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Bilanz zum Ende des Berufsberaterjahres 2010/2011

Wende auf dem Ausbildungsmarkt zeichnet sich ab- mehr gemeldete Ausbildungsstellen, weniger Bewerber.

Am Ende jeden Berufsberatungsjahres, das immer vom 01. Oktober bis 30. September des Folgejahres läuft, zieht die Agentur für Arbeit eine Bilanz.

Zum Stichtag am 30. September waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Tauberbischofsheim noch 42 Ausbildungsstellen frei, sieben weniger als im letzten Jahr. Fünf Bewerber konnten noch keinen Ausbildungsplatz finden bzw. hatten sich noch nicht für eine Alternative entschieden.

„Die Unternehmen zeigen aufgrund der verbesserten Wirtschaftslage und mit Blick auf den demografischen Wandel eine verstärkte Ausbildungsbereitschaft. Zudem nimmt die Zahl der Bewerber für eine Berufsausbildung ab, so dass die Jugendlichen aktuell sehr gute Chancen haben, einen Ausbildungsplatz zu finden. Dennoch bleibt der Trend zur weiterführenden Schule bestehen. Für eine Ausbildung ist der Besuch einer weiterführenden Schule oftmals aber nicht erforderlich. Deshalb sollten sich die Jugendlichen darüber im Klaren sein, welches Ziel sie erreichen möchten und welche Schritte hierfür notwendig sind“, so Stefan Beil, Leiter der Tauberbischofsheimer Arbeitsagentur.

Ausbildungsstellen

Von Oktober bis Ende September wurden dem Arbeitgeberservice 2279 Ausbildungsplätze gemeldet, das sind 150 oder 7,0 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die meisten davon sind Ausbildungen für Dienstleistungsberufe wie beispielweise Warenkaufleute, Bürofachkräfte, -hilfskräfte, Gästebetreuer, Gesundheitsberufe, Bank- und Versicherungskaufleute. Ein weiterer großer Anteil entfällt auf Fertigungsberufe wie Schlosser, Elektriker, Mechaniker, Tischler, Maler und Lackierer.

Am Stichtag waren 42 der gemeldeten Ausbildungsplätze noch nicht besetzt, sieben weniger als im Vorjahr. Freie Stellen gibt es zum Beispiel noch für Warenkaufleute, Bürofachkräfte, -hilfskräfte, Schlosser und Elektriker.

„Auf einen gemeldeten Bewerber kam zwar im Laufe des Jahres rein rechnerisch eine Ausbildungsstelle, dennoch konnte ein Teil der Stellen nicht besetzt werden. Gründe hierfür sind, dass die von den Ausbildungsbetrieben an die Bewerber gestellten Anforderungen aufgrund fehlender Qualifikationen nicht zusammenpassen oder sich die Berufswünsche mit dem Stellenangebot nicht decken“, erläutert Stefan Beil. „Auf Seiten der Schülerinnen und Schüler verhindern die Fokussierung auf nur wenige Berufsfelder, aber auch schlechte Noten und fehlende soziale Kompetenzen die erfolgreiche Ausbildungsplatzsuche. Auf Seiten der Arbeitgeber ist es wünschenswert, dass noch mehr Betriebe vermeintlich schwächeren Bewerbern eine Chance geben, sich zu beweisen“, so der Agenturleiter weiter.

Bewerber

Im zu Ende gegangenen Berichtsjahr hatten sich 2226 junge Menschen bei der Berufsberatung als Bewerber um eine Ausbildungsstelle gemeldet. Das sind 269 oder 10,8 Prozent weniger als noch im vergangenen Jahr.

Eine Ursache für den Rückgang ist der demografische Wandel. Weniger Schulabgänger führen zu einem Rückgang der potentiell der Ausbildungsvermittlung zur Verfügung stehenden Bewerber.

Zudem nutzen Jugendliche vermehrt das Angebot der Selbstinformationseinrichtung der Arbeitsagenturen im Internet und sind auf diese Weise bei ihrer Suche nach einem passenden Ausbildungsplatz erfolgreich. Die Arbeitsagenturen folgen diesem Trend der Informationsbeschaffung, indem sie die Möglichkeiten zur Selbstinformation weiter ausbauen und verbessern. Nicht nur Ausbildungsplatzsuchende können wichtige und umfassende Informationen rund um das Thema Ausbildungs- und Arbeitsmarkt über die Homepage der Arbeitsagentur rund um die Uhr abrufen.

Von den 2226 gemeldeten Bewerbern haben sich über die Hälfte der jungen Menschen für eine Berufsausbildung entschieden, 392 für weiterführende Schulen, Studium oder Praktikum. 195 Bewerber haben eine Arbeit aufgenommen. Die verbleibenden Jugendlichen leisten einen sozialen Dienst (Wehr-, Zivildienst bzw. Bundesfreiwilligendienst, freiwilliges soziales/ökologisches Jahr) ab oder besuchen eine Fördermaßnahme der Arbeitsagentur, um ihre Vermittlungschancen zu erhöhen.

Die TOP 5 der Wunschberufe seitens der weiblichen Bewerber waren wie auch im letzten Jahr Kauffrau im Einzelhandel, Industriekauffrau, Medizinische Fachangestellte, Bürokauffrau und Verkäuferin.

Auch die TOP 5 der Wunschberufe der Jungen sind ebenfalls die gleichen wie im Vorjahr: Industriemechaniker, Kaufmann im Einzelhandel, Kraftfahrzeugmechatroniker, Industriekaufmann und Fachkraft für Lagerlogistik.

Fünf Bewerber konnten bis Ende des Berichtsjahres keinen Ausbildungsplatz ergattern bzw. sich noch nicht entscheiden und blieben zunächst unversorgt (im Vorjahr waren es sieben).

Die Berufsberater haben allen bei der Arbeitsagentur gemeldeten Jugendlichen ein Ausbildungs- oder ein Alternativangebot gemacht, das die Möglichkeit zur Teilnahme an einer gezielten Fördermaßnahme oder an einer betrieblichen Einstiegsqualifizierung bietet, um die Aussichten auf einen Ausbildungsplatz zu verbessern.

Die Bewerbungsverfahren für den Ausbildungsbeginn 2012 laufen bereits auf vollen Touren. Jugendliche, die eine Ausbildung machen möchten, einen Schulbesuch planen oder sich noch unschlüssig sind, sollten sich mit der Berufsberatung in Verbindung setzen. Weitere Informationen zum Nachlesen unter www.planet-beruf.de

Arbeitgeber, die Auszubildende suchen oder Fragen zur Personalgewinnung haben, können sich an den Arbeitgeberservice wenden. Die Kontaktdaten des persönlichen Beraters stehen unter www.arbeitsagentur.de> Partner vor Ort>>Tauberbischofsheim>Unternehmen>Ansprechpartner

(Quelle: Arbeitsamt Tauberbischofsheim, 04.11.2011)

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