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Von trüben Wolken noch keine Spur

Arbeitslosenzahl auf historischem Tief

  • 5.146 Menschen waren im Oktober im Ulmer Agenturbezirk ohne Arbeit
  • 158 weniger Arbeitslose als im September 2011
  • Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 17,5%

Der Sinkflug der Arbeitslosenzahlen auf dem regionalen Arbeitsmarkt hält weiter an: Im Oktober ging die Zahl der arbeitslos gemeldeten Frauen und Männer erneut um 158 zurück. Insgesamt waren im Berichtsmonat im Agenturbezirk Ulm 5.146 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet - einen niedrigeren Arbeitslosenstand hatte es zuletzt im Sommer 1992 gegeben. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Arbeitslosigkeit um 17,5% gesunken. Die Nachfrage nach Arbeitskräften war im Oktober mit 985 Stellenmeldungen etwas schwächer als im September, liegt aber über dem Vorjahresdurchschnitt.

Im landesweiten Ranking auf Platz 4

Die Arbeitslosenquote sank von September auf Oktober um 0,1 Prozentpunkte auf 3,1%. Vor einem Jahr betrug diese Kennzahl 3,8%. Mit der aktuellen Quote liegt Ulm im landesweiten Ranking hinter Ravensburg (2,4%), Rottweil (2,7%) und Schwäbisch Hall (2,9%) auf Platz vier. Die Arbeitslosenquote in Baden-Württemberg liegt im Oktober bei 3,7%.

Schwerbehinderte sind vom positiven Trend am Arbeitsmarkt abgehängt

Im Berichtsmonat waren im Agenturbezirk Ulm 5.146 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 1.091 Arbeitslose weniger als im Oktober 2010. Damit nahm die Arbeitslosigkeit im Jahresvergleich um 17,5% ab. Landesweit sank die Zahl der Arbeitslosen binnen eines Jahres um 15,0%.

Auch im Oktober waren es vor allem wieder die Jugendlichen, die am meisten vom Rückgang der Arbeitslosigkeit profitierten. Der Beginn von Ausbildung, Studium, berufsvorbereitender Maßnahmen oder auch die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nach abgeschlossener Ausbildung haben die Zahl der jugendlichen Arbeitslosen von September auf Oktober um 101 kleiner werden lassen. Die Arbeitslosenquote bei den unter 25jährigen liegt jetzt bei 2,5%. Abgehängt vom positiven Trend am Arbeitsmarkt sind seit Längerem die Schwerbehinderten, die bei den Vorjahresvergleichen in den letzten 12 Monaten als einzige Personengruppe kontinuierlich leichte Zuwächse bei den Arbeitslosenzahlen zu verzeichnen haben.

In beiden Rechtskreisen ist die Arbeitslosigkeit gleich stark zurückgegangen

Vom Rückgang der Arbeitslosigkeit haben beide Rechtskreise fast gleichwertig profitiert. Im Rechtskreis des SGB III (Bereich der Arbeitslosenversicherung) sank die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen im Oktober um 81 auf 2.445. In der Grundsicherung (SGB II) baute sich die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat um 77 Personen auf 2.701 ab. Damit kommen 52,5% aller Arbeitslosen im Agenturbezirk aus dem Hartz IV-Bereich. Landesweit sind es 60%.

Mehr Zugänge aus der Erwerbstätigkeit als Abgänge in die Erwerbstätigkeit

Im Oktober meldeten sich 1.584 Menschen neu oder erneut arbeitslos, davon kamen 756 Personen aus der Erwerbstätigkeit (48%). Zugleich beendeten 1.757 Menschen ihre Arbeitslosigkeit. Davon nahmen 645 Personen eine Erwerbstätigkeit auf (37%).

Im Stadtgebiet Ulm waren im Berichtsmonat 2.511 Menschen ohne Arbeit (September 2011: 2.623), im Alb-Donau-Kreis waren 2.635 Personen arbeitslos (September 2011: 2.681).

 61% aller Stellenzugänge stammen von Personaldienstleistern

Die Zahl der neu gemeldeten Stellen ist zwar gegenüber den Vormonaten etwas gesunken, bewegt sich aber weiterhin auf hohem Niveau: Im Berichtsmonat wurden der Ulmer Arbeitsagentur 985 freie Angebote gemeldet (September 2011: 1.050; Oktober 2010: 890). Von diesen Stellenzugängen kamen 600 Meldungen von Personaldienstleistern (PDL). Das macht 60,9% aller neuen Angebote aus - im Vormonat lag dieser Anteil bei 51,9%.

