November lässt Abbau der Arbeitslosigkeit stagnieren
Ungleiche Entwicklung in den Rechtskreisen
- 5.137 Menschen waren im November im Ulmer Agenturbezirk ohne Arbeit
- Neun Arbeitslose weniger als im Oktober 2011
- Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 16,3%
Schlecht sind die Nachrichten vom regionalen Arbeitsmarkt nicht. Doch nach dem rasanten Sinkflug der Arbeitslosenzahlen in den letzten Monaten wurde im November mit einem Minus von neun Personen der Abbau der Arbeitslosigkeit deutlich ausgebremst. Auffällig sind dabei die unterschiedlichen Entwicklungen in den beiden Rechtskreisen: Während im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) die Zahl der Arbeitslosen mit einem Minus von 85 gesunken ist, nahm die Zahl der arbeitslos Gemeldeten in der Grundsicherung (SGB II) im November um 76 Personen zu. Insgesamt waren im Berichtsmonat im Agenturbezirk Ulm 5.137 Menschen ohne Arbeit. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Arbeitslosigkeit um 16,3% gesunken.
Im landesweiten Ranking auf Platz 4
Die Arbeitslosenquote lag im November- so wie auch im Vormonat – bei 3,1%. Vor einem Jahr betrug diese Kennzahl 3,7%. Mit der aktuellen Quote liegt Ulm im landesweiten Ranking hinter Ravensburg (2,4%), Rottweil (2,5%) und Schwäbisch Hall (2,8%) auf Platz vier. Die Arbeitslosenquote in Baden-Württemberg betrug im November 3,6%.
Beim Vormonatsvergleich sinkt nur noch die Jugendarbeitslosigkeit
Im Berichtsmonat waren im Agenturbezirk Ulm 5.137 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 1.001 Arbeitslose weniger als im November 2010. Damit nahm die Arbeitslosigkeit im Jahresvergleich um 16,3 % ab. Landesweit sank die Zahl der Arbeitslosen binnen eines Jahres um 15,4%.
Bei den Vorjahresvergleichen profitieren alle Personengruppen – mit Ausnahme der Schwerbehinderten – vom deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit. Anders sieht es bei den Vormonatsvergleichen aus: Hier schmilzt der Arbeitslosenbestand allein bei den unter 25jährigen, alle anderen Personengruppen haben leichte Zuwächse bei den Arbeitslosenzahlen zu verzeichnen.
Rückgang im SGB III, Anstieg im SGB II
Im November entwickelte sich die Arbeitslosigkeit in den beiden Rechtskreisen gegenüber dem Vormonat sehr unterschiedlich. Im Rechtskreis des SGB III ging die Zahl der Arbeitslosen um 85 auf 2.360 zurück. Im Bereich der Grundsicherung dagegen stieg die Zahl der Arbeitslosen um 76 auf 2.777. Von diesem Anstieg waren vor allem die älteren Arbeitslosen betroffen. Aktuell kommen 54,1% aller Arbeitslosen im Agenturbezirk aus dem Hartz IV-Bereich. Landesweit sind es 60,4%.
Mehr Zugänge aus der Erwerbstätigkeit als Abgänge in die Erwerbstätigkeit
Im November meldeten sich 1.824 Menschen neu oder erneut arbeitslos, davon kamen 750 Personen aus der Erwerbstätigkeit (41%). Zugleich beendeten 1.825 Menschen ihre Arbeitslosigkeit. Davon nahmen 681 Personen eine Erwerbstätigkeit auf (37%).
Im Stadtgebiet Ulm waren im Berichtsmonat 2.518 Menschen ohne Arbeit (Oktober 2011: 2.511), im Alb-Donau-Kreis waren 2.619 Personen arbeitslos (Oktober 2011: 2.635).
55% aller Stellenzugänge stammen von Personaldienstleistern
Die Zahl der Stellenzugänge ist im November mit 1.104 neuen Angeboten wieder gestiegen (Oktober 2011: 985; November 2010: 955). Von den Personaldienstleistern (PDL) wurden 607 neue Stellen gemeldet. Das macht 55% aller neuen Angebote aus - im Vormonat lag dieser Anteil noch bei 61%.
