Der Arbeitsmarkt im Monat September 2011
Zahl der Arbeitslosen geht nach der Ferienzeit wieder zurück
- Weniger Arbeitslose
- Arbeitslosenquote jetzt 3,7 Prozent
- Weniger Stellenmeldungen
Mit dem Ende der Ferien und Urlaubszeit ging die Zahl der Arbeitslosen auf dem regionalen Arbeitsmarkt wieder zurück. Der vorübergehende Anstieg während der Ferienmonate hat sich damit bereits im September wieder weitestgehend abgebaut. Insgesamt 5352 Frauen und Männer waren im September ohne Arbeit. Das sind 356 oder 6,2 Prozent weniger als im August und 689 oder 11,4 Prozent weniger als vor einem Jahr.
Die Arbeitslosenquote – bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen – ging innerhalb der letzen vier Wochen um 0,2 auf 3,7 Prozent zurück. Vor einem Jahr lag sie noch bei 4,1 Prozent.
Nach Einschätzung des Chefs der Agentur für Arbeit Nagold, Ulrich Viertl, ist die Arbeitsmarktentwicklung weiterhin sehr stabil. „Die Auftragslage der hiesigen Unternehmen ist sehr gut, auch wenn diese eher noch etwas abwarten und nach der Sommerpause nicht gleich neue Mitarbeiter einstellen. Gedämpfte konjunkturelle Erwartungen und die EU-Finanzkrise schlagen sich noch nicht am Arbeitsmarkt nieder. Ich bin deshalb weiter zuversichtlich, dass wir im Oktober die 5000er Grenze bei den Arbeitslosen unterschreiten.“
Erfreulich ist insbesondere der Rückgang der jüngeren Arbeitslosen. Dies zeigt, dass junge Fachkräfte, die beispielsweise nach ihrer Ausbildung nicht übernommen werden konnten, gesucht werden und sie deshalb schnell wieder eine Arbeitsstelle finden. „Eine gute Ausbildung ist und bleibt ein gutes Mittel zum Schutz vor Arbeitslosigkeit“, so Viertl.
Die Unternehmen aus den Landkreisen Calw und Freudenstadt meldeten dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Nagold im September insgesamt 707 zu besetzende Arbeitsstellen. Das waren 106 oder 13,0 Prozent weniger als im August und 75 oder 9,6 Prozent weniger als vor einem Jahr. „Diese leichte Abschwächung sollte nicht überbewertet werden. Immerhin lag die Kräftenachfrage in den ersten neun Monaten des Jahres um 22,8 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum“, meint Viertl. Insbesondere Unternehmen des Hotel- und Gaststättengewerbes, der Metallverarbeitung, des Maschinenbaus, des Gesundheits- und Sozialwesens, des Logistikgewerbes sowie der Zeitarbeitsbranche boten mehr Arbeitsstellen an.
Arbeitslose
Nach dem saisonbedingten Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juli und August war im September wieder mehr Dynamik am Markt zu beobachten.
Im Laufe des Monats meldeten sich 1411 Personen neu oder erneut arbeitslos, darunter 660 aus einer Erwerbstätigkeit. Im gleichen Zeitraum konnten 1752 Männer und Frauen ihre Arbeitslosigkeit beenden, 678 von ihnen nahmen eine Beschäftigung auf, 491 haben eine Ausbildung oder arbeitsmarktpolitische Maßnahme begonnen. Weniger Arbeitslosmeldungen bei gleichzeitig ansteigenden Abmeldezahlen sorgten somit für einen Rückgang der Arbeitslosigkeit.
Nach Personengruppen entwickelte sich die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk unterschiedlich. Wie erwartet profitierte die Personengruppe der Jugendlichen überdurchschnittlich vom Rückgang der Arbeitslosigkeit. Viele jüngere Arbeitslose haben eine Arbeit beziehungsweise eine Ausbildung aufgenommen oder sich wegen weiterem Schulbesuch oder dem Beginn ihres Studiums abgemeldet. In der Altersgruppe unter 25 Jahren wurden am Stichtag im September insgesamt 658 Arbeitslose gezählt. Damit sind 156 oder 19,2 Prozent weniger junge Menschen arbeitslos als noch im August. Dagegen ging die Zahl der Arbeitslosen bei den über 50-Jährigen in den letzten vier Wochen nur um 33 oder 1,6 Prozent zurück.
Regionale Arbeitslosenquoten
Die niedrigste Arbeitslosenquote aller fünf Geschäftsstellenbezirke verzeichnet Horb mit 3,3 Prozent. Es folgen Calw mit 3,4 Prozent, Freudenstadt mit 3,7 Prozent und Nagold mit 3,9 Prozent. Schlusslicht bleibt Bad Wildbad mit 4,3 Prozent.
Entwicklung nach Rechtskreisen
Vom Rückgang der Arbeitslosigkeit konnten beide Rechtskreise profitieren. Im Bereich der beitragsfinanzierten Arbeitslosenversicherung (Arbeitslosengeld I) waren im September 2692 Männer und Frauen ohne Job, das sind 296 oder 9,9 Prozent weniger als im Vormonat und 290 oder 9,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Die anteilige SGB III-Arbeitslosenquote lag bei 1,8 Prozent.
Im Bereich der steuerfinanzierten Grundsicherung (Arbeitslosengeld II) gab es 2660 Arbeitslose, das ist ein Minus von 60 oder 2,2 Prozent gegenüber August; im Vergleich zum September 2010 waren es 399 oder 13,0 Prozent weniger. Die anteilige SGB II-Arbeitslosenquote betrug ebenfalls 1,8 Prozent.
Hier zeigt sich, dass auch in der Grundsicherung ein beachtliches Potenzial an Arbeitskräften vorhanden ist.
Stellenmarkt
Am Stichtag waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Nagold 1937 offene Stellen gemeldet, 10 oder 0,5 Prozent mehr als im Vormonat und 402 oder 26,2 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Gesucht werden insbesondere Restaurantfachleute, Köche, Kellner, Zimmermädchen, Krankenpfleger, Altenpfleger, Bauhelfer, Elektroinstallateure, Friseure und Raumpfleger.
(Quelle: Arbeitsagentur Nagold, 28.09.2011)

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