Das Jahr verabschiedet sich mit der niedrigsten Arbeitslosigkeit seit 20 Jahren
„Der Dezember bescherte dem Agenturbezirk Pforzheim saisonbedingt eine leicht steigende Arbeitslosigkeit. Im Jahresverlauf zeigte sich der Arbeitsmarkt zunehmend stabil und auch der leichte Anstieg der Arbeitslosigkeit um 2,2 Prozent auf 7 067 im Dezember fiel deutlich verhaltener aus, als in den Vorjahren“, sagt Sabine Schuster, Geschäftsführerin Operativ der Pforzheimer Arbeitsagentur.
Innerhalb von vier Wochen waren es 154 Arbeitslose mehr, aber 1 267 weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote stieg im Dezember um 0,1 Prozentpunkte auf 4,4 Prozent, blieb jedoch deutlich unter der Vorjahresquote von 5,1 Prozent.
Es kamen erneut weniger Personen wegen Arbeitslosigkeit auf die Arbeitsagentur zu; 1 552 neue Arbeitslose im Dezember machten den geringsten Zugang der vergangenen zwölf Monate aus. „Auch im Vorjahresvergleich sind es deutlich weniger Personen, die aus einer Erwerbstätigkeit kommen. Die Betriebe setzen tendenziell auf Sicherheit und halten das eingearbeitete Personal“, beschreibt Sabine Schuster die Entwicklung. Die rückläufige Anzahl der Personen, die sich innerhalb der Kündigungsfrist bereits bei der Arbeitsagentur gemeldet haben und derer, die den Job wechseln wollen, gibt ihr Recht.
Leider ergab sich auch zum Jahresende für die Stadt Pforzheim mit 4 493 Arbeitslosen die höchste Arbeitslosenquote im Südwesten. Unter allen Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg war die Quote von 7,6 Prozent die höchste, gefolgt von der Universitätsstadt Mannheim mit einer Quote von 6,2 Prozent. Der Enzkreis kam auf 2 574 Arbeitslose und eine Arbeitslosenquote von 2,5 Prozent, mit der er Platz drei im Ranking der Kreise und Städte Baden-Württembergs nach dem Hohenlohekreis mit 2,4 Prozent und dem Kreis Biberach mit 2,3 Prozent belegt.
In Baden-Württemberg wurden bei einer Arbeitslosenzahl von rund 207 Tausend knapp 3 500 mehr gezählt als im November, aber dennoch rund 34 Tausend weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg landesweit wie im Agenturbezirk Pforzheim um einen zehntel Prozentpunkt, allerdings auf niedrigerem Niveau, nämlich auf 3,7 Prozent.
Arbeitslose
Bei einem Anstieg der Arbeitslosigkeit um 154 waren die Männer (plus 141) stärker betroffen als die Frauen (plus 13). Der Anteil der Männer an allen Arbeitslosen erreichte im Berichtsmonat den Wert von 51,3 Prozent, während der der Frauen bei rückläufigen 48,7 Prozent lag.
Innerhalb eines Monats kamen 1 552 Personen neu oder erneut wegen Arbeitslosigkeit auf die Arbeitsagentur zu. Im Gegenzug konnten 1 416 Betroffene ihre Arbeitslosigkeit beenden.
Die Entwicklung nach Rechtskreisen war unterschiedlich: In der Zuständigkeit der beitragsfinanzierten Arbeitslosenversicherung wurden 2 535 Arbeitslose und somit 35 mehr als im November gezählt, während es bei der steuerfinanzierten Grundsicherung 119 Personen mehr und somit 4 532 Arbeitslose waren.
Offene Stellen
Im Laufe des Dezembers forderten die regionalen Arbeitgeber mit 648 neuen Arbeitsstellen zwar weniger Personal als im November an, übertrafen jedoch den Vorjahreswert um 30 neue Stellen oder 4,9 Prozent. Landesweit zeigte sich die Kräftenachfrage im Dezember deutlich zurückhaltender; hier wurde der Vorjahreswert um 0,5 Prozent unterschritten.
Von den neu gemeldeten freien Stellen kamen 227 und somit jede Dritte von einem Personaldienstleistungsunternehmen. Das Verarbeitende Gewerbe suchte innerhalb der vergangenen vier Wochen für 146 neue Stellen Personal; zehn weniger und somit leicht rückläufig gegenüber dem Vormonat. Der Handel meldete für 61 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Bedarf. Das Gesundheits- und Sozialwesen forderte 51 Kräfte an, zehn weniger als im Vormonat. Auch im Gastgewerbe wurden 27 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht und im öffentlichen Dienst galt es 23 neue Stellen zu besetzen.
Seit Jahresbeginn waren es insgesamt 8 103 neue Personalanfragen bei der Pforzheimer Arbeitsagentur, das waren 1 239 mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.
Am Monatsende waren noch 1 813 freie Stellen zur Besetzung gemeldet, davon sind 149 als reine Helferstellen ausgewiesen.