Grundsätzlich werden dem Arbeitgeberservice Stellen aus allen Branchen gemeldet, es werden sowohl Fach- als auch Hilfskräfte gesucht. Personaldienstleister suchen verstärkt Industrie- und Bürokaufleute, Metallfachkräfte, Elektroniker und Helfer für den Produktions- und Lagerbereich. Im Handwerk sind Fliesenleger, Stuckateure, Dachdecker, Tischler, Anlagemechaniker und Techniker (Elektrotechnik) gefragte Leute. Im kaufmännischen Bereich beobachtet der Arbeitgeberservice einen verstärkten Zugang im Gesundheitsbereich, zudem werden aufgrund des beginnenden Weihnachtsgeschäftes mehr Kaufleute und Mitarbeiter für die Kasse gesucht.

Der Bestand an offenen Stellen ist nach wie vor hoch: Im Berichtsmonat standen den Vermittlungsfachkräften der Agentur 3.112 gemeldete Stellen zur Verfügung. 52,4% dieser Angebote stammen von Personaldienstleistern. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist das Angebot um 779 offene Stellen gestiegen (+33,4%). Den größten Zuwachs haben dabei die Fertigungsberufe mit einem Plus von 35,7%. Im Oktober waren 2.924 aller Stellen im Bestand sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen.

Der gleichbleibend hohe Bestand an offenen Stellen deutet auf Besetzungsprobleme hin. In der Tat sind einige der Angebote schon länger im Bestand und können mangels passender Bewerber nicht besetzt werden. Insbesondere im Handwerk – und hier vor allem rund um den Bau – gibt es Probleme, die starke Nachfrage zu decken.

Geschäftsstelle Ehingen

Im Bezirk Ehingen waren im Berichtsmonat 924 Personen arbeitslos gemeldet – das waren 8 Arbeitslose weniger als im letzten Monat und 193 weniger als im Oktober 2010. Im Jahresvergleich ist die Arbeitslosigkeit damit um 17,3% gesunken. Die Arbeitslosenquote lag im Berichtsmonat bei 2,9% (September 2011: 3,0%; Oktober 2010: 3,6%). Von den 924 Arbeitslosen gehörten 518 zum Rechtskreis SGB III und 406 zum Rechtskreis SGB II.

Im Bezirk der Geschäftsstelle Ehingen waren im Oktober 431 offene Stellen im Bestand. Damit ist der Stellenbestand im Jahresvergleich um 22,8% gestiegen. 48% aller Angebote im Bestand stammen von Personaldienstleistern. 105 Stellen wurden im Oktober neu gemeldet.

Ausbildungsstellenmarkt

Die Bilanz des Berufsberatungsjahres 2010/ 2011 wird am 07. November veröffentlicht.

Ausblick

Trotz trüber Konjunkturprognosen zeigt sich der Arbeitsmarkt von seiner heiteren Seite: Die Arbeitslosenzahlen sind weiter gesunken, die Unternehmen suchen nach wie vor neue Mitarbeiter. Fast alle Personengruppen profitieren mittlerweile von dieser günstigen Entwicklung. An den schwerbehinderten Arbeitnehmern allerdings geht der Aufschwung spurlos vorbei. „Eine Schwerbehinderung bedeutet nicht immer, dass der betroffene Arbeitnehmer tatsächlich eine Einschränkung hat, die ihn bei der Arbeit behindert. Und viele der Arbeitsuchenden mit Handicap sind gut qualifiziert, zum Teil auch in Engpassberufen“, betont Petra Cravaack. Unternehmen, die schwerbehinderte Arbeitnehmer einstellen, bietet die Agentur für Arbeit breite Unterstützung – vom Eingliederungszuschuss bis hin zur anteiligen Übernahme der Kosten für die behindertengerechte Ausgestaltung eines Arbeitsplatzes. Weitere Infos dazu gibt es unter der Servicenummer für Arbeitgeber (01801 66 44 66). „Generell werden die Unternehmen ihre Einstellungskriterien neu ausrichten müssen“, glaubt Petra Cravaack mit Blick auf die erforderlichen Maßnahmen zur Fachkräftesicherung.

Insgesamt hofft die Agenturleiterin, dass sich der regionale Arbeitsmarkt auch in den nächsten Monaten stabil zeigt. Allerdings gibt es ein erstes Anzeichen, das auf eine Eintrübung der Arbeitsmarktentwicklung hindeuten könnte: Seit zwei Monaten liegt die Zahl der sich bei der Agentur neu arbeitsuchend Meldenden leicht über den Vorjahreswerten.

(Quelle: Agentur für Arbeit Ulm, 02.11.2011)

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