Der Arbeitsmarkt im Dezember
In der Region Rottweil/Tuttlingen ist die Arbeitslosigkeit im Dezember 2011 leicht gestiegen. 4 000 Männer und Frauen waren arbeitslos gemeldet, 199 mehr als im November. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich von 2,5 auf 2,7 Prozent (Vorjahr 3,6 Prozent). „Es ist durchaus üblich, dass im Dezember die Arbeitslosmeldungen noch einmal zunehmen, der milde Winter trägt jedoch dazu bei, den Anstieg in Grenzen zu halten und die Unternehmen haben immer noch Personalbedarf“, sagt Gerhard Mager, der für den operativen Bereich zuständige Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Rottweil.
Zum Jahresende waren bei der Arbeitsagentur 2 153 freie Beschäftigungsmöglichkeiten gemeldet, 394 mehr als vor einem Jahr; auch der Zugang an gemeldeten Arbeitsstellen ist fast unverändert hoch. 713 neue Vermittlungsaufträge gingen noch im letzten Monat des Jahres bei der Agentur ein.
1 930 Männer und 2 070 Frauen hatten im Dezember keine Arbeit. Gegenüber dem Vorjahr war bei den Männern eine Abnahme von 690 oder 26,3 Prozent zu verzeichnen. Bei den Frauen sank die Arbeitslosigkeit um 655 oder 24 Prozent. In der Arbeitslosenversicherung waren im Berichtsmonat 1 770 Personen arbeitslos gemeldet, 28,3 Prozent weniger als im gleichen Monat des letzten Jahres. 2 230 Menschen zählten zu den erwerbsfähigen Hilfebedürftigen nach dem zweiten Sozialgesetzbuch (SGB II). Bei diesem Personenkreis ist im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls ein nennenswerter Rückgang von 22,5 Prozent zu verzeichnen.
Zum Jahresende hat die Arbeitslosigkeit bei allen Personengruppen leicht zu-genommen. So stieg die Zahl der über 50- jährigen um 113 auf 1436 Betroffene an. Blickt man jedoch in den gleichen Monat des letzten Jahres, so stellt man fest, dass aktuell 382 Ältere weniger gezählt wurden, als noch vor einem Jahr. Das bedeutet einen Rückgang von 21 Prozent. „Hier lassen sich durchaus noch Fachkräfte finden, die der regionale Arbeitsmarkt in naher Zukunft dringend braucht“, kommentiert Mager die neuesten Zahlen.
Auch bei den Ausländern war eine Zunahme zu verzeichnen. Mit 822 Personen wurden 53 Arbeitslose mehr gezählt als im November. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich bei diesem Personenkreis gegenüber dem Vormonat von 6,3 auf 6,7 Prozent. Nur geringfügig gestiegen ist die Zahl der jüngeren Arbeitslosen. Gegenüber November ist die Zahl der 15 bis unter 25- jährigen um 19 auf 320 Betroffene angestiegen. Die Arbeitslosenquote liegt bei diesem Personenkreis bei 1,6 Prozent, im Dezember letztes Jahr lag sie noch bei 2,0 Prozent. Bei den 15 bis 20- jährigen beträgt die Quote sogar nur 0,8 Prozent und ist damit um 0,1 Prozentpunkte niedriger als vor einem Jahr. Für junge Menschen sind die Aussichten auf einen Arbeitsplatz gut bis sehr gut.
Betrachtet man die beiden Landkreise des Agenturbezirkes Rottweil so stellt sich der Arbeitsmarkt im Dezember unterschiedlich dar. Vergleichsweise günstig entwickelte sich die Arbeitslosigkeit in Tuttlingen; dort sank der Bestand an Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahresmonat um 27 Prozent. Dem gegenüber steht eine Entwicklung in Rottweil mit einer Abnahme von 23 Prozent. Dementsprechend änderten sich auch die Arbeitslosenquoten in den beiden Landkreisen. In Tuttlingen wurde eine Quote von 2,6 Prozent und in Rottweil eine Quote von 2,7 Prozent errechnet. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres lag sie in Tuttlingen bei 3,6 Prozent, in Rottweil bei 3,5 Prozent.
In Tuttlingen ist die Arbeitslosigkeit von November auf Dezember um 43 auf 1 946 Personen gestiegen. Das waren 729 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Dabei meldeten sich 613 Personen neu oder erneut arbeitslos, 10 mehr als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 573 Personen ihre Arbeitslosigkeit, 214 weniger als im Dezember 2010.
Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Berichtsmonat um 18 auf 1 114 Beschäftigungsmöglichkeiten gesunken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 116 Arbeitsstellen mehr. Arbeitgeber erteilten 369 neue Vermittlungsaufträge, 7 weniger als vor einem Jahr. Seit Januar gingen 4 227 Arbeitsstellen ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das ein Zuwachs von 82.
Im Kreis Rottweil ist die Arbeitslosigkeit von November auf Dezember um 156 auf 2 054 Betroffene gestiegen. Das waren 616 weniger als vor einem Jahr. Dabei meldeten sich 751 Personen neu oder erneut arbeitslos, 67 weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten 605 Personen ihre Arbeitslosigkeit. Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Dezember um 9 Stellen auf 1 039 gestiegen; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 278 Stellen mehr. Unternehmen meldeten im Dezember 344 neue Arbeitsstellen, 16 mehr als vor einem Jahr. Seit Januar gingen 4 163 Arbeitsstellen ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das ein Zuwachs von 442.
Landesweit, steht der Agenturbezirk Rottweil sehr günstig da. Die Regionaldirektion in Stuttgart meldet für den Dezember eine Arbeitslosenquote von 3,7 Prozent. Dies ist deutlich höher als der Rottweiler Wert, der mit 2,7 Prozent immer noch die zweitniedrigste Quote im Land markiert. In ganz Baden-Württemberg können nur Ravensburg (2,5), Rottweil (2,7) und Schwäbisch Hall (2,8) eine Arbeitslosenquote von unter 3 Prozent melden.
(Quelle: Arbeitsagentur Rottweil, 03.01.2012)

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