Positive Bilanz zum Ende des Berufsberatungsjahres 20010/2011
Lage auf dem Ausbildungsmarkt für Jugendliche günstig - demografische Entwicklung kommt Bewerbern entgegen
Die Bilanz zum Abschluss des Berufsberatungsjahres 2010/2011 zum 30. September 2011 zeigt, dass für Jugendliche im Schwarzwald-Baar-Kreis die Chancen wieder deutlich günstiger waren, einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Betriebe und Verwaltungen meldeten der Agentur für Arbeit Villingen-Schwenningen insgesamt 1.775 Ausbildungsstellen, gegenüber dem Vorjahr 172 oder 10,7 Prozent mehr. Die Zahl der Jugendlichen, die mit Unterstützung der Berufsberatung eine Stelle suchten, nahm gleichzeitig um drei Prozent auf knapp 1.562 ab. Das Verhältnis von Angebot und Nachfrage hat sich dadurch weiter verbessert: Rechnerisch kamen auf 100 Bewerber 114 Ausbildungsstellen. Die demografische Entwicklung kommt den Bewerbern entgegen. Die angebotenen Ausbildungsstellen konnten in hohem Maße besetzt werden. Ende September waren schließlich noch 94 Ausbildungsstellen frei, 15 mehr als im Vorjahr. Dies vor allem deshalb, weil das Angebot von Ausbildungsplätzen in einer Reihe von Berufen oftmals nicht mit den Berufswünschen der Bewerberinnen und Bewerbern übereinstimmte.
Weniger als drei Bewerber waren am 30. September noch gemeldet, die keine Ausbildungsstelle und Alternative hatten. Von allen Bewerbern waren zum Stichtag mehrere Dutzend junge Leute allerdings bereits für berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen an-gemeldet, falls sie bis Ende Oktober noch keine Überbrückungs- oder Qualifizierungsmöglichkeit gefunden haben sollten. Insgesamt war die Zahl der unversorgten Bewerber damit nochmals niedriger als vor einem Jahr. Die Berufsberater der Agentur Villingen-Schwenningen haben in ihrer Arbeit mit den Jugendlichen angestrebt, das Angebot an Ausbildungsplätzen bestmöglich zu nutzen. So sind auch mehr als Bewerber bei der Agentur für Arbeit gemeldete Jugendliche (824) in eine duale Ausbildung eingemündet als im Vorjahr (786). Der Anteil der Bewerber, die in eine Ausbildung eingemündet ist, lag damit bei 53 Prozent (Vorjahr: 49 Prozent). Für einen weiteren Schulbesuch oder ein Studium haben sich 18 Prozent oder 281 der Bewerber und für eine Erwerbstätigkeit vier Prozent entschieden. Die übrigen Bewerber haben Alternativen wie berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen genutzt, gemeinnützige/soziale Dienste übernommen oder ihre Ausbildungssuche selbständig fortgesetzt.
Zusätzlich stehen die von der Wirtschaft bereitgestellten Praktikumsplätze für eine Einstiegsqualifizierung zur Verfügung. Die Agentur für Arbeit zahlt für die Praktikanten einen Zuschuss zur Vergütung von bis zu 216 Euro auf Antrag der Betriebe. Auch hier sieht Faust gute Chancen für flexible Jugendliche: „Die Einstiegsqualifizierungen bieten Jugendlichen die Möglichkeit, ihre praktischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen, um somit ihre Chance auf eine Ausbildungsstelle deutlich zu verbessern.“
Nach Ansicht von Erika Faust, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Villingen-Schwenningen, zeigt sich, dass das Regionale Bündnis von Industrie- und Handelskammer Schwarzwald-Baar-Heuberg, Handwerkskammer Konstanz und Agentur für Arbeit zur Stärkung der beruflichen Ausbildung auch weiterhin wichtig ist, um für die Jugendlichen interessante Ausbildungsstellen anbieten zu können. Es wird im Rahmen der gemeinsamen Arbeit ebenso darum gehen müssen, die Fokussierung auf Seiten der Jugendlichen auf einzelne Berufsbilder beziehungsweise Trendberufe zunehmend aufzulösen, um jedem jungen Menschen den Einstieg in das Berufsleben zu ermöglichen und branchenübergreifend für die Firmen den Nachwuchs zu sichern. Zur Entwicklung bei den abgeschlossenen Ausbildungsverträgen wird mit den Kammern im Dezember gesondert Bilanz gezogen.
Zum Ausbildungsstart Herbst 2012 gilt: die Jugendlichen sollen sich frühzeitig - also, falls nicht schon geschehen, ab sofort - bewerben und beim Berufsziel offen sein für Alternativen zum Wunschberuf, denn nächstes Jahr kommen mit dem doppelten Abiturientenjahrgang auch mehr Bewerber auf den dualen Ausbildungsmarkt zu.
(Quelle: Agentur für Arbeit Villingen-Schwenningen, 07.11.2011)

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