Der Arbeitsmarkt im November - Arbeitslosenquote bleibt bei 2,4 Prozent
In den letzten vier Wochen ist die Arbeitslosigkeit in Oberschwaben weiter zurückgegangen. Im November 2011 wurden 7 470 Arbeitslose gezählt, 45 weniger als im Oktober. Die Arbeitslosenquote von 2,4 Prozent veränderte sich nicht. Vor einem Jahr lag sie noch bei 3,1 Prozent und vor der Wirtschaftskrise im November 2007 bei 3,0 Prozent. „Kurz vor dem Winter haben wir Vollbeschäftigung und spüren nichts von einer Konjunktureintrübung“, sagt Gabriele Kreiß, die Leiterin der Ravensburger Arbeitsagentur mit Blick auf die Statistik.
Ursache für die weiterhin positive Entwicklung sei unter anderem die milde Witterung, aber auch die intensive Betreuung der Arbeitslosen. Dies zeige sich vor allem bei den unter 25-Jährigen. Ihre Zahl reduzierte sich erneut auf jetzt 710 Personen. Gegenüber dem Vorjahr ist die Jugendarbeitslosigkeit um ein Viertel zurückgegangen. Entgegen einer sonst um diese Jahreszeit üblichen Abnahme hat die Personalnachfrage zugenommen. 4 300 freie Stellen waren der Arbeitsagentur bekannt, 190 mehr als im Oktober und 870 mehr als vor einem Jahr.
Der Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Ravensburg profitiert weiter von der positiven wirtschaftlichen Lage. Nicht einmal das Saisonende in der Gastronomie hat insgesamt zu einer Zunahme der Arbeitslosigkeit geführt, es war vielmehr nochmals ein Rückgang um 45 Personen zu verzeichnen. 7 470 Personen, 3 620 Männer und 3 850 Frauen, hatten im Berichtsmonat keine Arbeit. Im Vergleich zum Vorjahr waren am Stichtag im November 1 220 Männer und 800 Frauen weniger arbeitslos (minus 21,3 Prozent). Im Rechtskreis SGB III lag die Zahl der Arbeitslosen bei 3 520 (gegenüber 2010 minus 1 160), im Rechtskreis SGB II betrug sie 3 950 (minus 860).
Vor allem gut ausgebildete jüngere Arbeitslose unter 25 Jahren profitieren von der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt. Mit 710 wurden 65 Jüngere weniger gezählt als vor vier Wochen. Gegenüber dem Vorjahr war sogar ein Rückgang um 230 oder ein Viertel zu verzeichnen. Die Quote für die Jugendarbeitslosigkeit sank von 1,9 Prozent im Oktober auf aktuell 1,7 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 2,3 Prozent. Die Jugendarbeitslosigkeit in Oberschwaben ist jetzt geringer als vor der Wirtschaftskrise (2,3 Prozent im November 2007).
Bei den Arbeitslosen, die 50 Jahre und älter sind (2 740), war eine leichte Zunahme um 30 Personen zu verzeichnen Diese Gruppe hat in diesem Jahr aber auch von der guten Konjunktur profitiert und ist - im Jahresvergleich gesehen – deutlich kleiner geworden (minus 510).
Menschen mit Behinderung konnten noch nicht im gleichen Umfang vom Aufschwung profitieren. Gerade vor dem Hintergrund eines drohenden Fachkräftemangels dürfen wir dieses Potenzial nicht ungenutzt lassen“, sagt Gabriele Kreiß und kündigt zusätzliche Aktionen während der kommenden Woche der Menschen mit Behinderungen an. So werden Vermittler der Arbeitsagenturen ab dem fünften Dezember gezielt mit Arbeitgebern sprechen, um ihnen anhand von anonymisierten Bewerberprofilen Menschen mit Behinderung als mögliche Arbeitnehmer vorzustellen. Bereits im Vorfeld hatte die Arbeitsagentur Ravensburg Betriebe, Verbände und andere Arbeitsmarktakteure zu einer Fachtagung eingeladen und sich für mehr Inklusion im Arbeitsleben eingesetzt.
