Der Arbeitsmarkt im Oktober - Hoher Fachkräftebedarf, Arbeitslosenquote sinkt auf 2,4 Prozent
Die Zahl der Arbeitslosen ist im Oktober erneut gesunken. Wie aus dem Bericht der Ravensburger Agentur für Arbeit hervorgeht, waren in der Region rund 7 500 Männer und Frauen arbeitslos, 290 weniger als im September. Die Arbeitslosenquote reduzierte sich von 2,5 auf 2,4 Prozent.
„Von der Herbstbelebung haben vor allem die Jüngeren profitiert. Aber auch für Ältere hat sich der Arbeitsmarkt spürbar verbessert, sagt Gabriele Kreiß, die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit.
Und die Arbeitskräftenachfrage sei nach wie vor hoch. Rund 4 100 freie Stellen waren im Oktober bei der Arbeitsagentur gemeldet, fast ein Fünftel mehr als vor einem Jahr. Die meisten könnten nach Aussage der Arbeitsagentur sofort besetzt werden, wenn es dafür die gewünschten Bewerber geben würde. Gesucht werden vor allem Fachkräfte mit Fertigungsberufen und Technischen Berufen. Aber auch Warenkaufleute und Bewerber mit einer Ausbildung im Büro sowie im Gesundheits-, Sozial- und Erziehungswesen sind gefragt.
Im Oktober waren im Agenturbezirk Ravensburg insgesamt 7 520 Personen ohne Arbeit, 3 650 Männer und 3 870 Frauen. Im Vergleich zum Vorjahr hat die Arbeitslosigkeit in der Region um 2 200 Personen oder 22,6 Prozent abgenommen. Im Oktober 2010 lag die Arbeitslosenquote bei 3,1 Prozent und vor der Wirtschaftskrise im Oktober 2008 bei 2,7 Prozent. In diesem Jahr sind es 2,4 Prozent. Das ist der niedrigste Oktoberwert seit 30 Jahren.
Nach Rechtskreisen aufgegliedert gehörten 3 580 Arbeitslose zum Rechtskreis Sozialgesetzbuch III (SGB III) - Arbeitslosenversicherung - und 3 940 zum Rechtskreis SGB II (Grundsicherung). Gegenüber dem Vormonat ging die Arbeitslosigkeit bei den Versicherungskunden um 200 oder 5,2 Prozent zurück; im SGB II-Bereich um 90 oder 2,3 Prozent. Der SGB III-Anteil an den allen Arbeitslosen lag wie schon im Vormonat bei 48 Prozent.
Vom Rückgang der Arbeitslosigkeit haben alle Personengruppen profitiert, allen voran die jungen Menschen. Sie fanden nach der Urlaubs- und Ferienzeit wieder eine Arbeit oder haben eine Ausbildung begonnen. So ging die Zahl der unter 25-Jährigen gegenüber September um 210 auf 770 zurück. Bei den unter 20-Jährigen (120 Personen) wurden im Vergleich zum Vormonat 60 weniger registriert. Die Arbeitslosenquote bei den unter 25-Jährigen reduzierte sich von 2,4 auf 1,9 Prozent, bei den Jugendlichen, die unter 20 Jahre alt sind, von 1,1 auf 0,8 Prozent.
Auch die Gruppe der über 50-Jährigen ist etwas kleiner geworden. Gegenüber dem Vormonat sank die Zahl der über 50- bis unter 65-Jährigen um 40 auf 2 710. Die Gruppe der über 55-Jährigen (1 800 Arbeitslose) hat sich in den letzten Monaten kaum verändert.
