Vorweihnachtsgeschäft lässt Arbeitslosigkeit in Pforzheim und dem Enzkreis erneut sinken
„Erneut weniger Arbeitslose in Pforzheim und dem Enzkreis“, das kann Walter Reiber, Chef der Pforzheimer Arbeitsagentur aktuell zum regionalen Arbeitsmarkt berichten. Die Arbeitslosenquote erholte sich im November um 0,1 Prozentpunkte gegenüber dem Oktober auf 4,3 Prozent. „Bei 6 913 Arbeitslosen wurde die Siebentausendermarke erstmals seit 20 Jahren unterschritten“, freut sich Walter Reiber.
Im Vergleich zum Vormonat bedeutet dies ein Rückgang um 245 Arbeitslose, im Vorjahresvergleich waren es 1 226 weniger, damals lag die Arbeitslosenquote bei 5,0 Prozent. „Wie im Vormonat konnten auch im November vor allem jüngere Arbeitslose von der Entspannung profitieren“, sagt Walter Reiber.
Innerhalb eines Monats kamen 1 768 Personen, wegen Arbeitslosigkeit auf die Arbeitsagentur zu, während deutlich mehr, nämlich 2 013 aus der Arbeitslosigkeit abgemeldet werden konnten.
Betrachtet nach Stadt- und Landkreisen ergab sich für die Stadt Pforzheim bei 4 437 Arbeitslosen eine um 0,2 Prozentpunkte rückläufige Quote von 7,5 Prozent; dennoch auch im aktuellen Berichtsmonat landesweit die höchste, gefolgt von der Universitätsstadt Mannheim mit einer Quote von unveränderten 6,1 Prozent. Der Enzkreis kam bei einem Rückgang um 143 auf 2 476 Arbeitslose. Mit der Arbeitslosenquote von 2,4 Prozent belegt der Enzkreis zusammen mit der Stadt Ravensburg und dem Hohenlohekreis Platz zwei im Ranking der Kreise und Städte Baden-Württembergs. Biberach hat mit 2,2 Prozent die niedrigste Arbeitslosigkeit landesweit.
In Baden-Württemberg wurden bei einer Arbeitslosenzahl von knapp 204 Tausend rund viertausend weniger gezählt als im Oktober und knapp 37 Tausend weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote gab auch landesweit um einen zehntel Prozentpunkt auf 3,6 Prozent nach.
Arbeitslose
Bei insgesamt 6 913 Arbeitslosen im Pforzheimer Agenturbezirk ist die Verteilung auf die Geschlechter gegenüber dem Vormonat annähernd unverändert geblieben. Somit teilen 50,4 Prozent Männer und 49,6 Prozent Frauen dieses Schicksal. Gegenüber dem Vormonat wurden 132 Männer und 113 Frauen weniger gezählt. Insgesamt kamen 1 768 Arbeitslose hinzu, während sich innerhalb eines Monats 2 013 aus diesem Status abmelden konnten; darunter meldeten sich 809 in Arbeit ab und 327 stiegen in eine Ausbildung oder Weiterbildungsmaßnahme ein. Dass rund 40 Prozent eine Erwerbstätigkeit aufnahmen spricht für Walter Reiber für eine stabile Arbeitsmarktlage. „Vor allem ausgebildete Fachkräfte der kaufmännischen und gewerblichen Sparte konnten Anfang November in Arbeitsverhältnisse einmünden“, beschreibt Walter Reiber den Markt.
Die Entwicklung in den Rechtskreisen war unterschiedlich: In der beitragsfinanzierten Arbeitslosenversicherung wurden 2 500 Arbeitslose und somit 155 weniger als im Oktober gezählt, während es bei der steuerfinanzierten Grundsicherung nur 90 Personen weniger und somit noch 4 413 Arbeitslose waren.
