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Der Arbeitsmarkt im Dezember - Zum Jahreswechsel 7 820 Arbeitslose Viele Firmen suchen Personal

In der Region Bodensee-Oberschwaben ist die Arbeitslosigkeit im Dezember 2011 leicht gestiegen. 7 820 Männer und Frauen (Vorjahr 9 710) waren arbeitslos gemeldet, 350 mehr als im November. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich von 2,4 auf 2,5 Prozent (Vorjahr 3,2 Prozent).

„Der Arbeitsmarkt ist weiterhin in einer sehr guten Verfassung“, sagt Volker Frede, der für den operativen Bereich zuständige Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Ravensburg. Die Personalnachfrage habe der Jahreszeit entsprechend etwas nachgelassen.

Aber der Stellenbestand sei um gut ein Viertel umfangreicher als im Dezember 2010. Zum Jahresende waren bei der Arbeitsagentur 4 290 freie Arbeitsplätze gemeldet, von denen die meisten sofort zu besetzen sind. Vor allem das Verarbeitende Gewerbe findet zu wenig Personal. Mit Beginn der Schlechtwetterzeit steigt die Kurzarbeit an. Bau-, Dachdecker- und Gartenbaubetriebe können das so genannte Saisonkurzarbeitergeld beantragen. Erfahrungsgemäß machen davon viele Firmen Gebrauch.

Nach Angaben der Agentur für Arbeit hatten im Dezember 3 900 Frauen und 3 920 Männer keine Arbeit. Gegenüber dem Vorjahr war bei den Männern eine stärkere Abnahme zu verzeichnen (minus 1 130 oder 22,4 Prozent. Bei den Frauen sank die Arbeitslosigkeit um 760 oder 16,3 Prozent. Als Ursache für diese unterschiedliche Entwicklung nennt die Arbeitsagentur den höheren Beschäftigtenanteil von Männern im Verarbeitenden Gewerbe und vor allem bei Zeitarbeitsfirmen. Diese Branche hat in den vergangenen Monaten viele Mitarbeiter eingestellt. Im Rechtskreis SGB III erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat um 170 auf 3 690, im Rechtskreis SGB II stieg sie um 180 auf 4 130.

Abgesehen von den Jugendlichen hat die Arbeitslosigkeit zum Jahresende bei allen Personengruppen zugenommen. So stieg die Zahl der über 50-Jährigen um 130 auf 2 860 an. Vergleicht man diese Personengruppe mit dem Vorjahr ist festzustellen, dass es im Dezember 2010 noch viel mehr ältere Arbeitslose gab (3 270).

Auch bei den Ausländern war eine Zunahme zu verzeichnen. Mit 1 330 Personen wurden 110 Arbeitslose mehr gezählt als im November. Vor einem Jahr waren es noch 1 590 Beschäftigungslose gewesen. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich gegenüber dem Vormonat von 5,5 auf 5,9 Prozent (Vorjahr 7,2 Prozent).

Mit 710 Personen ist die Gruppe der jüngeren Arbeitslosen gleich groß geblieben. Vor einem Jahr war die Zahl um 230 höher. Bei den unter 20-Jährigen sind es 110 Personen, die einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz suchen. Im Vergleich zum Dezember 2010 ist ein Rückgang um fast fünfzig Personen zu verzeichnen. Die Arbeitslosenquote sank im Jahresvergleich bei den unter 25-Jährigen von 2,3 Prozent auf 1,7 Prozent, bei den Jugendlichen, die unter 20 Jahre alt sind, sogar von 1,0 Prozent auf aktuell 0,7 Prozent.

Die Arbeitskräftenachfrage hat im letzten Monat des Jahres 2011 etwas abgenommen. Bezogen auf Stellen für ungeförderte sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse wurden 1 340 freie Arbeitsplätze gemeldet, 160 Vermittlungsaufträge weniger als November. Den Personalbedarf bezeichnet Volker Frede als unverändert hoch. Im gesamten Stellenbestand hatte die Ravensburger Arbeitsagentur 4 290 freie Beschäftigungsmöglichkeiten, 890 mehr als zum Jahreswechsel vor einem Jahr. Als Folge der guten Konjunktur dauere es inzwischen länger, bis für eine freie Stelle die passende Arbeitskraft gefunden sei, sagt Frede.

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Ravensburg hat sich der Arbeitslosenanteil, gemessen an der Zahl aller zivilen Erwerbspersonen, um 0,1 auf 2,5 Prozent erhöht. Damit liegt die Ravensburger Arbeitsagentur weiter auf Platz eins in Baden-Württemberg, gefolgt von den Agenturen für Arbeit Rottweil (2,7 Prozent) und Schwäbisch Hall (2,8 Prozent), die ebenfalls unter der Drei-Prozent-Marke blieben. Landesweit lag die Quote bei 3,7 Prozent.

Nach Landkreisen betrachtet gab es folgende Entwicklung: Im Kreis Biberach wurden im Dezember 2 390 arbeitslose Frauen und Männer gezählt, 110 mehr als im November. Im Rechtskreis SGB III (Arbeitslosenversicherung) stieg die Zahl um 70 auf 1 120, und im Rechtskreis SGB II (Grundsicherung) um 40 Personen auf 1 270 Arbeitslose. Die Quote erhöhte sich von 2,2 Prozent auf 2,3 Prozent. Im Vorjahresvergleich konnte bei beiden Rechtskreisen eine Abnahme verzeichnet werden. So ist die Arbeitslosigkeit bei den SBG III-Kunden, die ausschließlich von der Agentur für Arbeit betreut werden, um 375 oder 25,1 Prozent zurückgegangen. Bei den SGB II-Kunden, für die der Landkreis zuständig ist, reduzierte sich die Zahl um 165 Personen oder 11,5 Prozent. Hier zeigt sich, dass vom Konjunkturaufschwung die Versicherungskunden stärker profitierten. Im Jahr 2011 haben Betriebe und Verwaltungen über 4 600 freie Stellen gemeldet, 870 mehr als 2010.

Im Landkreis Ravensburg stieg die Gesamtzahl der Arbeitslosen gegenüber November um 230 auf 3 690 an. Vor einem Jahr gab es um die gleiche Zeit zwanzig Prozent oder 920 Arbeitslose mehr. 1 740 Personen wurden im Rechtskreis SGB III gezählt (Vorjahr 2 270) und 1 950 (Vorjahr 2 350) im Rechtskreis SGB II. Die Arbeitslosenquote stieg von 2,4 auf 2,6 Prozent (Vorjahr 3,2 Prozent).

Auch im gesamten Bodenseekreis hat die Zahl aller Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat leicht zugenommen; und zwar um 120 auf 3 250. Vor einem Jahr gab es im Dezember aber noch 3 930 Arbeitslose. Bei beiden Rechtskreisen ist die Entwicklung günstig verlaufen. Im Rechtskreis SGB III reduzierte sich die Arbeitslosigkeit um 410 auf 1 780 Personen, im Bereich der Grundsicherung (Rechtskreis SGB II) um 270 auf 1 470 Personen. Der Arbeitslosenanteil an allen zivilen Erwerbspersonen sank im Jahresvergleich von 3,6 auf 3,0 Prozent.

(Quelle: Arbeitsagentur Ravensburg, 03.01.2012)

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