Agentur für Arbeit Ulm zieht Bilanz des Berufsberatungsjahres:
Nur 13 Jugendliche blieben unversorgt
Deutlich mehr gemeldete Ausbildungsstellen, mehr Jugendliche, die in eine Ausbildung einmünden konnten und nur 13 unversorgte Bewerber – die Ausbildungsmarktbilanz für den Ulmer Agenturbezirk fällt positiv aus. Rein rechnerisch standen im abgeschlossenen Berufsberatungsjahr jedem gemeldeten Bewerber 1,34 gemeldete Lehrstellen gegenüber.
Von Oktober 2010 bis September 2011 meldeten Unternehmen und Verwaltungen der Arbeitsagentur 2.340 betriebliche Ausbildungsplätze – das waren 369 Lehrstellen mehr als im Beratungsjahr davor. „Die Zahl der Firmen, die bei uns Lehrstellen melden, steigt. Mit dem ausgeweiteten Ausbildungsplatzangebot haben die Unternehmen aus der Region die richtige Antwort auf den wachsenden Fachkräftebedarf gegeben“, findet Petra Cravaack, Leiterin der Ulmer Arbeitsagentur. Allerdings sieht sie auch die Kehrseite der erfreulichen Ausbildungsmarktbilanz: 220 der gemeldeten Stellen konnten nicht besetzt werden. Um die Nachfrage der heimischen Wirtschaft nach qualifizierten Mitarbeitern künftig decken zu können, sieht die Agenturchefin massiven Handlungsbedarf „Es gibt nach wie vor viele Jugendliche ohne Berufsausbildung. Allein unter den gemeldeten Arbeitslosen macht diese Gruppe 10% aus. Das sind junge Menschen mit schulischen Defiziten, mit Migrationshintergrund oder alleinerziehende junge Mütter. Es muss uns in gemeinsamer Anstrengung mit unseren Partnern am Arbeitsmarkt gelingen, diese jungen Menschen zu qualifizieren und ihre Talente zu nutzen.“
Die Zahl der gemeldeten Bewerber hat sich gegenüber dem Vorjahr um 59 Jugendliche leicht erhöht: 1.851 Jugendliche meldeten sich bei der Agentur als Bewerber um einen Ausbildungsplatz. Darüber hinaus ließen sich mehr als doppelt so viele Jugendliche in einem persönlichen Gespräch von den Berufsberaterinnen und –beratern der Arbeitsagentur beraten. Von den 1.851 gemeldeten Bewerbern hatten 552 die Schule bereits im Vorjahr oder noch länger zurückliegend beendet. Sie zählen zu den sogenannten Altbewerbern. Ihr Anteil an allen Bewerbern ist in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken. Im Berufsberatungsjahr 2010/2011 lag er bei 29,8%. (Im Vorjahr bei 32,6% und vor drei Jahren noch bei 45%).
„Wirklich erfreulich ist für uns, dass durch die Hilfe der Arbeitsagentur mit 998 Bewerbern 79 Jugendliche mehr als im Vorjahreszeitraum in eine Berufsausbildung integriert werden konnten. Zudem mussten sich deutlich weniger Bewerber mit einer Alternative arrangieren, weil sie keine für sich passende Lehrstelle finden konnten“, so Stefanie Scherer, Teamleiterin U25 bei der Agentur für Arbeit Ulm. Das waren im abgeschlossenen Berufsberatungsjahr 131 Jugendliche. Im Jahr davor wichen noch 228 Bewerber auf die Alternativen Schule, berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme oder Einstiegsqualifizierung aus, um so für den nächsten Anlauf ihre Chancen auf einen Ausbildungsplatz zu erhöhen. An den Top 10 der Wunschberufe hat sich wenig geändert. Sie wurden in diesem Jahr angeführt von den Berufszielen Verkäufer/in, Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Bürokaufmann/-frau, Industriemechaniker/in und Industriekaufmann/-frau.
„Am Ende des Berufsberatungsjahres hatten wir 13 unversorgte Bewerber. Das ist eine extrem niedrige Zahl. Zum Ende des Beratungsjahres 2009/2010 hatten wir 28 und davor 36 unversorgte Jugendliche. Um die 13 Jugendlichen kümmern wir uns intensiv. Weitestgehend haben die Berufsberater auch schon Alternativen für sie im Blick“, sagt die Teamleiterin U25.
Den Jugendlichen, die 2012 die Schule beenden, rät Stefanie Scheerer schon jetzt in Sachen Ausbildungsplatzsuche aktiv zu werden und sich frühzeitig an die Beratungsfachkräfte der Agentur für Arbeit zu wenden. Denn je früher mit der Suche begonnen wird, umso wahrscheinlicher wird es, einen Ausbildungsplatz für den Berufswunsch in der Heimatregion zu finden und je fundierter die Entscheidung für eine Ausbildung getroffen wird, umso kleiner wird die Gefahr eines Ausbildungsabbruches. Interessierte Jugendliche können sich unter der Service-Nummer 01801 555 111 melden*. Einen außergewöhnlichen Einstieg in das Thema Berufswahl bieten die Berufsberaterinnen und -berater der Arbeitsagentur zudem am 12. November an. Dann sind sie von 11 bis 15 Uhr mit der historischen Straßenbahn zwischen Söflingen und Donaustadion unterwegs, kostenloser Zustieg ist an allen Haltestellen auf dieser Strecke möglich.
(*Festnetzpreis: 3,9 ct/min, Mobilfunkpreise höchstens 42 ct/min)
(Quelle: Arbeitsagentur Ulm, 07.11.2011)

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