Besonders gesucht werden aktuell Altenpfleger/innen, Erzieher/innen, Fachkräfte im medizinischen Bereich, Bürokauffrauen und –männer, Kaufleute im Einzelhandel, Elektriker/innen und Anlagenmechaniker/innen (Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik). Im Handwerk gibt es zudem weiterhin eine starke Nachfrage nach Stuckateuren, Malern, Tischlern und Zimmerern. Personaldienstleister suchen vor allem Industriekaufleute, Buchhalter und wie gehabt Metallfachkräfte, Elektroniker und Helfer für den Produktions- und Lagerbereich.
Der Bestand an offenen Stellen ist nach wie vor hoch: Im Berichtsmonat standen den Vermittlungsfachkräften der Agentur 3.068 gemeldete Stellen zur Verfügung. 53% dieser Angebote stammen von Personaldienstleistern. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist das Angebot um 709 offene Stellen gestiegen (+30,1%). 2.910 aller Stellen im Bestand sind sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen, 301 der gemeldeten Stellen sind Teilzeitangebote.
Der gleichbleibend hohe Bestand an offenen Stellen deutet auf Besetzungsprobleme hin. In der Tat sind einige der Angebote schon länger im Bestand und können mangels passender Bewerber nicht besetzt werden. Insbesondere im Handwerk – und hier vor allem rund um den Bau – gibt es Probleme, die starke Nachfrage zu decken.
Geschäftsstelle Ehingen
Im Bezirk Ehingen ist die Zahl der arbeitslos gemeldeten Frauen und Männer von Oktober auf November um 34 auf 958 gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ging die Arbeitslosigkeit allerdings um 12,4% zurück. im November 2010 waren im Bezirk der Geschäftsstelle Ehingen 136 Menschen mehr arbeitslos. Die Arbeitslosenquote lag im Berichtsmonat bei 3,1% (Oktober 2011: 2,9%; November 2010: 3,5%). Von den 958 Arbeitslosen gehörten 527 zum Rechtskreis SGB III und 431 zum Rechtskreis SGB II. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit hat in beiden Rechtskreisen stattgefunden.
Im Bezirk der Geschäftsstelle Ehingen waren im November 416 offene Stellen im Bestand. Damit ist der Stellenbestand im Jahresvergleich mit 7% nur leicht gestiegen. Die Zahl der Stellenzugänge ist gegenüber dem Vorjahresmonat deutlich zurückgegangen: 93 Stellen wurden neu gemeldet, das sind 40% weniger als im November letzten Jahres. 42% der neuen Stellenangebote stammen von Personaldienstleistern.
Ausblick
Der regionale Arbeitsmarkt ist robust aufgestellt. Die Arbeitslosenquote bewegt sich nahe der Vollbeschäftigung. Längerfristige Aussagen hinsichtlich seiner Entwicklung sind schwierig – zu unterschiedlich sind die Wirtschaftsprognosen für das kommende Jahr. Tatsache ist, dass es derzeit viele Abwärtsrisiken gibt und sollte sich die Konjunktur abkühlen, wird sich dies zwangsläufig auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar machen.
Petra Cravaack, Leiterin der Ulmer Arbeitsagentur, rechnet damit, dass sich die Antriebskraft der letzten Monate abschwächen wird. Von einer Trendwende mag sie aber nicht sprechen. „Ein Großteil der Neuzugänge in der Grundsicherung kommt vermutlich aus der Zeitarbeit. Das könnte ein Frühindikator für eine Verschlechterung sein, denn die Arbeitnehmerüberlassung reagiert eher als der allgemeine Arbeitsmarkt auf wirtschaftliche Entwicklungen. Gegen eine Trendwende spricht aber die überdurchschnittlich hohe Zahl der gemeldeten Stellen im November. Die Arbeitskräftenachfrage ist also nach wie vor hoch“, sagt Petra Cravaack. Zudem endeten erfahrungsgemäß gegen Jahresende viele befristete Verträge, was zur Stagnation am Arbeitsmarkt beigetragen habe.
(Quelle: Arbeitsagentur Ulm, 30.11.2011)

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