Herbstbelebung sorgt auch im Oktober für Entspannung auf dem Arbeitsmarkt in Pforzheim und dem Enzkreis
„Der anhaltende Rückgang der Arbeitslosigkeit in Pforzheim und dem Enzkreis sind als deutliches Zeichen der Herbstbelebung zu werten“, kann Walter Reiber, Chef der Pforzheimer Arbeitsagentur zum regionalen Arbeitsmarkt berichten.
Die Arbeitslosenquote erholte sich im Oktober erneut um 0,2 Prozentpunkte gegenüber dem September auf 4,4 Prozent bei 7 158 Arbeitslosen. „Somit hat die regionale Arbeitslosigkeit ein Niveau erreicht, das zuletzt zu Beginn der Neunzigerjahre unterschritten wurde, sagt Walter Reiber zurückblickend.
Im Vergleich zum Vormonat bedeutet dies ein Rückgang um rund 200 Arbeitslose, im Vorjahresvergleich waren es rund eintausend weniger, damals lag die Arbeitslosenquote bei 5,1 Prozent. „Vor allem jüngere Arbeitslose konnten von der Entspannung profitieren“, freut sich Walter Reiber.
Innerhalb eines Monats kamen 1 668 Personen wegen Arbeitslosigkeit auf die Arbeitsagentur zu, während deutlich mehr, nämlich 1 874 aus der Arbeitslosigkeit abgemeldet werden konnten.
Betrachtet nach Stadt- und Landkreisen ergab sich für die Stadt Pforzheim bei 4 539 Arbeitslosen eine um 0,1 Prozentpunkte rückläufige Quote von 7,7 Prozent; dennoch auch im Berichtsmonat landesweit die höchste. Im Enzkreis ging die Arbeitslosigkeit um 118 Betroffene auf 2 619 Arbeitslose zurück. Die Quote erholte sich erneut um 0,1 Prozentpunkte und belegt mit 2,6 Prozent gleichauf mit der Stadt Rottweil den dritten Platz im landesweiten Ranking der Kreise mit den niedrigsten Arbeitslosenquoten. Die Stadt Biberach (2,2 Prozent) und die Stadt Ravensburg, der Alb-Donau- und der Hohenlohekreis (jeweils 2,5 Prozent) belegten Rang eins und zwei.
Auch landesweit waren es weniger Arbeitslose. Mit knapp 208 Tausend waren es rund acht Tausend weniger als im September und 36 561 weniger als vor einem Jahr. Wie im Agenturbezirk gab auch hier die Arbeitslosenquote innerhalb eines Monats um 0,2 Prozentpunkte auf 3,7 Prozent nach; allerdings auf niedrigerem Niveau; im Vorjahr waren es noch 4,4 Prozent gewesen.
Arbeitslose
Bei insgesamt 7 158 Arbeitslosen im Pforzheimer Agenturbezirk teilen 50,5 Prozent Männer und 49,5 Prozent Frauen dieses Schicksal. Beide Geschlechter konnten auch in annähernd gleichem Umfang von der Entspannung profitieren, so waren es innerhalb von vier Wochen 98 Männer und 108 Frauen, die im Oktober nicht mehr als Arbeitslose gezählt wurden.
Der Blick auf die Zuständigkeiten der Rechtskreise weist für die Zuständigkeit der beitragsfinanzierten Arbeitslosenversicherung 2 655 Arbeitslose und somit nur 41 weniger als im September aus, während es im Zuständigkeitsbereich der steuerfinanzierten Grundsicherung 165 Personen weniger und somit noch 4 503 Arbeitslose waren. Dabei ist zu bemerken, dass sich im Oktober 734 Personen in der Zuständigkeit der Grundsicherung neu oder erneut arbeitslos gemeldet hatten, das waren genau 200 weniger als solche, die Versicherungsleistungen beanspruchten; während beide Rechtskreise mit jeweils 937 Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit gleichviele zu verzeichnen hatten.
