Arbeitsmarktgespräch mit Kreishandwerksmeistern
Zu einem Informationsaustausch über die aktuelle Situation auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt und über die Zusammenarbeit zwischen den Handwerksbetrieben und der Arbeitsagentur trafen sich Vertreter der Kreishandwerkerschaften Calw und Freudenstadt mit Führungskräften der Agentur für Arbeit Nagold.
Ulrich Viertl, Chef der Agentur für Arbeit Nagold, begrüßte die Vertreter des Handwerks und gab zum Einstieg einen kurzen Überblick über den regionalen Arbeits- und Ausbildungsmarkt. Auch der heimische Arbeitsmarkt werde angesichts der allgemeinen demographischen Entwicklung wie auch vor dem Hintergrund der Altersstruktur der Belegschaften vor große Herausforderungen gestellt. „Zurzeit kann man noch nicht von einem allgemeinen Fachkräftemangel sprechen. Allerdings sind in einigen Teilbereichen des Arbeitsmarktes bereits Engpässe vorhanden“ so Viertl. Einig war man sich, dass es für die regionalen Handwerksbetriebe eine große Herausforderung sein wird, den Bedarf an Fachkräften über alle Innungen hinweg zu sichern. Gemeinsam wurden Strategien diskutiert, wie man dieser Entwicklung gegensteuern kann.
Viertl warb beispielsweise für Bildungspartnerschaften von Unternehmen mit Schulen um wieder mehr Schulabgänger für eine duale Ausbildung zu gewinnen. "Viele Schüler streben eine höhere Ausbildung an und fehlen uns dann in der beruflichen Ausbildung", betonte Viertl.
Die Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaften Calw und Freudenstadt, Holger Klemke und Siegfried Dreger, betonten, dass die Handwerksbetriebe schon jetzt früh den Kontakt zu den Schülern suchen. „Bereits ab der siebten Klasse wird Berufsorientierung angeboten, einige Betriebe bieten sogar schon Schnuppertage für Kindergartenkinder an“, so Dreger.
Wesentliches Thema war auch das Marketing für Handwerksberufe. Die Calwer Kreishandwerksmeisterin Roswitha Keppler forderte deshalb einen einheitlichen Auftritt des Handwerks auf den Bildungsmessen Top-Job. Ihr Freudenstädter Kollege Alexander Wälde unterstützte diesen Vorschlag und betonte, dass es wichtig sei, bei diesen Veranstaltungen auch die Eltern zu erreichen.
“Fachkräfte aus dem Ausland zu rekrutieren, ist eine der Möglichkeiten, um den Fachkräftebedarf zu decken. Dies setzt voraus, dass Arbeitgeber die Bereitschaft haben, sich auf solche Bewerber einzulassen und in sie zu investieren”, unterstrich Ortwin Arnold, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Nagold. Es gebe bereits seit einiger Zeit entsprechende Projekte mit Schweden und Spanien. Künftig nicht mehr funktionieren werde es, Personal aus anderen Bundesländern zu rekrutieren: "Diese Quelle ist versiegt", erläuterte Arnold.
Nach mehr als zwei Stunden intensiver Diskussion verabschiedeten sich die Teilnehmer und bedankten sich bei Ulrich Viertl und seiner Mannschaft für die Einladung. Auch der Agenturchef äußerte sich zufrieden und sagte den Handwerksbetrieben weiterhin die volle Unterstützung der Arbeitsagentur zu.
(Quelle: Arbeitsamt Nagold, 28.10.2011)

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