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Leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit im Dezember

Mehr Arbeitslose in beiden Rechtskreisen

  • 5.248 Menschen waren im Dezember im Ulmer Agenturbezirk ohne Arbeit
  • 111 Arbeitslose mehr als im November 2011
  • Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 1.000 Personen

Die Zahl der Menschen ohne Arbeit ist erstmals seit dem Ferienmonat August wieder angestiegen. Trotz des vergleichsweise milden Winters, waren es im Dezember, neben dem Auslaufen von befristeten Arbeitsverträgen, Quartals- und Jahresschluss, vor allem die saisonalen Auswirkungen des Arbeitsmarktes, die die Arbeitslosenzahl ansteigen ließen.

In beiden Rechtskreisen ging dabei die Zahl nach oben: Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) nahm die Zahl der Arbeitslosen um 56 Personen und in der Grundsicherung (SGB II) um 55 Personen gegenüber dem Vormonat zu. Insgesamt waren im Berichtsmonat im Agenturbezirk Ulm 5.248 Menschen ohne Arbeit. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Arbeitslosigkeit um 16% gesunken.

Im landesweiten Ranking auf Platz 4

Die Arbeitslosenquote ist im Dezember um 0,1 Prozentpunkte auf 3,2% angestiegen. Vor einem Jahr betrug diese Kennzahl 3,8%. Mit der aktuellen Quote liegt Ulm im landesweiten Ranking hinter Ravensburg (2,5%), Rottweil (2,7%) und Schwäbisch Hall (2,8%) auf Platz vier. Die Arbeitslosenquote in Baden-Württemberg betrug im Dezember 3,7%.

Beim Vormonatsvergleich sinkt vor allem die Jugendarbeitslosigkeit

Im Berichtsmonat waren im Agenturbezirk Ulm 5.248 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 1.000 Arbeitslose weniger als im Dezember 2010. Damit ging die Arbeitslosigkeit im Jahresver-gleich um 16% zurück. Landesweit sank die Zahl der Arbeitslosen binnen eines Jahres um 14,1%.

Bei den Vorjahresvergleichen profitieren alle Personengruppen – mit Ausnahme der Schwerbehinderten – vom Rückgang der Arbeitslosigkeit. Beim Vormonatsvergleich haben trotz des leichten Gesamtanstieges neben den Jugendlichen auch die Langzeitarbeitslosen und die Schwerbehinderten einen leichten Rückgang bei den Arbeitslosenzahlen zu verzeichnen.

Anstieg in beiden Rechtskreisen

Im Dezember nahm die Zahl der Arbeitslosen in beiden Rechtskreisen zu. Im Rechtskreis des SGB III stieg die Zahl der Arbeitslosen um 56 auf 2.416. Im Bereich der Grundsicherung kletterte die Zahl der Arbeitslosen um 55 auf 2.832. Von diesem Anstieg waren alle Personengruppen – mit Ausnahme der Jugendlichen - betroffen. Aktuell kommen 54% aller Arbeitslosen im Agenturbezirk aus dem Hartz IV-Bereich. Landesweit sind es 60,1%.

Mehr Zugänge aus der Erwerbstätigkeit als Abgänge in die Erwerbstätigkeit

Im Dezember meldeten sich 1.672 Menschen neu oder erneut arbeitslos, davon kamen 789 Personen aus der Erwerbstätigkeit (48,1%). Zugleich beendeten 1.546 Menschen ihre Arbeitslosigkeit. Davon nahmen 534 Personen eine Erwerbstätigkeit auf (34,5%).

Im Stadtgebiet Ulm waren im Berichtsmonat 2.560 Menschen ohne Arbeit (November 2011: 2.518), im Alb-Donau-Kreis waren 2.688 Personen arbeitslos (November 2011: 2.619).

 51% aller Stellenzugänge stammen von Personaldienstleistern

Die Zahl der Stellenzugänge ist im Dezember mit 855 neuen Angeboten gegenüber den Vormonaten zurückgegangen (November 2011: 1.104; Dezember 2010: 814). Allerdings ist dies eine „dezembertypische“ Entwicklung, da zum Winter hin die Stellenmeldungen für Außenberufe naturgemäß rückläufig sind. Von den Personaldienstleistern (PDL) wurden 436 neue Stellen gemeldet. Das macht 51% aller neuen Angebote aus - im Vormonat lag dieser Anteil bei 55%.