Offene Stellen
In den Herbstmonaten September und Oktober hat sich der monatlich neu gemeldete Personalbedarf regionaler Arbeitgeber auf ein Niveau von knapp 600 eingependelt. Im Oktober waren es 591 neue Stellen, neun mehr als im September, und mit einem Plus 3,5 Prozent leicht über dem Vorjahresniveau. Betrachtet man den Stellenzugang seit Jahresbeginn, so wurde das Vorjahresniveau bis Oktober um 20,6 Prozent übertroffen. „Längere Bewerbungsverfahren und verhaltene Personalanforderungen lassen den Arbeitsmarkt ruhiger erscheinen“, erklärt Walter Reiber diese Entwicklung. Es kamen im Berichtsmonat 591 neue Stellen dazu und 588 wurden abgemeldet. Ein Anteil von 70 Prozent wurde durch die Vermittlungsbemühungen der Arbeitsagentur besetzt. Am Monatsende waren noch rund 1 900 freie Stellen zur Besetzung gemeldet.
Nach Branchen betrachtet kamen knapp 35 Prozent der neuen Stellen von den Personaldienst-leistungsunternehmen. Das Verarbeitende Gewerbe meldete 17 Prozent aller neuen Stellen. neun Prozent der Stellen meldete der Handel, gefolgt vom Gastgewerbe und dem Gesundheitswesen, die jeweils gut sechs Prozent des Stellenzugangs ausmachten.
Zielgruppen
Auch im Oktober konnten alle ausgewiesenen Zielgruppen von der guten Arbeitsmarktlage profitieren. Auffallend war der deutliche Rückgang der Arbeitslosigkeit bei den unter 25-Jährigen. Am Monatsende waren es 672 Arbeitslose, 139 weniger als noch im September. Die Arbeitslosenquote dieser Personengruppe gab auch im Oktober, wie schon im Vormonat um überdurchschnittliche 0,7 Prozentpunkte auf 3,5 Prozent nach. Unter ihnen waren 130 Jugendliche im Alter unter 20 Jahre; 26,1 Prozent weniger als im September und 24,4 Prozent weniger als vor einem Jahr.
Knapp jede bzw. jeder dritte Arbeitslose ist 50 Jahre und älter. Eine Altersklasse, die es auf dem Arbeitsmarkt vor allem im fortgeschrittenen Alter nicht leicht hat. „Diese Personen kommen größtenteils aus langjährigen Beschäftigungsverhältnissen und bringen gute und einschlägige Qualifikationen mit“, sagt Walter Reiber, der sich mit besonderen Vermittlungsaktionen diesem Personenkreis unterstützt. So wurden neben anderen Aktionen, im Arbeitgebernewsletter der Pforzheimer Arbeitsagentur einige interessante Bewerberprofile älterer Arbeitsloser veröffentlicht. Gegenüber dem Vormonat waren es zwar elf Betroffene mehr, aber im Vorjahresvergleich zeigt sich die Entwicklung wesentlich entspannter. Am Monatsende waren es rund 2 300 Arbeitslose und somit knapp 360 weniger als damals. Die Arbeitslosenquote dieser Altersklasse erholte sich um 0,1 Prozentpunkte auf 5,1 Prozent (Vorjahr: 6,0 Prozent).
Eine ähnliche Entwicklung bildet die Darstellung der Langzeitarbeitslosigkeit ab; 2 252 waren 58 weniger als im September und 437 weniger als vor einem Jahr. Von allen Arbeitslosen waren 31,5 Prozent seit einem Jahr und länger in der Statistik der Arbeitsagentur zu finden.
Der Anteil arbeitsloser Ausländer liegt bei 29,5 Prozent aller Arbeitslosen. Es wurden 2 109 Personen ausländischer Herkunft gezählt, 48 weniger als im September und 154 weniger als vor einem Jahr. Ihre Arbeitslosenquote erholte sich um 0,3 Prozentpunkte auf 10,5 Prozent.
