Positive Lehrstellenbilanz - Mehr Ausbildungsstellen, weniger unversorgte Bewerber
Die Chancen der Jugendlichen, eine Lehrstelle zu finden, haben sich in diesem Jahr erneut verbessert. Wie aus einem Bericht der Agentur für Arbeit hervorgeht, meldeten Unternehmen und Verwaltungen 3 680 betriebliche Ausbildungsstellen, 285 oder 8,4 Prozent mehr als im vorherigen Zeitraum. 460 Stellen konnten bis zum Stichtag 30. September nicht besetzt werden. Für eine Ausbildung haben sich im Beratungsjahr 2010/2011 rund 3 790 junge Menschen beworben. Nur 23 von ihnen galten Ende September in der Statistik als unversorgte Bewerber.
Sie hatten zu diesem Zeitpunkt keine Ausbildungsstelle und auch keine Alternative. „Diese Zahlen belegen die Bemühungen der Betriebe zur Sicherung des künftigen Fachkräftebedarfs“, sagte die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Ravensburg, Gabriele Kreiß, bei der Vorlage der Ausbildungsstellenbilanz.
3 790 Jugendliche ließen sich als Bewerber für eine betriebliche Ausbildung vormerken. Das waren 290 oder sieben Prozent weniger als im letzten Beratungsjahr. Die meisten mit rund 43 Prozent hatten einen Mittleren Bildungsabschluss, 37 Prozent bewarben sich mit einem Hauptschulabschluss. Der Trend, nach der allgemeinbildenden Schule weiterführende Schulen zu besuchen, ist ungebrochen. So kamen fast 60 Prozent der Bewerber aus den berufsbildenden Schulen. 530 hatten die Fachhochschul- oder Hochschulreife vorzuweisen, das sind 80 mehr als im Vorjahr. Die sogenannten Altbewerber konnten von dem guten Angebot profitieren und so waren nur noch 32 Prozent
Bewerber aus den Schulabgängen der Vorjahre zu verbuchen. Das sind knapp 300 weniger als im vorangegangenen Beratungsjahr.
Nicht alle Bewerber konnten eine Stelle im Wunschberuf bekommen. Das lag nach den Erfahrungen der Berufsberater unter anderem an den fachlichen Anforderungen des jeweiligen Ausbildungsberufes, aber auch an anderen Fähigkeiten und Kenntnissen, die vom Ausbildungsbetrieb gefordert wurden. Allein am Notendurchschnitt scheiterte die Bewerbung in der Regel nicht. Je mehr Stellen gemeldet sind, umso besser sind auch die Aussichten für schwächere Bewerber.
Insgesamt meldeten die Betriebe und Verwaltungen der Agentur für Arbeit Ravensburg 3 680 Ausbildungsplätze, 285 mehr als im Vorjahr. Viele Betriebe finden ihre Bewerber nicht mehr sofort und problemlos. Einigen Betrieben gelang es nicht, den geeigneten Nachwuchs zu finden. So blieben Ende September 460 Ausbildungsstellen unbesetzt; das sind 250 Stellen mehr als im Vorjahr. Über hundert Stellen konnten im Handel nicht besetzt werden, aber viele Stellen blieben auch im Verarbeitenden Gewerbe, im Baugewerbe und im Bereich Verkehr und Lager sowie bei den Gesundheitsberufen unbesetzt.
Die Berufsberater und der Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur werden mit großem Einsatz weiter daran arbeiten, die offenen Stellen noch zu besetzen. So hat sich die Anzahl der unbesetzten Stellen bis November schon weiter merklich verringert. Der Eintritt in die Berufsschule sollte aber spätestens Anfang Dezember stattfinden.
Nach Angaben der Agentur für Arbeit mündeten die Bewerber am Ende des Beratungsjahres 2010/2011 wie folgt ein: 1 915 Jugendliche (plus 8,8 Prozent) begannen eine Ausbildung. Davon werden 270 Ausbildungsverhältnisse durch die Agentur für Arbeit oder ein Jobcenter gefördert. 510 Jugendliche (rund 36 Prozent) gehen weiter zur Schule. Etwa zwei Prozent entschieden sich für ein Studium. 140 Bewerber zogen eine vorübergehende Erwerbstätigkeit vor.
40 Jugendliche (2,5 Prozent) begannen eine durch die Agentur für Arbeit geförderte berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme.
Weitere 40 Jugendliche hatten schon Ende September alternativ eine Stelle im Rahmen einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme oder einer Einstiegsqualifizierung (EQ). Die Agentur für Arbeit wird weitere EQ-Stellen auch noch in den nächsten Monaten mit entsprechenden Bewerbern besetzen können.
„Die Demografie bewirkt den Wandel vom starken Angebot an Arbeitskräften hin zum Bedarf an Fachkräften“, sagt Gabriele Kreiß mit Blick auf die künftige Entwicklung. Die Zahl der Schulabgänger wird sich in den nächsten Jahren weiter verringern und erfordert von allen am Ausbildungspakt beteiligten Institutionen und Wirtschaftsverbänden konkretes Handeln und Ideenreichtum. Von den Jugendlichen wird aber auch Mobilität und Flexibilität bei der Berufswahl erwartet. So steigen die Chancen für Mädchen in den so genannten MINT-Berufen. Es besteht die Hoffnung, dass die Ausbildungsbetriebe in der Zukunft auch schwächere Bewerber berücksichtigen und in die Überlegungen der Personalplanung mit einbeziehen.
(Quelle: Agentur für Arbeit Ravensburg, 07.11.2011)

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