Offene Stellen
Im Laufe des Novembers forderten die regionalen Arbeitgeber mit 710 neuen Arbeitsstellen deutlich mehr Personal an, als im Vormonat und als im Vorjahresmonat. Es waren 119 mehr als im Oktober und lag auch um 55 über dem letztjährigen Novemberwert. Seit Jahresbeginn wurden 7 455 neue Personalanfragen an die Arbeitsagentur gerichtet, das waren rund 1 200 mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.
Am Monatsende waren noch 1 919 freie Stellen zur Besetzung gemeldet.
Rund 30 Prozent der neuen Stellen kamen von den Personaldienstleistungsunternehmen, gegenüber dem Vormonat war dies leicht rückläufig. Das Verarbeitende Gewerbe legte innerhalb der vergangenen vier Wochen zu und lag mit 157 neuen Stellen um 57 über dem Oktoberwert. Der Handel suchte vor allem wegen des Weihnachtsgeschäfts insgesamt 87 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, 34 mehr als im Oktober. Das Gesundheits- und Sozialwesen forderte 61 Kräfte an und meldete somit auch einen höheren Bedarf als im Vormonat (plus 24). Das Gastgewerbe zeigte eine leicht rückläufige Tendenz die Personalgewinnung betreffend, hier waren es mit 18 neuen Anfragen 22 weniger als im Vormonat.
Zielgruppen
Nach Zielgruppen betrachtet konnten vor allem jüngere Arbeitslose von der guten Arbeitsmarktlage profitieren. Innerhalb eines Monats reduzierte sich ihre Anzahl um 69 auf 603 Betroffene und die Arbeitslosenquote reagierte mit einer Erholung um überdurchschnittliche 0,3 Prozentpunkte auf 3,2 Prozent. „Wer jung ist und eine Ausbildung mitbringt hat zunehmend gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt“, kommentiert Walter Reiber diese Entwicklung. Allerdings ist der Anteil an allen Arbeitslosen mit 8,7 Prozent noch immer zu hoch. Landesweit beträgt der Anteil der Jüngeren an allen Arbeitslosen 7,3 Prozent und die sie betreffende Arbeitslosenquote 2,2 Prozent. Landesweit ist sie somit auf deutlich niedrigerem Niveau.
Knapp jede bzw. jeder dritte Arbeitslose ist 50 Jahre und älter. Im Berichtsmonat konnte genau diese Altersklasse profitieren, denn ihre Arbeitslosigkeit reduzierte sich um 50 und die Arbeitslosenquote erholte sich um 0,2 Prozentpunkte auf 4,9 Prozent. „Die Rückmeldungen der Arbeitgeber ergaben, dass das Alter bei der Stellenbesetzung eine zweitrangige Rolle spielt. Was zählt ist die Berufserfahrung und damit können die über 50-Jährigen punkten“, kann Walter Reiber aus der Praxis berichten. Am Monatsende waren 2 243 Arbeitslose gemeldet, 436 Arbeitslose weniger als im Vorjahr.
Leider konnte innerhalb der vergangenen vier Wochen die Betroffenheit der Langzeitarbeitslosigkeit nicht reduziert werden. Immerhin waren 2 254 Personen aus Pforzheim und dem Enzkreis ein Jahr und länger arbeitslos. Vor allem im Zuständigkeitsbereich der steuerfinanzierten SGB II-Leistungen verfestigt sich diese; immerhin sind es hier 41,4 Prozent der Arbeitslosen (1 826). In der Zuständigkeit der Versicherungsleistungen liegt deren Anteil bei 17,1 Prozent der Arbeitslosen (428).
Auch die Arbeitslosenquote der Ausländer erholte sich überdurchschnittlich um 0,2 Prozentpunkte auf 10,3 Prozent. Es waren am Monatsende noch 2 070 Arbeitslose ausländischer Herkunft ohne Arbeit, 29,9 Prozent aller Arbeitslosen. Gegenüber dem Vormonat ein Rückgang um 39 und innerhalb eines Jahres um rund 200.