Situation in Pforzheim und dem Enzkreis
Im Oktober konnten in der Stadt Pforzheim erneut weniger Arbeitslose gezählt werden. Am Monatsende waren noch 4 539 Personen arbeitslos, das waren 88 weniger als im September. Die Arbeitslosenquote ging um 0,1 Prozentpunkte auf 7,7 Prozent zurück. Gegenüber dem Vorjahr waren es sogar 0,4 Prozentpunkte gewesen, damals lag die Quote bei 8,1 Prozent. Trotzdem hatte die Stadt Pforzheim auch in diesem Monat die höchste Arbeitslosenquote der Städte und Kreise in Baden-Württemberg; gefolgt von der Stadt Mannheim mit 6,1 Prozent. Für die Stadt Pforzheim ist zu bemerken, dass der Anteil derer, die durch das Jobcenter Pforzheim betreut werden und somit Kunden der Grundsicherung sind, mit 74 Prozent der höchste in Baden-Württemberg ist. Absolut betrachtet sind es 3 360 Personen, gegenüber dem Vormonat 86 weniger. Der Anteil der Arbeitslosen, die über die Versicherungsleistungen betreut werden liegt bei 26 Prozent; eine Dimension von 1 179 Betroffenen, nur zwei weniger als im September.
Im Enzkreis waren es 2 619 Arbeitslose, 118 weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote gab auch hier um 0,1 Prozentpunkte nach. Sie liegt nun bei 2,6 Prozent (Vorjahr: 3,3 Prozent).
Nach Rechtskreisen betrachtet, fallen 1 143 Arbeitslose des Enzkreises in den Zuständigkeitsbereich der Grundsicherung, 79 weniger als im September. Ihr Anteil an der Gesamtarbeitslosigkeit beträgt 48,6 Prozent. Der größere Anteil von 51,4 Prozent wurde über die Zuständigkeit der Versicherungsleistungen betreut; das waren bei 1 476 Arbeitslosen 39 weniger als im Vormonat.
Regionaler Arbeitsmarkt
Im Bezirk der Hauptagentur mit der Stadt Pforzheim und dem westlichen Enzkreis waren es 6 226 Arbeitslose, 136 weniger als im September und knapp 800 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 4,8 Prozent (Vormonat: 4,9 Prozent; Vorjahr: 5,4 Prozent). Die Kräftenachfrage regionaler Arbeitgeber mit 445 neuen Stellen innerhalb der vergangenen vier Wochen lag um 4,1 Prozent unter dem Vorjahreswert. Nachgefragt wurden vor allem Fachkräfte der Metallbranche und in der Sparte Verkehr und Logistik. Außerdem wurde qualifiziertes kaufmännisches Personal und Inhaber von Gesundheitsdienstberufen und Erziehungsberufen nachgefragt. Am Monatsende waren noch 1 524 Arbeitsstellen frei.
Im Geschäftsstellenbezirk Mühlacker waren es zwar absolut nur 70 Arbeitslose weniger; allerdings brachte dies der Arbeitslosenquote eine überdurchschnittliche Erholung um 0,2 Prozentpunkte. 932 Arbeitslose entsprachen einer Quote von 2,9 Prozent (Vorjahr: 3,8 Prozent). Im Verlauf des Oktobers gab es 146 neue Personalanforderungen von Betrieben des östlichen Enzkreises, 36,4 Prozent über dem Vorjahreswert. Angesichts der wirtschaftlichen Prägung des Geschäftsstellenbezirks waren es vor allem Fachkräfte in Fertigungsberufen der Metallindustrie und der Baubranche sowie Verkehrsberufe, die gesucht wurden. Am Monatsende waren es noch 379 freie Stellen.
(Quelle: Agentur für Arbeit Pforzheim, 02.11.2011)

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