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Der Arbeitsmarkt im Monat August 2011

Sommerferien und Insolvenzen hinterlassen ihre Spuren

  • Zahl der Arbeitslosen gestiegen
  • Arbeitslosenquote jetzt 3,9 Prozent
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Die Zahl der Arbeitslosen im Bezirk der Agentur für Arbeit Nagold hat im Hauptferienmonat August zugenommen. Sie erhöhte sich um 413 oder 7,8 Prozent auf 5708. Gegenüber dem Juli des Vorjahres bedeutete dies aber einen Rückgang um 845 oder 12,9 Prozent.

Der Rückgang der Arbeitslosigkeit wurde durch die Ferienzeit unterbrochen. Auch in diesem Jahr haben das Schuljahresende und die Beendigung von Ausbildungsverhältnissen ohne Anschlussbeschäftigung zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen unter 25 Jahren geführt. Viele Fachkräfte werden von den Betrieben erst nach der Sommerpause eingestellt. Erfahrungsgemäß sind junge, qualifizierte Menschen aufgrund des zunehmenden Fachkräftebedarfs nach ihrer Ausbildung nur kurz arbeitslos.

Ausschlaggebend für den Anstieg der Gesamtarbeitslosigkeit war aber auch die Insolvenz der Druckerei Schlott in Freudenstadt und eines weiteren Betriebes im Raum Nagold. Leider verloren dadurch etwa 280 Beschäftigte endgültig ihren Job. „Knapp 70 Prozent der Betroffenen konnten wir bereits einen neuen Arbeitsplatz vermitteln. Wir werden auch weiterhin alle Anstrengungen unternehmen, um für die ehemaligen Mitarbeiter dieser Firmen, die bisher nicht vermittelt werden konnten, schnell wieder einen Arbeitsplatz zu finden“, sagte Ulrich Viertl, Chef der Agentur für Arbeit Nagold.

Die Arbeitslosenquote – bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen - liegt jetzt bei 3,9 Prozent und damit um 0,3 Prozentpunkte höher als im Juli. Im August vergangenen Jahres lag sie noch bei 4,5 Prozent.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften hat im August wieder deutlich zugenommen. Betriebe und Verwaltungen meldeten im Berichtszeitraum 813 zu besetzende Arbeitsplätze, 149 oder 22,4 Prozent mehr als im Juli und 178 oder 28,0 Prozent mehr als vor einem Jahr.

„Aufgrund der späten Sommerferien in Baden-Württemberg mit den entsprechenden negativen Arbeitsmarkteffekten konzentrierte sich der saisontypische Anstieg der Arbeitslosigkeit wieder auf den August. Insgesamt aber ist der regionale Arbeitsmarkt weiter in guter Verfassung. Die Griechenland-Krise und die schlechte Bonität einiger weiterer europäischer Länder sowie den USA wirkt sich bisher nicht aus. Daher sollte man die Augustzahlen nicht überbewerten“, gab Viert zu bedenken.

Arbeitslose

Trotz der Sommer- und Ferienzeit gab es viel Bewegung auf dem Arbeitsmarkt. In den vergangenen vier Wochen meldeten sich 1856 Personen neu oder erneut arbeitslos, 457 oder 32,7 Prozent mehr als im Juli und 49 oder 2,6 Prozent weniger als im August 2010.

Gleichzeitig konnten 1424 Personen im August ihre Arbeitslosigkeit beenden, 142 oder 11,1 Prozent mehr als im Vormonat und 141 oder neun Prozent weniger als vor einem Jahr.

Nach Personengruppen entwickelte sich die Arbeitslosigkeit in den Landkreisen Calw und Freudenstadt unterschiedlich. Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahre erhöhte sich gegenüber dem Vormonat um 226 oder 38,4 Prozent auf 814, die der 50- bis unter 65-jährigen Arbeitslosen dagegen nur um 71 oder 3,5 Prozent auf jetzt 2105.

Regionale Arbeitslosenquoten

Innerhalb des Agenturbezirks fiel der Anstieg der Arbeitslosigkeit unterschiedlich stark aus. In Freudenstadt (3,9 Prozent) erhöhte sich die Quote um 0,4 Prozent, in Nagold (4,1 Prozent) um 0,3 Prozent, in Calw (3,7 Prozent) und Horb (4,3 Prozent) um jeweils 0,2 Prozent und in Bad Wildbad (4,5 Prozent) nur um 0,1 Prozent.

Stellenmarkt

Insgesamt waren Ende August 1927 unbesetzte Stellen registriert, 80 oder 4,3 Prozent mehr als im Juli und 514 oder 36,4 Prozent mehr als im August 2010.

Nach wie vor besteht eine hohe Nachfrage nach Fachkräften in der Gastronomie (Restaurantfachleute, Köche, Kellner, Zimmermädchen) und in den Pflegeberufen (Krankenpfleger, Altenpfleger). Gesucht werden außerdem Bauhelfer, Elektroinstallateure, Friseure, Raumpfleger sowie Bürofachkräfte mit guten Fremdsprachenkenntnissen.

Ausbildungsstellenmarkt

Der regionale Ausbildungsmarkt ist kurz vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres noch stark in Bewegung: Im August suchten im Agenturbezirk Nagold noch 333 bei der Agentur für Arbeit gemeldete Jugendliche einen Ausbildungsplatz - das sind 26 oder 7,2 Prozent weniger als im August 2010. Ihnen standen noch 457 freie Ausbildungsplätze gegenüber, 71 oder 18,4 Prozent mehr als vor einem Jahr.

„Die Herausforderung der kommenden Wochen wird es sein, bis zum Ausbildungsbeginn einen weitestgehenden Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage erreichen zu können und auch den etwas schwächeren Kandidaten den Weg in das Berufsleben zu ebnen. Bei der Ausbildung lernschwacher Jugendlicher bieten wir den Unternehmen Hilfe an, beispielsweise in Form von ausbildungsbegleitenden Hilfen. Dabei handelt es sich um eine Art Nachhilfeunterricht für Schüler, die den theoretischen Teil ihrer Ausbildung aus eigener Kraft nicht bewältigen könnten“, so Viertl.

Auch auf Seiten der Jugendlichen ist Flexibilität gefragt. Wer bei seiner Lehrstellensuche bis jetzt erfolglos war, sollte für Alternativen zugänglich sein. Freie Ausbildungsstellen gibt es derzeit insbesondere noch in den Berufen Koch/Köchin, Restaurantfachmann/-frau, Hotelfachmann/-frau, Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Verkäufer/Verkäuferin, Bäcker/Bäckerin und Tischler/Tischlerin.

(Quelle: Agentur für Arbeit Nagold, 30.08.2011)

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