Situation in Pforzheim und dem Enzkreis
Weniger Arbeitslose im Agenturbezirk ließen die Stadt Pforzheim mit einem Rückgang um 102 profitieren. Am Monatsende waren noch 4 437 Pforzheimer Bürgerinnen und Bürger arbeitslos. Die Arbeitslosenquote ging um 0,2 Prozentpunkte auf 7,5 Prozent zurück. Gegenüber dem Vorjahr waren es sogar 0,6 Prozentpunkte gewesen, damals lag die Quote bei 8,1 Prozent. Noch immer ist die Stadt Pforzheim mit der höchsten Arbeitslosenquote der Städte und Kreise in Baden-Württemberg belastet; gefolgt von der Stadt Mannheim mit unveränderten 6,1 Prozent. Durch das Jobcenter Pforzheim werden als Kunden der Grundsicherung über 74 Prozent der Pforzheimer Arbeitslosen betreut, der höchste Anteil in Baden-Württemberg. Absolut betrachtet sind es 3 297 Personen, gegenüber dem Vormonat 63 weniger. Der Anteil der Arbeitslosen, die über die Versicherungsleistungen von der Agentur für Arbeit betreut werden liegt bei knapp 26 Prozent; eine Dimension von 1 140 Betroffenen, 39 unter dem Oktoberwert.
Im Enzkreis waren es 2 476 Arbeitslose, 143 weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote gab auch hier um 0,2 Prozentpunkte nach. Sie liegt nun bei 2,4 Prozent (Vorjahr: 3,2 Prozent). Im landesweiten Ranking der Kreise und Städte die zweitniedrigste Quote.
Nach Rechtskreisen betrachtet, fallen 1 116 Arbeitslose des Enzkreises in den Zuständigkeitsbereich der Grundsicherung, 27 weniger als im Oktober. Ihr Anteil an der Gesamtarbeitslosigkeit beträgt 45,1 Prozent. Der größere Anteil von 54,9 Prozent wurde über die Zuständigkeit der Versicherungsleistungen betreut; das waren bei 1 360 Arbeitslosen 116 weniger als im Vormonat.
Regionaler Arbeitsmarkt
Im Bezirk der Hauptagentur mit der Stadt Pforzheim und dem westlichen Enzkreis waren es 6 045 Arbeitslose, 181 weniger als im Oktober und rund 900 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 4,7 Prozent (Vormonat: 4,8 Prozent; Vorjahr: 5,3 Prozent). Innerhalb der vergangenen vier Wochen wurden für den Hauptagenturbezirk 584 neue Arbeitsstellen gemeldet. Das waren 139 mehr als im Vormonat und 68 mehr als vor einem Jahr. Seit Jahresbeginn waren es rund 6 000 Personalanfragen; knapp 1 000 mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum; am Monatsende wurden noch 1 554 freie Stellen ausgewiesen.
Im Geschäftsstellenbezirk Mühlacker waren es 64 Arbeitslose weniger und die Arbeitslosenquote reagierte mit einer überdurchschnittlichen Erholung um 0,2 Prozentpunkte; 868 Arbeitslose entsprachen einer Quote von 2,7 Prozent (Vorjahr: 3,7 Prozent).
Im Verlauf des Novembers gab es 126 neue Personalanforderungen von Betrieben des östlichen Enzkreises. Ein leicht rückläufiger Wert, denn im Vormonat waren es noch 20 und im Vorjahr 13 mehr gewesen. Seit Jahresbeginn wurden 1 528 neue Personalanfragen gezählt; der Vorjahreswert wurde somit um 229 übertroffen. Am Monatsende standen noch 365 Stellen zur Besetzung aus.
(Quelle: Arbeitsamt Pforzheim, 30.11.2011)

Zurück: Sonderregelungen zum konjunkturellen Kurzarbeitergeld laufen früher aus