Die bei der Arbeitsagentur eingegangenen Vermittlungsaufträge haben im Oktober etwas abgenommen. Betriebe und Verwaltungen meldeten 1 180 freie Stellen für eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit. Das waren hundert Vermittlungsaufträge weniger als im September. Aber die Einstellungsbereitschaft bleibt auf einem hohen Niveau, alle Branchen haben Bedarf. Mit über 4 100 freien Arbeitsplätzen war das gemeldete Angebot um fast ein Fünftel größer als vor einem Jahr. Gesucht werden Fachkräfte mit Fertigungsberufen, insbesondere Schlosser, Mechaniker, Metallbearbeiter, Elektriker und Tischler. Bei den Technischen Berufen sind vor allem Ingenieure des Maschinen- und Fahrzeugbaues sowie Techniker gefragt. Auch für Warenkaufleute, Gästebetreuer und für Bewerber mit einer Ausbildung im Büro oder im Gesundheitsbereich gibt es freie Stellen.
Die Arbeitslosenquote ist im Gesamtbezirk der Agentur für Arbeit Ravensburg im Oktober um 0,1 Prozentpunkte auf 2,4 Prozent zurückgegangen. Vor einem Jahr lag sie noch bei 3,1 Prozent. Damit liegt die Ravensburger Arbeitsagentur weiterhin auf Platz eins in Baden-Württemberg, gefolgt von Rottweil mit 2,7 Prozent, Schwäbisch Hall mit 2,9 Prozent und Ulm mit 3,1 Prozent. Für das Land errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 3,7 Prozent, gegenüber 3,9 Prozent im September.
Nach Landkreisen betrachtet ergibt sich folgendes Bild: Mit einer Quote von 2,2 Prozent hat Biberach vor dem Alb-Donau-Kreis und Ravensburg (jeweils 2,5 Prozent) die beste Quote in Baden-Württemberg. Im gesamten Kreisgebiet gab es im Oktober 2 300 arbeitslose Frauen und Männer, 140 weniger als vor vier Wochen. 1 090 (minus 100 Personen) gehörten dem Rechtskreis SGB III (Arbeitslosenversicherung) an und 1 210 (minus 40) zählten zum Rechtskreis SGB II (Grundsicherung). Im Vorjahresvergleich gesehen haben vom wirtschaftlichen Aufschwung die SBG III-Kunden, die von der Agentur für Arbeit betreut werden, stärker profitiert. Diese Personengruppe ist um gut ein Viertel kleiner geworden. Bei den SGB II-Kunden, für die der Landkreis zuständig ist, sank die Zahl der betroffenen Personen um 18,3 Prozent. Derzeit sind bei der Arbeitsagentur in Biberach 1 260 freie Stellen gemeldet, 320 Arbeitsangebote mehr als vor einem Jahr.
Im Landkreis Ravensburg, in dem bis zum Jahresende alle Arbeitslosen (3 510) von der Agentur für Arbeit betreut werden, hat die Zahl der Arbeitslosen um 120 abgenommen. Im Rechtskreis SGB III wurden 1 750 Beschäftigungslose gezählt (minus 80) und im Rechtskreis SGB II waren es 1 760 (minus 40). Die Quote von 2,5 Prozent veränderte sich nicht. Bei einem Anteil von 2,9 Prozent gab es im Oktober vor einem Jahr insgesamt 4 030 Arbeitslose.
Auch im gesamten Bodenseekreis hat die Arbeitslosigkeit leicht abgenommen; und zwar um 40 auf 2 960 Personen. Bei den Arbeitsagenturen Friedrichshafen und Überlingen wurden insgesamt 1 420 Arbeitslose aus dem Rechtskreis SGB III gezählt, 10 mehr als im September. Die für den Rechtskreis SGB II zuständige Kreisverwaltung meldete 1 540 arbeitslose Personen (minus 50). Die Arbeitslosenquote sank von 2,8 auf 2,7 Prozent. Im Vergleich mit dem Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit bei den Versicherungskunden um 26,4 Prozent zurückgegangen, bei der Grundsicherung um 13,1 Prozent.
(Quelle: Arbeitsagentur Ravensburg, 02.11.2011)

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