Gesucht wird aktuell über alle Wirtschaftsbereiche hinweg. Es gab im Dezember keinen Berufszweig, der ungewöhnlich stark nachgefragt wurde.

Der Bestand an offenen Stellen ist im Dezember zum ersten Mal seit Juni wieder unter die 3000er Marke gerutscht. Im Berichtsmonat standen den Vermittlungsfachkräften der Agentur 2.768 gemeldete Stellen zur Verfügung. 49,8% dieser Angebote stammen von Personaldienstleistern. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist das Angebot um 570 offene Stellen gestiegen (+25,9%). 2.627 aller Stellen im Bestand sind sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen, 304 der gemeldeten Stellen sind Teilzeitangebote.

Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten auf Rekordhoch

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten betrug im März 2011 (letzter aktueller Erhebungsstand) im Agenturbezirk Ulm 131.795. Damit liegt die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten deutlich über dem Vorkrisenniveau. Mit diesem starken Beschäftigungsaufbau seit Mitte 2009 ist allerdings ein überdurchschnittlicher Anstieg der Teilzeitbeschäftigung und vor allem der Leiharbeit verbunden (Anstieg der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten seit dem Krisentief vom Juni 2009: insgesamt +4,9%, Anstieg der Teilzeitbeschäftigten +6,3% und Anstieg der Leiharbeit +51,9%). Deutschlandweit stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von Juni 2009 bis März 2011 um 2,6%.

Geschäftsstelle Ehingen

Im Bezirk Ehingen ist die Zahl der arbeitslos gemeldeten Frauen und Männer im Vergleich zum Vormonat um 46 auf 1.004 gestiegen. Binnen eines Jahres ging die Arbeitslosigkeit allerdings um 9,1% zurück. im Dezember 2010 waren im Bezirk der Geschäftsstelle Ehingen 100 Menschen mehr arbeitslos. Die Arbeitslosenquote lag im Berichtsmonat bei 3,2% (November 2011: 3,1%; Dezember 2010: 3,5%). Von den 1.004 Arbeitslosen gehörten 541 zum Rechtskreis SGB III und 463 zum Rechtskreis SGB II. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit hat dabei mit 32 Personen überwiegend im Rechtskreis SGB III stattgefunden.

Im Bezirk der Geschäftsstelle Ehingen waren im Dezember 355 offene Stellen im Bestand. Damit ist der Stellenbestand im Jahresvergleich um 9% gesunken. Auch die Zahl der Stellenzugänge ist gegenüber dem Vorjahresmonat leicht zurückgegangen: 72 Stellen wurden neu gemeldet, das sind 41% weniger als im Dezember letzten Jahres. 47% der neuen Stellenangebote stammen aus dem Dienstleistungsbereich.

Ausblick

 2012 wird für die Ulmer Arbeitsagentur ein spannendes und ereignisreiches Jahr. Erst gestern, am 2. Januar, sind die beiden ehemaligen Grundsicherungsstellen der Arbeitsagentur in die gemeinsamen Jobcenter mit dem Alb-Donau-Kreis und der Stadt Ulm überführt worden. Vermutlich ab Mitte des Jahres folgt die Neuorganisation des SGB III, in deren Zuge der Landkreis Biberach in den Verantwortungsbereich der Agentur überführt wird.

Der regionale Ausbildungs- und Arbeitsmarkt ist robust aufgestellt: Die Arbeitslosenquote bewegt sich nahe der Vollbeschäftigung, trotz leichtem Anstieg sind die Arbeitslosenzahlen zu Winterbeginn so niedrig wie schon lange nicht mehr. Auf dem Ausbildungsstellenmarkt ist die Situation für Jugendliche ausgesprochen entspannt. „Dennoch wird es 2012 neben den organisatorischen auch große arbeitsmarktpolitische Herausforderungen für uns geben. Zentrale Stichworte sind hier der doppelte Abi-Jahrgang und der sich immer deutlicher abzeichnende Fachkräftemangel in einzelnen Wirtschaftsbereichen“, benennt Petra Cravaack, Leiterin der Ulmer Arbeitsagentur, einige der Schwerpunktthemen für das Jahr 2012.

(Quelle: Arbeitsamt Ulm, 03.01.2012)

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