Zielgruppen
Vor allem die Anzahl der jüngeren Arbeitslosen unter 25 Jahre stieg innerhalb eines Monats überdurchschnittlich an. Es waren 662 Betroffene und somit 59 mehr als im November; der Anteil an allen Arbeitslosen liegt bei 9,4 Prozent und die Arbeitslosenquote dieser Altersklasse ist um 0,3 Prozentpunkte auf 3,5 Prozent gestiegen. Bei den Älteren sah die Entwicklung etwas besser aus. Hier gab es am Monatsende nur zehn Arbeitslose der Altersklasse 50plus mehr, dennoch stieg deren Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte auf 5,0 Prozent. Am Monatsende waren 2 253 Arbeitslose 50 Jahre und älter, ein Anteil von knapp 32 Prozent aller Arbeitslosen
Die Langzeitarbeitslosigkeit ist auch im Dezember eine stabile Größe von 2 259. „Wer über ein Jahr arbeitslos ist, hat es deutlich schwerer auf dem Arbeitsmarkt. Gerade dieser Personenkreis muss durch Bildungsmaßnahmen unterstützt werden, da oftmals berufliche Defizite in Form mangelnder Berufsausbildung die Vermittlungshemmnisse sind“, sagt Sabine Schuster zu dieser Entwicklung. Vor allem im Zuständigkeitsbereich der steuerfinanzierten SGB II-Leistungen verfestigt sich diese; immerhin sind es hier 41,1 Prozent der Arbeitslosen (1 862). In der Zuständigkeit der Versicherungsleistungen liegt deren Anteil bei 15,7 Prozent der Arbeitslosen (397).
Im Dezember waren 2 111 Arbeitslose ausländischer Herkunft bei der Pforzheimer Arbeitsagentur gemeldet. Es waren 41 mehr als vor einem Monat, aber 243 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote dieser Personengruppe stieg innerhalb eines Monats um 0,3 Prozentpunkte auf 10,6 Prozent.
Situation in Pforzheim und dem Enzkreis
Am Monatsende waren in es in der Stadt Pforzheim 4 493 Arbeitslose bei einer Arbeitslosenquote von 7,6 Prozent und im Enzkreis hatten 2 574 Männer und Frauen keine Arbeit, bei einer Arbeitslosenquote von 2,5 Prozent. Landesweit betrachtet wird der Unterschied noch deutlicher: Während die Stadt Pforzheim die höchste Arbeitslosenquote der Stadt- und Landkreise Baden-Württembergs ausweist, belegt der Enzkreis den drittbesten Platz im selben Ranking.
Die Stadt Pforzheim hatte am Berichtsmonatsende 56 Arbeitslose mehr als im November zu verzeichnen. Annähernd drei Viertel der arbeitslosen Pforzheimerinnen und Pforzheimer, nämlich 3 338 Personen werden über die Zuständigkeit des Jobcenter Pforzheim betreut und erhalten somit steuerfinanzierte Grundsicherungsleistungen, ein Anteil von 74,3 Prozent.
Im Enzkreis waren es knapp einhundert Arbeitslose mehr als im November. Von den 2 574 Arbeitslosen sind 46,4 Prozent der Zuständigkeit der Grundsicherung zuzuordnen. Der größere Anteil von 53,6 Prozent wird über die Versicherungsleistungen der Arbeitsagentur betreut.
Regionaler Arbeitsmarkt
Im Bezirk der Hauptagentur mit der Stadt Pforzheim und dem westlichen Enzkreis ist die Arbeitslosigkeit um 101 auf 6 146 Personen gestiegen. Die Arbeitslosenquote verharrte bei 4,7 Prozent (Vorjahr: 5,4 Prozent).
Die regionalen Betriebe des westlichen Enzkreises zeigten sich sehr einstellungsfreudig und meldeten für 552 neue Stellen Personalbedarf an. Das waren zwar 32 weniger als im November, aber 64 mehr als vor einem Jahr. Am Monatsende standen rund 1 500 freie Stellen zur Verfügung, 52 weniger als im November aber über 400 mehr als vor einem Jahr.
Steigende Arbeitslosenzahlen und sinkende Kräftenachfrage ließen den östlichen Enzkreis nicht so gut aussehen. Im Geschäftsstellenbezirk Mühlacker, der die Stadt Mühlacker und die östlichen Enzkreisgemeinden umfasst, gab es am Berichtsmonatsende 921 Arbeitslose, das waren 53 mehr als im November und 317 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 2,9 Prozent.
Die Kräftenachfrage lag bei 96 und somit um 30 Anfragen unter dem Vormonatswert; auch der Vorjahreswert wurde um 34 unterschritten. Betrachtet man die Jahressumme des Stellenzugangs, so bedeuteten 1 624 neue Stellen dennoch ein Anstieg um 195 gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum.
Ende Dezember waren es im östlichen Enzkreis noch 311 freie Stellen, die es zu besetzen galt; 54 weniger als im November aber 58 mehr als im Vorjahr.
(Quelle: Agentur für Arbeit Pforzheim, 03.01.2012)

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