neigungen herauszufinden. In der Themeninsel Informationsbeschaffung sollen mit Hilfe von Berufskundemappen Einblicke in technische Tätigkeitsfelder erworben werden.

Schließlich haben die Mädchen im sogenannten „Erzählcafé“ die Möglichkeit, sich mit den drei jungen Frauen auszutauschen, die technische Berufe lernen oder studieren. Die Einschätzungen von Marleen, Jessica und Svenja sind ähnlich. Bei der Arbeit werden die Frauen akzeptiert, auch von männlichen Kollegen, die bereit sind zu helfen, wenn die Kraft nicht reicht. „Dass die Professoren die fünf Frauen im Elektro-Technik-Studium beim Namen kennen, ist eher ein Vorteil.“ Dass lange und designte Fingernägel bei der Arbeit stören und nicht erwünscht sind, ist kein Nachteil. Alle drei weisen auf gute Mathe- und Physik-Schulkenntnisse hin, aber das lässt sich auch nachlernen. Die jungen Frauen haben vor allem über Praktika ihren Wunschberuf gefunden. „Das Beste ist, ein Praktikum in jedem Bereich zu machen. Danach wusste ich, was ich nicht machen möchte.“ Alle drei würden ihre Ausbildung und ihr Studium wieder wählen.

Zum Ende der Veranstaltung, erhielten die jungen Schülerinnen neben einer Teilnahmebestätigung auch ein Erinnerungsfoto von diesem Technik-Tag. „Immer mehr Mädchen bewerben sich für den Girls´Day und machen von dem Schnupperangebot Gebrauch, vor allem aus den angrenzenden hessischen Regionen. Wir haben die Teilnehmerliste bereits vor vier Wochen schließen müssen.“ Die Organisatorinnen Elisabeth Dinkloh und Carola Brunner freuen sich über das Interesse. „Spaß und Engagement sind schließlich die Grundvoraussetzung für eine Ausbildung und die Perspektiven in einem technischen Beruf sind wirklich hervorragend.“

(Quelle: Arbeitsamt Aschaffenburg, 15.04.2011)

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