Zum Jahresende hin hat die Personalnachfrage angezogen. 1 500 neue Vermittlungsaufträge sind in den letzten vier Wochen bei der Ravensburger Arbeitsagentur eingegangen, gut 300 mehr als im Oktober sowie im November 2010. Ein großer Teil der Personalanforderungen kam von Zeitarbeitsfirmen. Gesucht waren vor allem Fachkräfte aus dem Metallbereich wie beispielsweise Zerspanungsmechaniker oder Schlosser und andere Fertigungsberufe. Das gemeldete Stellenangebot ist mit 4 300 freien Plätzen um ein Viertel größer als vor einem Jahr. Darunter ist ein großes Angebot für hochqualifizierte Bewerber, wie zum Beispiel Ärzte, Ingenieure, Techniker oder Dienstleistungskaufleute mit Fachhochschul- oder Hochschulabschluss. Aber auch für weniger qualifizierte Bewerber hat sich die Situation spürbar verbessert.
In den einzelnen Landkreisen des Bezirks der Agentur für Arbeit Ravensburg entwickelte sich die Arbeitslosigkeit unterschiedlich. Während die Arbeitslosigkeit in den Kreisen Biberach und Ravensburg rückläufig war, wurde im Bodenseekreis ein leichter Anstieg verzeichnet.
Der Landkreis Biberach hat mit einer Arbeitslosenquote von 2,2 Prozent seine Spitzenposition im Land verteidigt. Es folgen der Kreis Ravensburg, der Enzkreis und der Hohenlohekreis (jeweils 2,4 Prozent) sowie der Alb-Donau-Kreis und der Kreis Rottweil mit jeweils 2,5 Prozent. Im gesamten Biberacher Kreisgebiet gab es im November 2 270 arbeitslose Frauen und Männer, 30 weniger als vor vier Wochen. 1 040 (minus 50 Personen) gehörten dem Rechtskreis SGB III (Arbeitslosenversicherung) an und 1 230 (plus 20) zählten zum Rechtskreis SGB II (Grundsicherung). Im Vorjahresvergleich gesehen haben beide Kundengruppen von der guten Konjunktur profitiert. Die Zahl der SGB III-Kunden, die von der Agentur für Arbeit betreut werden, ist um 360 oder 25,5 Prozent kleiner geworden. Bei den SGB II-Kunden, für die der Landkreis zuständig ist, wurden 220 Personen oder 14,9 Prozent weniger gezählt als vor einem Jahr. Derzeit sind bei der Arbeitsagentur in Biberach 1 320 freie Stellen gemeldet; gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 390 Arbeitsangeboten.
Im Landkreis Ravensburg, wo noch bis zum Jahresende alle Arbeitslosen von der Agentur für Arbeit betreut werden, sank die Arbeitslosenzahl um 45 auf 3 460. Vor einem Jahr gab es noch 980 Arbeitslose mehr. Die Gesamtquote reduzierte sich von 2,5 auf 2,4 Prozent (Vorjahreswert 3,1 Prozent).
Im Bodenseekreis stieg die Zahl der Arbeitslosen bedingt durch das Saisonende in der Gastronomie um 170 auf 3 130 Personen. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich von 2,7 auf 2,9 Prozent (Vorjahr 3,7 Prozent).
Für den Gesamtbezirk der Agentur für Arbeit Ravensburg errechnete sich ein Arbeitslosenanteil, gemessen an allen zivilen Erwerbspersonen, von 2,4 Prozent (Vorjahr 3,1 Prozent). Die Quote für Baden-Württemberg sank innerhalb eines Monats von 3,7 auf 3,6 Prozent. Vor einem Jahr lag sie noch bei 4,3 Prozent.
(Quelle: Arbeitsamt Ravensburg, 30.11.2011)

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